Quirnbach RHEINPFALZ Plus Artikel Energetisches Quartierskonzept für Quirnbach erstellen

Die Gemeinde Quirnbach, dahinter die Autobahn.
Die Gemeinde Quirnbach, dahinter die Autobahn.

Das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (Ifas) hatte der Ortsgemeinderat von Quirnbach Anfang des Jahres mit der Ausarbeitung eines energetischen Quartierskonzeptes beauftragt. Nun stellte Alexander Reis, Mitarbeiter im Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, das Institut vor und umriss Ziele und Vorgehensweise eines passenden Konzeptes.

Das Institut der Hochschule Trier mit Sitz am Umwelt-Campus Birkenfeld ist auch bekannt als „Null-Emissions-Campus“. Nach Aussage von Reis verfolgt der Umwelt-Campus ein in Deutschland einzigartiges ökologisches Konzept. Dabei bezog er sich auf die grundlegende Energieversorgung für den Campus, die zu 100 Prozent aus erneubaren Energien bereitgestellt werde. So werde beispielsweise Regenwasser in Mulden und Rigolen (unterirdische Pufferspeicher), aufgefangen und für Toilettenspülung, Klimaanlage sowie für Feuchtbiotope genutzt. Der Campus mit seinen über 3000 Studenten plus Mitarbeiter spare so täglich über 15.000 Liter Trinkwasser.

Für Quirnbach, das einschließlich des Ortsteils Liebsthal als Quartier von den Zuschussgebern (Kreditanstalt für Wiederaufbau 65 Prozent, Land bis zu 30 Prozent) anerkannt worden ist, werde IfaS im ersten Schritt eine Analyse erstellen. Aufgabe werde es sein, Potenziale, die im Ort, aber auch in der Region schlummern, zu heben beziehungsweise darzustellen. Konkret versuche man, Stoff-, Energie-, Abfall- und Finanzströme, aber auch Ideenströme zu managen. Reis weiter: „Damit das System hier im Land funktioniert, müssen Stoffe importiert werden. Firmen wollen produzieren, wir alle wollen es warm haben. Die Folge ist, finanzielle Mittel fließen aus der Region ab.“ Bezogen auf die Bundesrepublik nannte Reis eine Größenordnung von etwa 100 Milliarden Euro pro Jahr.

Privathaushalte dabei

Bei der Ausarbeitung eines Quartierkonzeptes würden auch private Haushalte mit einbezogen, unterstrich Reis. Weiter empfahl er, in der dreijährigen Umsetzungsphase einen „Kümmerer“ einzustellen. Auch er werde von der KfW sowie vom Land bis zu 95 Prozent finanziert. Starten will Reis mit einer „Quartiersbegehung“ im Juni. Folgen sollen mindestens drei weitere öffentliche Veranstaltungen mit unterschiedlichen Themen. Auch sollen Synergien in Verbindung mit der laufenden Dorferneuerung genutzt werden.

Ortsbürgermeisterin Steffi Körbel war von den Ausführungen Reis’ begeistert: „Ifas geht mit seinen Erfahrungen und seinem Wissen in die ganze Welt. In unserer Region registriert das eigentlich keiner, dass wir ein Institut an Bord haben, mit dem wir für unsere Region vieles bewegen könnten.“

Weitere Themen

  • Den Grundstückspreis für ein Baugrundstück „Auf Dungen, Teil C“ legte der Rat mit 25 Euro pro Quadratmeter fest. Ebenfalls einig waren sich die Gemeindevertreter, für die verkehrsmäßige Erschließung der Grundstücke zusätzlich 75 Euro zu veranschlagen. Die letztgenannten Kosten sollen als Vorausleistungen zu 90 Prozent in zwölf Monatsraten gezahlt werden können. Im Neubaugebiet „Auf Dungen“ sollen zwölf Bauplätze entstehen.
  • Die Ortsgemeinde überträgt die Aufgaben für die Aufstellung eines Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzeptes an die Verbandsgemeinde Oberes Glantal. Vorfeld dem Beschluss stellte Bürgermeister Christoph Lothschütz Teile des Konzeptes vor und betonte, dass die Verbandsgemeinde nur Vorschläge unterbreite, der Ortsgemeinderat jedoch die Entscheidungsgewalt bei etwaigen Umsetzungsmaßnahmen habe.

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