Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Doku Namaste Himalaya: Berührende Vorpremiere

Filmszene: Mädchen aus dem Dorf bringen Michael Moritz aus Steinwenden nepalesisch bei.
Filmszene: Mädchen aus dem Dorf bringen Michael Moritz aus Steinwenden nepalesisch bei.

„Namaste Himalaya“ sprengte bei der Vorpremiere im Ramsteiner Broadway Kino den Saal. Mehr als 600 Besucher wollten den Film über ein fernes Land und ein bekanntes Virus sehen.

„Namaste Himalaya“: Das ist die Geschichte einer Reise von zwei Liebenden, die ihren Anfang auf dem Jakobsweg nimmt, sich bis in die Transsibirische Eisenbahn in Russland fortsetzt und abrupt in einem kleinen Bergdorf in Nepal endet. Das Coronavirus greift um sich. Im Film tauchen Gesichter mit Masken auf, die Bilder malen absolute Leere, dort wo gerade noch das Leben pulsierte, auch das Leben vieler Touristen.

Die Filmemacher Anna Baranowski und Michael Moritz, für die das Zuhause bislang an ein Gefühl gebunden war, sitzen plötzlich fest mit dem Gefühl, das sich Angst nennt. Die Landschaftsbilder sind beeindruckend, auch wenn die Kamera klein und die Technik nicht vom höchsten Standard geprägt ist. Musik, die Stimmungen trägt, untermalt die Szenerie. Kühe queren die Aufnahmen und auch der ruhige Puls einer gefilmten Kröte verfehlt die Wirkung nicht.

Plötzlich wechselt die Perspektive

Darum geht es aber irgendwie gar nicht. Plötzlich nicht mehr. Sicher der Himalaya ist noch immer der Himalaya, aber die Wende heißt Corona. Sie gibt den folgenden Kameraaufnahmen eine völlig andere Richtung. Die beiden Gestrandeten, Anna, eine Kamerafrau aus Leipzig, und Michael, ein Weltenbummler aus Steinwenden, waren eigentlich unterwegs, um hinter jedem Hügel etwas Neues zu entdecken. Nun schauen und hören sie, gezwungenermaßen, genauer auf die Menschen vor Ort. Und sie lauschen in sich selbst hinein.

Die Menschen in Nepal, sie sind von Hunger bedroht, erleben Tod durch den Monsun und sind doch irgendwie voller Liebe und Freude, nehmen das Leben, wie es nun mal kommt. Die beiden Deutschen, für die das Leben bislang durch den Vorwärtsgang geprägt war, werden Teil der Schicksalsgemeinschaft im fernen Nepal. Eine andere Welt öffnet sich. Dieser tief gehende Prozess lässt sich in den Kameraeinstellungen miterleben. Die Bilder sind nicht mehr so geprägt vom Wechsel der Landschaft, es sind die Nepalesen, die Einwohner eines kleinen Dorfes, die nun in den Fokus rücken und die Leinwand füllen. Sie erzählen von ihrem Leben und zeigen, wie wenig es doch braucht, um abends zufrieden schlafen zu gehen.

Das Licht geht an und es herrscht Stille

Nach gut 90 Minuten geht das Licht im Kinosaal wieder an, der Abspann ist vorbei und es herrscht Stille. Keiner steht auf, kein letztes Popcorn wird gegessen. Der Film wirkt nach.

Michael Moritz und Anna Baranowski waren bei der Vorpremiere mitsamt ihrer kleinen Tochter Anouk Fjella in Ramstein dabei. Michael Moritz war sichtlich berührt, in seiner alten Heimat ihren Film im vollen Kinosaal zeigen zu dürfen. Sie werden auch in anderen Kinos, auch in Großstädten wie München, vor Ort dabei sein.

Info

Mehr zum Dokumentarfilm „Namaste Himalaya – Wie ein Dorf in Nepal uns die Welt öffnete“ unter www.mindjazz-pictures.de

Vorführung im Ramsteiner Broadway Kino am Sonntag, 14. August, 16.15 Uhr.

Stillstand im Himalaya: Die Pandemie befördert die innere Reise.
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Die Filmemacherin beim Frühlingsfest Holi kurz vor Ausbruch der Pandemie.
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