Kreis Kusel
Deutsch-französische Freundschaft: Bürger aus Partnergemeinden rege auf Besuchstour
Schöne Erlebnisse, allerlei Eindrücke und mannigfaltige Zeugnisse der vielgepriesenen französischen Gastfreundschaft: All dies haben an den vergangenen Wochenenden Bürger aus mehreren Ecken des Kreises Kusel erfahren dürfen. Die Pfälzer haben bei persönlichen Begegnungen die bestehenden Partnerschaften hochleben lassen. Drei Reisegruppen waren in Burgund und bei Paris zu Gast, während in Waldmohr französischen Freunden ein herzliches Willkommen galt.
Brücken bauen zwischen Bürgern beider Länder: Bei diesem Unterfangen, das sich auf den historisch bahnbrechenden Élysée-Vertrag gründet, sind vor mehr als 60 Jahren schon die ersten Fundamente gelegt worden. Inzwischen tragen feste Pfeiler Brücken zwischen Gemeinden und Städten hier wie dort – und verbinden gleichsam die Menschen zweier einst lange Zeit verfeindeter europäischer Nachbarländer. Dass in Zeiten von Krieg und Krisen die Pflege der französisch-deutschen Beziehungen bedeutender denn je sei, ist im Oktober bei gleich vier deutsch-französischen Begegnungen immer wieder betont worden. Gruppen aus Lauterecken, Altenglan und Kusel waren in den jeweiligen Partnerstädten zu Gast, die Stadt Waldmohr hat eine Delegation aus ihrer Partnergemeinde Is-sur-Tille empfangen. Bei zweien der Treffen gab es noch einen ganz besonderen Grund zum Feiern.
Denn die „Jumelage“ – die Städtepartnerschaft – zwischen Lauterecken und Sombernon ist just in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Die Verbindung zwischen Waldmohr und dem ebenfalls nahe der Großstadt Dijon gelegenen Is-sur-Tille ist vergleichsweise jung und ist vor 20 Jahren offiziell gegründet worden. In Lauterecken ist der „runde Geburtstag“ bereits zu Pfingsten groß gefeiert worden. Mehr als 60 Gäste aus Frankreich waren dabei. Rund 40 „Veldenzer“ sind nun um den Oktoberfeiertag zum Gegenbesuch aufgebrochen – und mit schönen Erinnerungen an ein ereignisreiches langes Wochenende wieder heimgekehrt.
In Sombernon wurde eine Bronzetafel zur Erinnerung an das Jubiläum enthüllt, die ins Trottoir eingelassen ist. Auf Wunsch der Franzosen haben Sombernons Bürgermeister Michel Roignot und seine Lauterecker Amtskollegin Isabel Steinhauer-Theis eine „Charta“ zur Erneuerung der Partnerschaft unterzeichnet. Ein Konzert in der Kirche haben neben dem französischen Chor Echo de Veluze der eigens dafür zusammengestellte Gastchor Crossover unter der Leitung von Hans-Joachim Müller sowie ein Trio um Dietmar Warkus mitgestaltet. Ein Galaabend krönte den Austausch, bei dem übrigens alle Teilnehmer privat in Gastfamilien betreut wurden.
Ein halbes Jahrhundert währt auch bereits die älteste der drei Städtepartnerschaften, die die Kreisstadt pflegt: Kusel ist sogar schon ein Jahr länger, seit 51 Jahren, mit Toucy verbunden, einem Städtchen, das ebenfalls in der rheinland-pfälzischen Partnerregion Burgund zu finden ist. Inzwischen nennt sich die Großregion Bourgogne-Franche-Comté. Seit Anbeginn gibt’s Besuche im jährlichen Turnus – mal hier, mal dort. Jetzt waren die Kuseler mal wieder in Toucy, angeführt vom neuen Bürgermeister Martin Heß und begleitet von Kuseline Mariana Varejão Pinheiro.
Anders als Lauterecker und Kuseler Frankreich-Liebhaber, durften Stützen der Waldmohrer Partnerschaft zu Hause bleiben und sich auf französische Gäste freuen. An das gemeinsame Wochenende wird künftig ein besonderes Zeichen erinnern, das beim Freundschaftstreffen gesetzt wurde: Die neue Stadtbürgermeisterin Charlotte Jentsch und ihr Amtskollege Thierry Darphin pflanzten am Marktplatz eine Rose. Die heißt „La Belle Issoise“ (die Schöne aus Is), trägt weiß-roséfarbene Blütenblätter und ist eigens zum 20. Jumelage-Jubiläum in Is-sur-Tille gezüchtet worden.
Auf Reisen waren auch Bürger aus Altenglan und Orten der Umgebung, die in der Partnergemeinde Croissy-sur-Seine auf der Ile de France zu Gast waren. Einem Abstecher nach Versailles folgte am Abend eine Weinprobe, am Sonntag schloss sich ein Besuch der Messe in der Kirche zu Croissy an. Dabei wurde dem früheren Altenglaner Pfarrer Armand Großmann die Ehre zuteil, die Predigt zu halten – selbstverständlich auf Französisch.