Kreis Kusel Für Coach Kiefer läuft’s „fast zu gut“

NANZDIETSCHWEILER. Ein Sieg im ersten Pflichtspiel – viel besser kann es ja nicht laufen, auch wenn der Gegner eine Klasse tiefer kickt. Einen gelungenen Start wünscht sich Frank Kiefer nun auch zum Titelrennen-Auftakt: Der neue Trainer des Landesligisten SV Nanz-Dietschweiler empfängt mit seinem Team am Sonntag (16 Uhr) den ASV Winnweiler. „Die sind wohl favorisiert – aber die Punkte wollen wir schon“, stellt der Coach der „Blauen“ gleich mal klar.
Klingt nach Selbstbewusstsein – und dafür wiederum gibt’s auch durchaus gute Gründe im Lager des nunmehr klassenhöchsten Klubs im Landkreis Kusel: Wie lief die Saisonvorbereitung? „Fast schon zu gut“, sieht Kiefer vorm ersten Saison-Anpfiff eher Anlass, die Euphorie-Bremse zu treten, als Grund zum Wehklagen. Letzteres fällt eigentlich komplett flach. Trainingsbesuch top, ein Kader, der breiter bestückt ist als in den zurückliegenden Spielzeiten, eine durchweg hochmotivierte Truppe: Der Ex-Oberliga-Akteur sieht zu Beginn der neuen Herausforderungen alles im Lot. 4:3 hat der SVN – nach starken Vorstellungen in den Vorbereitungsspielen – das erste Pflichtspiel gewonnen. Bei einem Bezirksligisten zwar, aber einem bärenstarken. Der VfB Reichenbach zählt zum Favoritenkreis und hat dem SVN doch zugesetzt. Gut, am Ende stand der Sieg – doch Kiefer gehen die drei Treffer gegen den Strich, die seine Elf da kassiert hat. Der vom FV Oberbexbach gekommene Lambsborner ist erklärter Verfechter des „zu Null“. Nach Angriffen rasch in die Grundposition zurück, gleich wieder sortiert stehen und konzentriert arbeiten gegen Ball und Gegner: So stellt sich Kiefer das vor. Erfreulich ist, dass für praktisch alle Positionen eine Alternativ-Besetzung da ist. Raphael Philipp alleine war als Stoßstürmer praktisch unersetzlich. Daran hat sich nicht viel geändert – doch für den Fall der Fälle bietet sich Jonas Fehrentz an. Zu Philipps Ballfertigkeit, Tempo und Schlitzohrigkeit fehlt zwar noch ein gutes Stück, der gerade den A-Junioren entwachsene Stürmer aber ist auf gutem Weg. Das gilt auch für die Torhüter: Auf der Position, die nach Kapitän Marco Heils Abgang das größte Kopfzerbrechen bereitet hat, muss der Nachfolger sofort Flagge zeigen, statt noch Bewährungsproben zu bekommen. Fürs Erste hat Joshua Purket (vom VfB Reichenbach gekommen) die Nase knapp vorn vor Robert Maddaloni. In die Startelf gespielt hat sich hingegen John-Markus Maddaloni, der mit seinem Bruder von der TSG Kaiserslautern an den Glan gekommen ist. Zuletzt zwei starke Vorstellungen auf der Außenbahn haben den Trainer überzeugt. Maddalonis Sprung in die Startelf ist auch ein Signal an die anderen jungen Spieler im Team: Die Karten sind ganz neu gemischt, bei entsprechender Leistung winkt ein Einsatz vom Anpfiff weg. Frank Kiefer hat für Sonntag in personeller Hinsicht die Qual der Wahl. Nur Abwehrmann Benjamin Wenner ist etwas lädiert, fällt wohl aus. Der Auftakt bringt gleich das Gastspiel eines „Lieblings-Gegners“: „Ich habe ja gehört, dass wir gegen Winnweiler daheim immer gut ausgesehen haben“, weiß Kiefer. Er sieht die erfahrenen, auf dem Papier klar verstärkten Gäste in der Favoritenrolle. Trotzdem soll zum Aufgalopp ein Dreier her, zumal auf eigenem Platz. (cha)