Schönenberg-Kübelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Duelle an der IGS: Politiker stellen sich bei RHEINPFALZ-Veranstaltung Schülerfragen

Zum guten Schluss noch ein Präsent: Landtagswahl-Kandidaten und Schüler der IGS Schönenberg-Kübelberg in der Aula.
Zum guten Schluss noch ein Präsent: Landtagswahl-Kandidaten und Schüler der IGS Schönenberg-Kübelberg in der Aula.

Es kommt selten vor, dass Politiker Schülern Rede und Antwort stehen müssen. In Schönenberg-Kübelberg war das kürzlich der Fall. Bei einer RHEINPFALZ-Veranstaltung an der IGS.

Etwa 40 Schüler aus Klassenstufe 13 der Integrierten Gesamtschule (IGS) Schönenberg-Kübelberg/Waldmohr haben sich an einem Donnerstagmorgen Anfang Februar in der Aula der Schule eingefunden. In den ersten Reihen sitzen die acht Landtagskandidaten für den Wahlkreis Kusel. Am 22. März wird in Rheinland-Pfalz gewählt – und heute sollen sie den Jugendlichen Rede und Antwort stehen. Gemeinsam mit der IGS hat die RHEINPFALZ Kandidatenduelle geplant, um den Erstwählern Einblicke in die Pläne und Positionen der Politiker zu gewähren. Um kurz nach neun begrüßt Schulleiter Michael Schlemmer alle Anwesenden, die schon im Flüsterton erste Eindrücke austauschen. „Wenn man mehr über Politik erfahren möchte, geht das am besten, wenn man direkt mit den Leuten redet“, sagt Schlemmer zum Publikum. „Deshalb haben wir Fragen zu vier verschiedenen Themenfeldern vorbereitet. Ich wünsche gutes Gelingen.“

Klar, dass die Rededuelle aufgezeichnet wurden – wie das zwischen Andreas Hartenfels (BSW) und Katja Daish (Grüne).
Klar, dass die Rededuelle aufgezeichnet wurden – wie das zwischen Andreas Hartenfels (BSW) und Katja Daish (Grüne).
Reizvolles Duell: Otto Rubly (CDU) versus Catalina Monzon (AfD).
Reizvolles Duell: Otto Rubly (CDU) versus Catalina Monzon (AfD).
Ebenfalls nicht ohne: Schlagabtausch zwischen Helge Schwab (Freie Wähler, links) und Oliver Kusch (SPD).
Ebenfalls nicht ohne: Schlagabtausch zwischen Helge Schwab (Freie Wähler, links) und Oliver Kusch (SPD).
Sahen sich ebenfalls mit Fragen konfrontiert: Tonit Haliti (FDP, links) und Sebastian Demmel (Linke).
Sahen sich ebenfalls mit Fragen konfrontiert: Tonit Haliti (FDP, links) und Sebastian Demmel (Linke).
Die Duelle wurden gefilmt.
Die Duelle wurden gefilmt.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor mit Wahlprogrammen beschäftigt sowie Social-Media-Kanäle und Internetauftritte de
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor mit Wahlprogrammen beschäftigt sowie Social-Media-Kanäle und Internetauftritte der Kandidaten begutachtet.

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Jeder Raum hat ein eigenes Thema

Emelie Ehrgott, Mitglied der Schülervertretung, richtet ebenfalls ein paar Worte an ihre Mitschüler und die Landtagskandidaten. Sie führt in den Ablauf des Vormittags sowie der Duelle ein, die auf je 15 Minuten angesetzt sind. Im Anschluss an jede Diskussion soll es kleine Pause geben, die es den Politikern erlauben, zu verschnaufen. Dann wird der Raum gewechselt.

In jedem Raum haben die Fragen einen inhaltlichen Schwerpunkt: Von Bildungspolitik, Jugend und Chancengerechtigkeit geht es zu Gesundheit, Pflege und soziale Sicherheit; darauf folgen die Bereiche Infrastruktur, Mobilität und digitale Zukunft sowie Innere Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt. „In der Politik geht es um unsere Zukunft – es wird viel über uns, aber nicht mit uns geredet“, beendet Ehrgott ihre Ansprache. „Heute besteht die Chance dazu.“

Über die Paarungen entscheidet der Zufall

Bevor es zum politischen Schlagabtausch kommt, geben die Kandidaten Helge Schwab (Freie Wähler), Otto Rubly (CDU), Catalina Monzon (AfD), Oliver Kusch (SPD), Andreas Hartenfels (BSW), Tonit Haliti (FDP), Sebastian Demmel (Die Linke) und Katja Daish (Grüne) kurze Einblicke in ihre doch sehr unterschiedlichen politischen Laufbahnen und verraten zum Teil auch ein bisschen was aus ihrem Privatleben.

Noch in der Aula wird ausgelost, wer sich in den folgenden Duellen misst: Die Kandidaten dürfen kleine orangefarbene Kugeln ziehen, die jeweils einen Zettel mit einem der vier Themengebiete beinhalten. Auf diese Weise finden die Paarungen Kusch/Schwab, Monzon/Rubly, Demmel/Haliti und Daish/Hartenfels schnell zusammen, die nach einem schnellen Ortswechsel zwei Stockwerke obendrüber ihre jeweiligen „Arenen“ – extra dafür hergerichtete Klassensäle – betreten dürfen. An den Türen hängen Schilder mit den Themengebieten. Sie dienen als Wegweiser.

Lehrerin spürt kein „Motivationsloch“

Die Schülerinnen und Schüler haben einiges an Vorarbeit geleistet – und gemeinsam mit ihren Lehrkräften einen Fragenkatalog für die Landtagskandidaten erstellt, der auf allgemeine Informationen, Inhalte des Wahlprogramms und die persönliche Haltung der Politiker abzielt. „Wir haben uns für ein partizipatives Format entschieden und schnell gemerkt, dass die Schüler richtig Lust darauf haben“, sagt Lehrerin Julia Amberg. Erfahrungsgemäß herrsche nach den schriftlichen Abiturprüfungen ein kleines Motivationsloch. „Das war hier aber nicht der Fall“, sagt Amberg. „Die Schüler haben auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Wahlprogramme durchforstet und Fragen zusammengetragen.“ Das Ganze sei dann „tiefgreifend recherchiert und weiterentwickelt“ worden.

Dem Endprodukt dieser Recherche stellen sich die Kandidaten über zwei Stunden. In den schülermoderierten Gesprächen kommt es auch zu der ein oder anderen inhaltlichen Auseinandersetzung, die schlussendlich meist mit der Aussage „Das hat aber Spaß gemacht“ quittiert wird. Die Schüler stellen kritische Rückfragen, diskutieren selbst mit und achten stets darauf, dass die Redezeit der Landtagskandidaten nicht ausufert. „Wir haben die Schülerinnen und Schüler vorab animiert, nachzubohren, sollte etwas unklar oder zu oberflächlich beantwortet sein“, erklärt Amberg.

Die Viertelstunde ist zu kurz ...

Das Interesse der jungen Leute reicht jedenfalls über die 15-minütigen Diskussionsrunden hinaus. Und so bleibt der ein oder andere Kandidat auch noch nach dem Duell kurz im Klassensaal, um Gedankengänge weiter auszuführen und mit den Jugendlichen zu besprechen. Am Ende der Veranstaltung herrscht eine seltene Einigkeit unter den Befragten – zumindest was das Konzept der Veranstaltung betrifft: Das finden alle gut. Die Politiker freuen sich über das Interesse der Jugend an politischen Themen.

Nach Ende aller Duelle macht die RHEINPFALZ eine kurze Abfrage bei einer Gruppe aus Schülerinnen, die den Vormittag „schon aufschlussreich“ fanden, wie sie sagen. „Oft sind aber auch die Probleme wiederholt und keine konkreten Lösungen genannt worden“, resümiert etwa Lilli Burkey. Johanna Heß und Freya Kunz sagen auf die Frage, ob die Veranstaltung sie in ihrer Wahlentscheidung beeinflusst habe: „Die Impulse waren auf jeden Fall gut.“ Es sei aber kein politischer Vertreter dabei gewesen, der sie so richtig überzeugt habe. Schüler Batu Bozhüyük spricht bei der großen Fazitrunde in der Aula den Kandidierenden seinen Respekt aus – und sagt zum Abschluss: „Wir hoffen, dass ihr euch für uns einsetzt.“

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