Kreis Kusel „Das ist Musik aus der Seele“

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Keine elektrischen Hilfsmittel, keine Soundeffekte, sondern leise Töne stehen bei der Tour „Janz höösch“ der Höhner (hochdeutsch: die Hühner) im Vordergrund. Die Kultband aus Köln spielte am Samstag in der Fitz-Wunderlich-Halle und präsentierten dem Publikum alte Lieder aus der Bandgeschichte sowie aktuelle Songs – alle in einem neuen, ruhigeren Gewand. Die Gäste in der proppenvollen Fritz-Wunderlich-Halle waren vom ersten Ton an hellauf begeistert.

„Janz höösch“ bedeutet so viel wie „ruhig, „leise“ oder auch „Mensch“. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der neusten Konzertreise der „Höhner“ um eine Akustik-Tour handelt, kommen wohl eher die ersten beiden Übersetzungen in Frage. So präsentierten sich die Musiker sanft, zurückhaltend und friedlich auf der Bühne. Auf elektrische Hilfsmittel wurde bis auf Verstärker komplett verzichtet – ein „Unplugged-Konzert“ also, wie es auf Neudeutsch heißt. Damit schließt sich auch ein Kreis für die Kultband aus Köln, die vor fast 45 Jahren als Karnevalsband gegründet worden war. Damals spielten sie nämlich auch fast ausschließlich akustisch. Für die neue Tour wurden viele bekannte Lieder neu arrangiert und klingen nun entsprechend dem Motto leiser und zurückhaltender und werden zudem langsamer gespielt. Als die Musiker die Bühne betraten, gab es beim Publikum schon kein Halten mehr, so euphorisch waren die zahlreichen Fans. Und so wurde direkt mit geklatscht und – da die Texte der Lieder dem Publikum nicht unbekannt waren – auch gleich kräftig mitgesungen. „Hey Kölle“ war der erste Song des Abends. Cajon, Mundharmonika und Gitarren dominierten den Sound der Band, der Klang war westernmäßig – dabei cool, locker und lässig. Kein Wunder, denn drei Western-Gitarren kamen zum Einsatz, dazu ein Bass und im Hintergrund hörte man das Schlagzeug und ein Klavier. Pur, echt und handgemacht war die Musik. Beim nächsten Lied („Schön dat de do bes“) sang das Publikum ebenfalls munter mit. Zu hören war ein Banjo, was den Country-Sound noch verstärkte. Bei vielen Liedern zeigten die „Höhner“-Fans, dass sie das Repertoire der kölnischen Kultband beherrschten und wurden von der Band dafür auch gelobt. „Wir hören euch wirklich singen“, beteuerte die Band, was durch die zurückgefahrene Elektrik möglich war. Und bei noch einem Punkt wurde das Publikum gelobt: Die Fans genossen die Musik in vollen Zügen und warteten bei jedem Song und jedem Solo bis zum letzten Ton, bevor sie applaudierten – zur Freude der „Höhner“: „Ihr seid ein Publikum für die leisen Töne.“ Bei der Musikauswahl schöpfte die Band aus dem Vollen und präsentierten Songs aus der kompletten Bandhistorie von Balladen bis Karnevalsschlager. So spielten sie Songs wie den „Rievekoche-Blues“ oder „Dat klingk noh Kölle“ wegen ihrer Kölner Wurzeln sowie Balladen wie „Der Narr“ oder „Das allererste Mal“. Auch ein brandneues Lied („Es ist so neu, wir kennen es selbst kaum“) spielte die Band und das mit Ukulelen, was für Abwechslung sorgte. Und ein ganz altes Lied war mit „Fröher“ im Programm. „Peng“ war ein Swing-Titel im Repertoire. Dabei hörte das Publikum ein paar der vielen Soli, darunter Saxofon- , Mundharmonika- und Gitarrensoli. Natürlich gab es mit „Mir jeit es joot“ oder „Viva Colonia“ auch Karnevalslieder, bei denen das Publikum regelmäßig aufstand, tanzte und sich sowieso hellauf begeistert zeigte: „Es ist handgemachte Musik – das ist toll“, sagte Gerd Morgenstern. Hannelore Buchem hob das Fehlen von elektrischen Geräten positiv hervor und Helmut Buchem resümierte: „Das ist Musik aus der Seele“.

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