Brücken RHEINPFALZ Plus Artikel Ein bisschen Krieg spielen – „Lasertag“ im Freien

Johann Stumpf vor seinem Waffenarsenal für das Lasertag-Spiel im Freien.
Johann Stumpf vor seinem Waffenarsenal für das Lasertag-Spiel im Freien.

Das Spiel „Lasertag“ kennen viele – wenn überhaupt – nur als Indoor-Sportart. Das will Johann Stumpf ändern. Er eröffnet in Brücken eine Outdoor-Lasertag-Arena. In seinem „Game of Heroes“ sind Taktik, Kreativität und Teamwork gefragt.

„Es ist wie ein Ego-Shooter am Computer – nur eben unter realistischen Bedingungen“, beschreibt Johann Stumpf, der künftig das „Game of Heroes“ in Brücken anbieten wird, das Konzept seines Outdoor-Lasertag-Spiels. Ein bisschen Krieg also für Actionhungrige. Zwar mit realitätsnahen Waffen, aber ohne Tote und Verletzte.

Lasertag wird meist nur in Hallen angeboten. Dabei geht es darum, mit sogenannten Phasern, die Infrarotstrahlen senden, Sensoren an der Weste des Gegners zu treffen. Die dabei zum Einsatz kommenden Waffen waren Stumpf aber nicht realistisch genug. „Die Technik, die wir verwenden, ist ganz neu und wurde von den Russen und Amerikanern zum Training für Spezialeinheiten entwickelt“, weiß Stumpf. Dementsprechend realistisch könne man sich die Ausrüstung vorstellen. Je nach Waffe beträgt die Reichweite bis zu 500 Meter – mit Rückstoß und virtuellem Magazin, das nachgeladen werden muss.

Betrügen unmöglich

Vor rund vier Jahren habe er die neuen Lasertag-Waffen erstmals in einer Vorführung in Berlin gesehen. Seitdem sei die Idee gereift, die Sportart in den Kreis Kusel zu bringen. Die Technik sei so neu, dass man in Deutschland bislang nur in Hamburg und Berlin ein ähnliches Angebot finde, sagt Stumpf.

Man kann sich das Outdoor-Lasertag so ein wenig wie Paintball vorstellen – allerdings ohne fliegende Farbkugeln. Stumpf ist selbst begeisterter Paintball-Spieler, hat sich aber oft geärgert. „Ich habe mich immer über Spieler aufgeregt, die betrügen“, sagt er. „Die haben sich die Farbe dann einfach abgewischt und weitergespielt – das geht bei uns nicht – wenn man ausgeschaltet wurde, blinkt die Ausrüstung wie ein Weihnachtsbaum und die Waffe funktioniert nicht mehr“, sagt der Betreiber mit einem Schmunzeln.

Und es gibt, neben den offensichtlichen Unterschieden, noch einen weiteren Faktor, den es zu beachten gelte: „Man muss mit unseren Waffen wesentlich genauer zielen“, sagt Stumpf. Sensoren an der Ausrüstung registrieren die Treffer – nicht jeder Treffer führt allerdings automatisch zum Aus für den Spieler.

„Wir spielen in unterschiedlichen Waffenklassen, vom Scharfschützen bis zum Soldaten, der zusätzlich mit einem Schild ausgerüstet ist. Je nach Klasse verfügt der Spieler über stärkere oder schwächere Panzerung und kann dementsprechend mehr oder weniger Treffer aushalten, bis er ausgeschaltet ist“, erklärt Stumpf.

Mehrere Spielvarianten

Je nach Spielvariante ist selbst dann noch nicht Schluss. „Ähnlich wie bei einem Computerspiel kann der Spieler dann zurück zur Basis und sich ,ein neues Leben’ holen. Danach spielt er einfach weiter“, erklärt Stumpf. Man könne sich ganz offiziell wiederbeleben.

Zur Auswahl stehen derzeit drei Spielvarianten: Bei einem „Death Match“ versuchen die Teams, alle gegnerischen Spieler auszuschalten. Bei der Variante „Flagge erobern“ geht es darum, eine oder mehrere Flaggen in seinen Besitz zu bringen und eine bestimmte Zeit zu halten. Und in der Variante „Gebäude halten“ versteckt sich ein Team darin in der Mitte des Spielfelds. Die Gegner versuchen, das Gebäude zu stürmen. Ziel ist es, das Gebäude so lange wie möglich zu halten.

Das Areal, auf dem gespielt wird, ist rund 5000 Quadratmeter groß. „Eigentlich sogar 15.000 Quadratmeter. Mir fehlen aber noch die Genehmigungen, das Spielfeld noch weiter auszudehnen. Vielleicht bekommen wir die aber auch noch“, hofft der Betreiber. Eigentlich wollte Stumpf sein Gelände schon Ende 2020 für Spieler öffnen, doch die Corona-Beschränkungen haben das bislang verhindert. „Jetzt dürfen wir aber endlich loslegen“, freut sich der Betreiber. Der Platz werde üblicherweise immer für drei Stunden vermietet – Betreuung selbstverständlich inklusive. Termine sind nach Absprache die ganze Woche über möglich.

Info

Alle Informationen zum Spiel und Terminvergabe im Internet unter www.game-of-heroes.de

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