Wahnwegen
Fast 10.000 Euro für Nahwärmenetz
Der Bebauungsplan der Gemeinde sei 15 Jahre alt und nicht mehr mit dem neuesten Stand der Technik vereinbar, erläuterte Ortsbürgermeister René Morgenstern. Heißt im Klartext, dass gegenwärtig nicht ohne weiteres eine dritte Windkraftanlage gebaut werden könne. Und genau diese wird gebraucht, um das vorgesehene Nahwärmekonzept für Wahnwegen umzusetzen. Sicher gebe es unweit von dem neuen dritten Windrad zwei ältere. Doch diese seien noch unter anderen Bedingungen installiert worden, wusste Morgenstern. So hätte es damals eine Höhenbegrenzung gegeben, die heute nicht mehr gelte. „Die modernen Anlagen sind nun um einiges höher.“ Weiterhin wird das neue die Firma Naturstrom AG aus Düsseldorf betreiben, in deren Hand das gesamte Nahwärmekonzept liegt.
Sicher, räumte Morgenstern ein, „hätten wir auch den Bebauungsplan ändern oder ein Sondernutzugsrecht beantragen können“. Für eine dauerhafte Lösung – als Beispiel nannte er das Aufrüsten eines Windrades – sei der eingeschlagene Weg der bessere. Morgenstern rechnet ungefähr mit einem Jahr, bis die Aufhebungssatzung wirkt und der neue Aufstellungsbeschluss in Kraft treten wird. Ein Planungsbüro wurde seitens des Gemeinderats mit der Umsetzung beauftragt. Kostenpunkt: fast 10.000 Euro.
Drittes Windrad ebenfalls auf Privatgelände
Das dritte Windrad wird unweit der beiden anderen errichtet und wird wie diese auf Privatgelände stehen. Morgenstern weiß, dass die Eigentümer, die Landwirtschaft betreiben, dem Vorhaben positiv gegenüberstehen. Neben der Windkraftanlage, die 7,2 Megawatt Strom erzeugen soll, wird die Firma Naturstrom außerdem in einer „wenig einsehbaren Talsohle“ eine 20 Hektar große Photovoltaik-Freichflächenanlage installieren. Diese soll eine Leistung von 25 Megawatt erbringen. Der Strom beider Anlagen wird über ein Umspannwerk direkt in eine Heizzentrale eingespeist. „So sparen wir Netzentgelte.“ Die überschüssige Energie wiederum werde in das öffentliche Netz fließen.
Das Interesse der Bürger, ihre Häuser an das Nahwärmesystem anzuschließen, ist nach Angaben Morgensterns groß. Auf jeden Fall seien die Hauseigentümer der jüngeren und älteren Neubaugebiete mit von der Partie.
Mit dem Nahwärmekonzept ist Wahnwegen Vorreiter in der gesamten Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Auch der Kreis habe damit wenig Erfahrung, sagte Morgenstern. Dass es gut funktionieren kann, darüber haben sich der Ortsbürgermeister und andere Ratsmitglieder bei einem Besuch in Neuerkirch-Külz informiert. Allerdings setze die Gemeinde dort auf Hackschnitzel, „was für uns nicht in Frage kam“.
Machbarkeitsstudie im Frühjahr
Bis Wahnwegen ans Nahwärmenetz gehen kann, wird noch etwas Zeit verstreichen. René Morgenstern kalkuliert mit etwa drei Jahren. Im Frühjahr 2024 soll zunächst einmal die Machbarkeitsstudie vorgelegt werden.
Inzwischen ist die „Kommunale Energie Wahnwegen AöR (Anstalt öffentlichen Rechts)“ gegründet, die Satzung Ende Oktober in Kraft getreten. In den Verwaltungsrat der AöR wurden nach dem Votum der jüngsten Sitzung alle Ratsmitglieder entsandt. Vorsitzender ist der Ortsbürgermeister.