Konken Elektro-Müllfahrzeuge: Preis zieht ein erstes Fazit
„Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden“, resümiert Michael Preis die vergangenen Monate mit den beiden elektrobetriebenen Müllwagen: „Die Reichweite passt für eine Tagestour.“ Wobei, eine Einschränkung gibt’s dann doch: „Im Nordkreis könnte es jetzt im Winter stellenweise eng werden, da die Heizung in den Fahrzeugen ja ebenfalls über die Batterie läuft.“ Deshalb würden die Fahrerkabinen bei Minusgraden noch während des Ladevorgangs beheizt.
Die Beschaffung zumindest eines emissionsarmen Fahrzeugs war in der Ausschreibung der Müllabfuhr durch den Landkreis Kusel vorgeschrieben, bei der Preis erneut zum Zuge gekommen war. Die Kreisverwaltung folgt damit als Auftraggeber einer gesetzlichen Vorgabe des Bundes, der seinerseits mit dem „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“ eine EU-Richtlinie umsetzt. Öffentliche Auftraggeber, also auch Gebietskörperschaften, müssen demnach dafür sorgen, dass bis Ende kommenden Jahres zehn Prozent der schweren Nutzfahrzeuge emissionsarme oder alternative Antriebe aufweisen.
Fahrer sind gern mit den E-Lastern unterwegs
Die beiden elektrobetriebenen Kolosse bei Preis – je ein Fahrzeug von Mercedes und eins von Volvo – sind durch die großen Batterien gut zwei Tonnen schwerer als ihre Diesel-Pendants. Beim Fassungsvermögen gebe es zwar keine Unterschiede, sagt Preis, allerdings dürfen die E-Laster eine Tonne mehr laden.
Die Fahrer seien gern mit den E-Müllautos unterwegs, ergänzt Roland Preis: „Die sind wesentlich angenehmer zu fahren.“ Laut dem Seniorchef schätzen die Lader, dass die Fahrzeuge deutlich leiser sind und sie keine Abgase einatmen müssen, sollte der Wind sie ihnen sonst ins Gesicht blasen. Die beiden Unternehmer zeigen sich also rundum zufrieden mit der Anschaffung und könnten sich weitere E-Fahrzeuge für ihre Flotte vorstellen.
Autark dank Solarmodulen und Akkus
Allerdings kosten die modernen Lastwagen mit Elektroantrieb mehr als eine halbe Million Euro – und damit etwa das Dreifache eines Diesel-Fahrzeugs. Dank der Förderung konnten die beiden E-Müllautos im Frühjahr angeschafft werden. Michael Preis: „Ohne eine Förderung ist das wirtschaftlich allerdings nicht zu stemmen. Die fahren ja auch nicht mehr Müll weg als ein Diesel.“
Trotzdem hat Preis – im Wortsinne – vorgebaut und auf dem Betriebshof Leerrohre verlegt, um zügig weitere Ladepunkte installieren zu können. Derzeit laden die beiden Fahrzeuge ihre Stromspeicher über Nacht auf, gut sechs Stunden dauert der Vorgang. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten außerdem Photovoltaikanlagen auf die Dächer seines Betriebshofs in Konken montieren lassen, im Januar sollen große Akkus folgen. „Wir wollen mit den E-Fahrzeugen damit von März bis Oktober autark sein.“