Konken
Europäischer Bauernmarkt in Konken: Das Großereignis in Bildern
Bei der zweiten Auflage des Bauernmarktes zeigt sich Konken erneut von seiner besten Seite. Die Ortsgemeinde mit rund 850 Einwohnern kann auch in diesem Jahr viele Fleißige für das Großereignis gewinnen – allein rund 300 Kuchen werden in den örtlichen Küchen gebacken. Die Konker „Stiwwel“ – so der Uzname der Dorfbevölkerung – sind allgegenwärtig, nicht nur bei Kinderspielen und in Dekorationen.
Am Samstagmittag sind es kleine Völkerwanderungen, die vom Parkplatz zum Bauernmarkt strömen. Dort angekommen, drängen sich die Besucher allerdings nicht zu arg. Sind es weniger oder liegt es an der erweiterten Marktstrecke? Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, Philipp Gruber von der Marktleitung der Kreisverwaltung gibt am Samstag nur eine grobe Schätzung von 20.000 Tagesbesuchern ab.
Zwischen Spinnrad, Schmiede und Obstpresse
Drechseln, Schmieden, Töpfern, Spinnen, Latwerge kochen, Holzverarbeitung, Keltern: An vielen der 130 Stände können Besucher Handwerke und Kreatives entdecken. Alena Letscher und Tochter Nele aus Albessen sind begeistert von den Spinnkünsten von Christa Koch. Die Woll-Freundin aus Wahnwegen fertigt aus handgefärbter Wolle nicht nur Knäuel zum Stricken, sondern webt auch dekorative Schals.
Derweil kocht Karl Klein aus Liebsthal im großen Kupferkessel Latwerge: 100 Kilo Zwetschgen wurden dafür entsteint, berichtet Steffi Körbel. Wann die ersten Gläser abgefüllt werden, ist mittags noch nicht absehbar. „Wir rühren seit 7 Uhr morgens“, erzählt Körbel. Beim Obst- und Gartenbauverein geht es indes schneller: Hier werden am Wochenende rund 500 Kilo Äpfel zu Saft gekeltert und direkt verkauft, wie Vorsitzender Volker Mai verrät. Auf der großen Wiese lässt es sich im Schatten der Bäume gut aushalten.
Am Sonntag darf der Schirm beim Rundgang nicht fehlen. Dennoch sei „für das Wetter viel los“, sagt Gruber, der auch auf trockene Phasen verweist. Wegen der Nässe auf den Äckern habe die Feuerwehr die Parksituation schon morgens optimiert.
Gesunde Ernährung im Mittelpunkt
Die Mehrzahl der Aussteller war bereits im vergangenen Jahr dabei. In diesem Jahr reiste auch wieder eine Delegation aus Frankreich an. Neu ist ein Markt der Möglichkeiten des Adipositasnetzwerks Rheinland-Pfalz. „Wir haben viele Veranstaltungen für Ärzte gemacht, an der Bevölkerung vorbei. Jetzt wollen wir zu den Leuten gehen“, sagt Günther Bergs vom Vorstand. Mit zahlreichen Teilnehmern wirbt das Netzwerk für Bewegung und gesunde Ernährung. Hier kommen unter anderem die Aktionen der Gemeindeschwester Plus mit einem Schwungtuch bestens an. Und auf einem Smoothie-Bike lassen sich locker Kalorien verbrauchen, um anschließend etwas Gesundes zu trinken.
Apropos: Leckerbissen bringen Gäste aus den Partnerregionen mit. Aus Zalaegerszeg kommen die Zuckerbäcker, die den ungarischen Baumkuchen Kürtöskalács am offenen Feuer mit einer Karamellschicht backen. Ähnlich schweißtreibend geht es am Stand der Finnen zu, wo es frischen Lachs gibt. Mit 200 Kilo Fisch sind die Gäste angereist – hungrig muss niemand nach Hause gehen.
Was das Angebot an Essen und Trinken betrifft, zeigen sich Veranstalter und Aussteller am Samstag überwiegend sehr zufrieden. Entspannt gönnt sich Jörg Neukirch, einer der sieben Köpfe im Organisationsteam, einen guten Tropfen. Sein Favorit in diesem Jahr: das Kinderparadies, wo die jungen Besucher des Bauernmarktes an mehreren Aktionen teilnehmen können. Auch der Streichelzoo mit Ziegen wird gerne besucht, ebenso wie das Maislabyrinth.
Ein dritter Bauernmarkt in Konken?
Ob es im nächsten Jahr eine dritte Auflage des Bauernmarktes in Konken gibt? Auf Nachfrage der RHEINPFALZ schließt Ortsbürgermeister Christian Gießler das zwar nicht aus, aber er winkt eher ab. „Das wäre ja so, als ob man jemanden nach einem Marathonlauf noch mal auf die Strecke schickt“, sagt er und lacht.
Auch die Besucher bewegt die Frage, wo der nächste Bauernmarkt stattfindet – mit Spekulationen, dass der Bauernmarkt in Konken der letzte gewesen sein könnte. „Hoffentlich nicht“, kommentiert eine Frau die Gerüchte. Noch stehe zwar kein Ausrichter fest, doch gebe es bereits zwei Interessenten, berichtet Philipp Gruber auf Nachfrage. Gespräche dazu stünden allerdings noch aus.