Tischtennis
Ein junger Börsborner entdeckt seine Leidenschaft für den Pingpongball
Seine Leidenschaft für die kleine weiße Plastikkugel begann für Finn Sukrow in Spanien. Ibiza hieß das Urlaubsziel des mittlerweile Neunjährigen aus Börsborn. Was sich daraus entwickeln würde, hatte damals noch niemand ahnen können. Doch bald kann der junge Tischtennisspieler sein Talent beim Bundesfinale der Mini-Meisterschaften in Hannover zeigen.
„Wir waren im Hotel so lange an der Platte, dass andere gesagt haben, sie würden jetzt auch gerne mal spielen“, erzählt Thomas Sukrow, der Vater des jungen Tischtennistalents. Eine angeschaffte Outdoorplatte wurde dann ins hauseigene Wohnzimmer verfrachtet. „Es wird sogar vor der Schule noch ein Spiel gemacht. Nach der Schule geht es dann weiter“, sagt Sukrow über die Begeisterung seines Sohnes. Gegner sind dann zumeist sein elfjähriger Bruder Ben oder eben Vater Thomas.
Zu Weihnachten einen Tischtennisschläger
„Er spielt wirklich jeden Tag. Zu Weihnachten hat er einen Tischtennisschläger bekommen. Dann war er Feuer und Flamme. Momentan gibt es für ihn nur Tischtennis“, sagt der Börsborner, der seinen beiden Söhnen auch ein gewisses Talent im fußballerischen Bereich zuspricht, ohne dass diese in einem Verein gespielt hätten.
Aus der Urlaubsleidenschaft wurde dann bald mehr. Finn Sukrow spielte nun im Verein, fand beim TTC Brücken seine sportliche Heimat. Woher das Tischtennis-Gen kommt? Am ehesten noch von seinem Vater. „Ich habe früher in Nanzdietschweiler Tischtennis gespielt, wohl aber mit weit weniger Talent als Finn“, sagt Thomas Sukrow.
Finn Sukrow spielt beim Bundesfinale
Am 1. September des vergangenen Jahres startete bundesweit die Saison der Mini-Meisterschaften. Seit dem Jahr 1983 ist es bereits die 43. Saison für die Tischtennis-Abc-Schützen. Mehr als 1,5 Millionen Teilnehmer hatte die Aktion des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) in all den Jahren und ist damit die größte Nachwuchswerbeaktion im deutschen Sport. Bis zum zwölften Lebensjahr dürfen die Kinder an den Meisterschaften teilnehmen. Dabei geht es auch darum, sich für das Bundesfinale zu qualifizieren, aber auch die Kinder an die Tischtennisvereine zu binden. Nach den Ortsentscheiden folgt in aller Regel der Verbandsentscheid, der beim Pfälzischen Tischtennisverband in diesem Jahr in Herxheim ausgetragen wurde. Bei diesem geht es dann darum, sich für das Bundesfinale der 36 besten Spieler zu qualifizieren. Eben das gelang auch Finn Sukrow. Er gewann die Altersklasse der U8 und qualifizierte sich für das Superfinale. Im Superfinale spielte er gegen Lio Scherrer, den U10-Sieger, und qualifizierte sich für das Bundesfinale in Niedersachsen.
Einladung zum Kadertraining
Das Talent von Finn Sukrow, der mit 1,53 Meter für sein Alter bereits groß gewachsen ist, wurde bereits entdeckt. Trainiert wird er nämlich beim TTC Brücken von verschiedenen Trainern. „Sein Stellungsspiel ist das, was er am meisten üben muss. Da steht er sich oft noch selbst im Weg“, zeigt Thomas Sukrow auf, wo er noch die größte Baustelle bei seinem Sohn sieht. Von Verbandsjugendwart Rainer Korb wurde er bereits zu einem Kadertraining in Kaiserslautern eingeladen, spielt dort in der Halle der TSG Kaiserslautern, der Heimat des gerade in die Zweite Bundesliga aufgestiegenen Herrenteams.
Familie Sukrow reist nach Hannover
„Für die kurze Zeit, in der er spielt, hat er schon viel Potenzial. Es ist aber schwer zu sagen, wie weit ihn das bringen kann. In Brücken gibt es sehr viele Talente“, erzählt Sukrow. Ab 14. Juni werden die Sukrows dann von Börsborn nach Hannover fahren, um zu schauen, wie weit Finn Sukrow es im Bundesfinale bringen kann. „Dass er so durchstartet, nachdem er einen neuen Tischtennisschläger bekommen hat, hätten wir nicht gedacht“, reibt sich Thomas Sukrow noch immer verwundert die Augen und freut sich wie sein Sohn auch auf die bald stattfindenden Meisterschaften.