Kusel
Die Linke ist mit Stefan Hoffmann mal wieder im Kreistag vertreten
Da ist zum einen das umständliche Prozedere der Linken an sich. Fast ein Jahr hat sie gebraucht, um für ihren früheren Kreisvorsitzenden Oliver Naudsch einen Nachfolger für ihr einziges Kreistagsmitglied zu benennen. Die eigentlich dafür laut Wahlergebnis vorgesehene Alina Jurk kam zu zwei Sitzungen nicht, in denen sie hätte verpflichtet werden sollen. Irgendwann wurde dann über Umwege bekannt, dass sie schon vor Monaten auch Naudschs Nachfolge als Kreisvorsitzende wieder hingeworfen hat.
Der laut Wahlergebnis Dritte, Manfred Rosin, ist inzwischen aus dem Kreis verzogen und darf nicht. Die nächste mögliche Nachrückerin, Anja Christoffel-Prüm, winkte ebenfalls ab. Also kam nun Hoffmann mit den fünftmeisten Stimmen der Linken-Kandidaten zum Zuge.
Da ist aber vor allem die Verwandtschaft des Stefan Hoffmann. Der Bruder heißt Patrick, war mal Kreisvorsitzender der Linken, kurz darauf Kreisvorsitzender der AfD und hat sich 2016 kreisweit einen wenig schmeichelhaften Namen als pöbelnder Landtagskandidat der Rechten gemacht.
Ein Nicht-Mandat
Kaum war der Wahlkampf rum, entledigte sich sogar die AfD ihres untragbaren Kreisvorsitzenden, der doch so gerne Berufspolitiker geworden wäre, nachdem er schon viele Jahre nicht mehr arbeitet. Inzwischen ist Patrick Hoffmann gänzlich bedeutungslos geworden. Sein Account auf Facebook, mit dem er ungeniert Lügen verbreitet und Menschen kreuz und quer beleidigt hat, ist nach diversen Sperrungen wegen seines Auftretens mittlerweile verschwunden. Zuweilen wird ihm seit einigen Monaten glaubhaft ein Fake-Account zugeschrieben, mit dem er seine traurige Tradition des Pöbelns fortsetzt.
Patrick Hoffmann war auch Kreistagsmitglied von 2014 bis 2019. Eingezogen für die Linke. Das Mandat gab er selbst dann nicht auf, als er offenkundig problemlos von ganz links nach ganz rechts wechselte. Gesehen ward er im Gremium allerdings nur zweimal in fünf Jahren. Sein Fehlen sei stets krankheitsbedingt gewesen, wie er auch in jenen Zeiten verlautete, in denen er noch fröhlich Wahlplakate für sich klebte.
Kein Kontakt der Brüder
Nun also ist sein älterer Bruder Stefan im Kreistag. Über die Linke. Bei der blieb er, schon damals Ratsmitglied in der Verbandsgemeinde Altenglan, als sein Brüderchen den Sprung nach rechts vollführte. Und er legt ganz großen Wert auf die Feststellung, dass er mit dem Junior nichts, aber auch gar nichts gemein habe. Dass es keinen Kontakt mit diesem gebe – von zeitweiligen Strafanzeigen abgesehen. Und dass er natürlich sein Mandat vom Wähler ernst nehme.
Kein Wunder also, dass nicht wenige am Montag witzelten, nun gebe es endlich mal einen Hoffmann, der im Kreistag auch zu sehen sei.