Kreis Kusel Es bleibt beim bewährten Mix

Kunst und Kultur – so lautet das Motto des Westrichkalenders 2017. Zum Schwerpunktthema erwarten die Leser Beiträge unter anderem zur Baukultur der Region, zu Musikern und Musikschulen sowie zum Kunstkreis. Zudem wird der 50. Todestag Fritz Wunderlichs im vergangenen Herbst noch einmal „nachgefeiert“.
Wegen redaktioneller Gründe etwas später als üblich, erscheint der Kalender erst Mitte Januar. Ansonsten jedoch bleibt es beim bewährten Mix aus Geschichte und Volkskunde, Menschen und Gemeinden. Zahlreiche Fotos und historische Abbildungen sowie Erzählungen und Gedichte runden den Heimatkalender mit seinen mehr als 250 Seiten ab. Personen der regionalen Musikkultur beleuchtet Volker Schlegel in seinem Beitrag. Hinter den Slogan „Kuseler Musikantenland“ blickend, stellt Schlegel zahlreiche Musiker und Lehrer vor und ordnet deren Porträts in ihren historischen Kontext ein. Kreisheimatpfleger Dieter Zenglein und Peter Blass widmen sich in einem sorgfältig recherchierten Beitrag bäuerlichen Treppengiebelhäusern im Westrich. Sie machen unter anderem Station in Aschbach, Medard, Eschenau, Rathsweiler, Niederalben, Rehweiler und Hohenöllen. Dabei gehen sie der Frage nach, ob die Giebel bloße Schmuckformen sind oder ob sie tatsächlich in Zusammenhang mit alten Strohdächern stehen, indem sie bei Feuersnot als Brandtreppen dienten, auf denen man leichter das Dach besteigen und die brennenden Strohschauben herunter zerren konnte. Bierbrauer und Bierkeller in Schönenberg haben Stefan Bauer zu einer Recherche gereizt. Seinen Bericht ergänzte er mit zahlreichen Illustrationen. Außerdem begeben sich die Autoren auf die Suche nach Spuren westpfälzischer Frauen-Persönlichkeiten. So werden Schwester Anatolia aus Kübelberg, Irmgard Dick aus Rammelsbach und die Jettenbacher Musikantenfrau Klara Kläres näher vorgestellt. Die Musikantenlandpreisträger Roland und Bernhard Vanecek und Leonard Paul schildern, wie der musikalische Boden im Musikantenland in den vergangenen Jahren „komplett neu bestellt“ wurde. Aus Ehweiler, das im vergangenen Jahr seinen 700. Geburtstag feierte, lässt Rüdiger Quaer Heinz Dick aus seinen Erinnerungen erzählen. In seinem mit hübschen Zeichnungen garnierten Bericht kommt auch Fritz Wunderlich vor. Im Jahr des Reformationsjubiläums beleuchtet der frühere evangelische Dekan von Kusel, Baldur Melchior, Franz von Sickingen und seine Zeit. Unter dem Titel „Vom Schafhirten zum deutsch-amerikanischen Ordnungshüter und Wohltäter“ berichtet Historiker Jan Fickert aus den Lebenserinnerungen des im Glantal geborenen George Bernhard. Ferner können sich Leser über die Mühlen zu Herchweiler und die Geschichte der Steinbacher Schule informieren. Nicht fehlen darf im aktuellen Band ein Nachruf auf Ernst Schworm, der im August im Alter von 86 Jahren gestorben war. Schworm hatte seit 1989 sein Wissen im Redaktionsausschuss des Westrichkalenders eingebracht. Eine autobiografische Erzählung und Limericks des Lehrers aus Niederalben schließen sich an. Info Der Westrichkalender ist zum Preis von 4,50 Euro in Buchhandlungen und bei der Kreisverwaltung in Kusel erhältlich. |suca