Breitenbach
Disput wegen des TuS-Kunstrasens: Bäume fällen oder Sträucher pflanzen?
Der wunderschön gelegene Sportplatz „Am Mühlenwald“ des TuS Breitenbach bekam 2013 einen Kunstrasenplatz. Und damit fangen in jedem Herbst, wenn die Blätter fallen, die Probleme an. Das Laub muss nämlich möglichst schnell vom Spielfeld entfernt werden, weil kleinste Pflanzenreste die Kunststoffstruktur angreifen.
Sieben dicke Eichen an der Westseite des Sportplatzes, vis-à-vis des Sportheimes, sollen verantwortlich für das Laub sein. Der TuS fordert seit Jahren, dass die Gemeinde sie fällen lässt. Der Ortsgemeinderat hat Anfang Februar entschieden, sie stehenzulassen. Stattdessen sollen zwischen die Eichen zusätzliche Kleinstbäume und Sträucher gepflanzt werden, um den Laubflug bei Windeinfall einzudämmen.
TuS-Mitglieder sauer
Beim TuS löst diese Entscheidung bei vielen Mitgliedern Kopfschütteln aus. „Es geht doch nicht nur um den Spielbetrieb, sondern auch um die Kinder, die hier ihre Freizeit verbringen und nicht auf den Platz dürfen“, sagt zum Beispiel Vorstandsmitglied Sabine Kollitz. Aus Willkür werde hier ehrenamtliches Engagement behindert.
„Das ist ja wohl ein schlechter Witz“, sagt Michael Romba, bis 2020 Vorsitzender des Vereins und nach wie vor als Ausschussmitglied rührig. Er werde den Verdacht nicht los, dass es andere Gründe gebe, warum Ortsbürgermeister Johannes Roth dem Wunsch nicht entsprechen wolle. Das sechsköpfige Platzwartteam habe die Nase voll vom täglichen Laubkehren und springe zunehmend ab. Es sei für ihn unverständlich, wie eine Ortsgemeinde ihren Verein so im Stich lassen könne. Da müsse sich keiner wundern, wenn auch der Verein seine Zusammenarbeit mit der Gemeinde hinterfrage.
„Seit dem Bürgerentscheid zerstritten“
Unterstützung bekommt er von seinem Vorgänger als Vorsitzender: Thomas Hüther. Der sieht einen Zusammenhang mit dem Bürgerentscheid zur Waldbewirtschaftung. Eine Bürgerinitiative hatte im Vorjahr per Volksabstimmung verhindert, dass der Breitenbacher Wald wie von Bürgermeister Johannes Roth gewollt, künftig durch das Privatunternehmen Schmitz bewirtschaftet wird. Seitdem sei der Ortsgemeinderat total zerstritten und nicht mehr in der Lage, sachgerechte Entscheidungen zu treffen. meint Hüther.
Mehrere Vereinsmitglieder berichten der RHEINPFALZ, dass Johannes Roth im Vorfeld des Bürgerentscheides den Mitgliedern versprochen haben soll, dass die Firma Schmitz die Bäume fälle, sollte sie den Zuschlag erhalten. Darauf angesprochen, erhebt der Bürgermeister den Vorwurf der üblen Nachrede. „Ich habe gesagt, dass ich mich auf dem kleinen Dienstweg dafür stark machen werde, dass die Bäume gefällt werden, egal ob Landesforst oder Schmitz dann zuständig ist“, sagt Roth: „Da der Verein aber nicht warten wollte und einen offiziellen Antrag auf Fällung stellte, hatte ich keinen großen Einfluss mehr und musste das Thema im Rat abstimmen lassen.“
Die Sträucher-Lösung
Roth findet die Lösung mit den Sträuchern gut. Schließlich handele es sich um ein Waldstadion. Da müsse jede Baumfällung ganz sorgfältig geprüft werden. Im Übrigen habe er sich nur auf die Empfehlung des zuständigen Försters Werner Schramm verlassen. Der habe erklärt, dass das Laub auch von weiter entfernt her komme und eine Fällung der sieben Eichen das Problem nicht löse. „Deshalb forsten wir erstmal auf, damit der Wind weniger durchbläst“, erklärt Roth. Den Bürgermeister wundern die Gerüchte um angebliche Aussagen von ihm nicht: „Ich habe seit dem Bürgerentscheid meine Feinde im Ort, und ich kenne sie auch.“
Gabi Kleinhempel, die Leiterin des Forstamtes Kusel, bestätigt, dass der Verein für seinen Sportplatz aufgrund der Lage immer mit Laub durch den Windeintrag rechnen müsse. Sie verstehe aber auch den Wunsch der Sportler und würde ihnen gerne helfen. „Diese Bäume kann man fällen, muss es aber nicht“, sagt die Försterin. Die Verkehrssicherheit sei gegeben, deshalb könne sie nicht von selbst aktiv werden. „Das ist die alleinige Entscheidung des Waldeigentümers. Wenn die Gemeinde zustimmt, fällen wir die Bäume.“ Der Forst sei auch bereit, die Kosten dafür zu übernehmen.
Am Dienstag hat Thomas Hüther nach einer Platzbesichtigung wieder den Laubbläser geholt. Nur noch drei Mann von dem bisherigen Platzteam seien derzeit bereit, sich zu engagieren. Manfred Schneider hat damit aufgehört. „Ich bin amtsmüde. Das ich kürzer trete, hängt nicht nur, aber auch mit den Laubproblemen zusammen“, berichtet er auf Nachfrage. Ihm tue es einfach leid um die Kinder und Jugendlichen, wenn sich die Ortsgemeinde nicht endlich bewege.
