Albessen Erneut illegal Reifen im Wald entsorgt: Wie die Ortsgemeinde reagieren will
Insgesamt 82 Altreifen sind auf dem Waldweg abgeladen worden. Vermutlich ereignete sich die Tat am 22. Oktober, informierte Ortsbürgermeister Joachim Deckbar, der über diese „Schweinerei“ mehr als verärgert ist. Der Weg befindet sich im Westen Albessens in Richtung Herchweiler. Ein Nachbar habe den Reifen-Haufen entdeckt und ihn informiert, berichtet der Ortschef.
Es ist nicht das erste Mal, dass genau diese Stelle für illegale Ablagerungen genutzt wird: Im Dezember 2024 waren dort mehr als 50 Altreifen entsorgt worden. Schon zuvor hatten im September Umweltsünder im Wald bei Albessen rund 1,2 Tonnen Müll in der Natur verteilt. Dabei hatte es sich um Bauschutt, Waschbecken, Bretter, Schrankwände, Dreck und Grünschnitt gehandelt.
Verwaltung geht nicht von privater Entsorgung aus
Deckbar kann sich gut vorstellen, dass es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, denn die Reifen seien „auf die gleiche Art und Weise an der gleichen Stelle“ abgeladen worden. Er vermutet, dass sie mit einem Lastwagen transportiert wurden. Der Weg sei durch die Ablagerungen blockiert gewesen. Ein von der Ortsgemeinde beauftragter Arbeiter habe die Reifen aufgeladen und sie zur Entsorgung zur Firma Preis nach Konken gefahren. Dafür seien mehrere Fahrten notwendig gewesen, die Ortsgemeinde müsse für diese Arbeiten finanziell aufkommen, ärgert sich Deckbar. Die Entsorgung der Reifen finanziere dagegen der Landkreis.
Deckbar geht im Gespräch mit der RHEINPFALZ davon aus, dass die Reifen „von einer Firma professionell entsorgt“ worden seien. Er äußerte sogar einen Verdacht. Die Verbandsgemeindeverwaltung bestätigte, dass es sich hierbei offenbar „nicht um eine private Entsorgung“ handelt. Einige Reifen sind deutlich mit Namen versehen. Anhand dieser Beschriftungen erhofft sich die Ortsgemeinde nun Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Näheres zu diesen Schriftzügen wissen will oder verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich an die Ortsgemeinde, die Abfallbehörde der Kreisverwaltung oder direkt an die Polizei wenden.
Die Ortsgemeinde verurteilt die illegalen Müllablagerungen aufs Schärfste, betont Deckbar. Diese stellten nicht nur ein Umweltvergehen dar, dieses Verhalten sei eine Respektlosigkeit gegenüber allen Bürgern, die sich an die Regeln hielten. Die dadurch entstehenden Kosten hätten die Allgemeinheit zu tragen, sagt der Ortsbürgermeister mit Blick auf die zu leistenden Umlagen von Verbandsgemeinde und Landkreis.
Werden Wege künftig mit Kameras überwacht?
Da Albessen in jüngster Zeit mehrfach von illegalen Ablagerungen betroffen war, wird erwogen, solche Feldwege künftig mit Kameras auszustatten, informiert Deckbar. „Wir können dort ja nicht Streife laufen.“ Die Umweltsünder kämen zudem zu Zeiten, wo im Normalfall keine Spaziergänger und Wanderer unterwegs seien. Der Ortsbürgermeister weiß aber auch: „Das ist nicht nur unser Problem.“ In der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan habe es auch in anderen Orten solche Ablagerungen gegeben.
Das bestätigt die Verwaltung. Zuletzt waren Fälle illegaler Müllentsorgung in Altenglan und Rammelsbach registriert worden. In Erdesbach wurde eine kleine Ablagerung von Bauschutt im Wald gemeldet, zudem eine größere von Altreifen auf einem Feldweg. In Oberstaufenbach werde privater Müll regelmäßig unsortiert am Dorfgemeinschaftshaus entsorgt. Ein regelmäßiges Problem gebe es auch in Thallichtenberg: Wöchentlich werde Müll am Grünschnittplatz abgekippt, vergangene Woche sei mehr als eine Tonne im Wald entdeckt worden. In Herchweiler im Ostertal fänden sich illegale Ablagerungen regelmäßig im Bereich des Friedhofsparkplatzes und am Ruheplatz Richtung Schwarzerden, gleiches in Haschbach am Grünschnittsammelplatz und an Altkleidercontainern.