Kusel Das erste Coronavirus-Wochenende im Kreis Kusel: Ein Infizierter mehr, Behörden schließen
Einem anstrengenden Freitagabend, als schlagartig die Anzahl der Infizierten im Landkreis von einem auf 13 stieg, folgte ein anstrengender Samstag. Sowohl beim Kreis als auch bei den Verbandsgemeinden tagten die Krisenstäbe. Am Montagnachmittag sollen sie alle zusammenkommen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
Bis dahin hoffen die Behörden, dass beispielsweise vom Land genauere Informationen dazu vorliegen, wie die Notbetreuung in Schulen und Kindergärten erfolgen soll und wer sie nutzen kann, wenn ab Montag alles geschlossen ist. Die Rede ist von Eltern, die für die öffentliche Sicherheit, Versorgung oder im Gesundheitsbereich arbeiten und die keine andere Betreuung für ihre Kinder finden können; und – vorübergehend – um Eltern, die so kurzfristig keine Alternative hatten. Die Notbetreuung soll tatsächlich nur für Notfälle dienen. Die Verbandsgemeinden haben auf ihren Internetseiten entsprechende Informationen und Anmeldemöglichkeiten veröffentlicht.
Daseinsvorsorge sichern
Aber es geht auch um ein ganz anderes Thema, weit ab von den Maßnahmen, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden: Wie können die Verwaltungen sicherstellen, dass der Betrieb aufrechterhalten wird? Wie beispielsweise wird der Dienst für Bauhof- oder Wasserwerk-Mitarbeiter organisiert, die Einrichtungen der Daseinsvorsorge am Laufen halten?
Als erste Maßnahmen haben alle vier Verwaltungen, Landkreis und Verbandsgemeinden, am Wochenende beschlossen, dass die Verwaltungen ab Montag für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. Kontakt soll es nur noch telefonisch oder per Mail geben. Wer ein unaufschiebbares Anliegen hat, das vor Ort geregelt werden muss, soll sich vorher anmelden.
Zum Glück nur einer von 15 Getesteten
Nach dem sprunghaften Anstieg der bestätigten Fälle am Freitagabend hatte das Gesundheitsamt zumindest ein bisschen Luft zum Durchatmen am Samstag. Denn von 15 getesteten Personen stellte sich nur eine als infiziert heraus.
Was zudem viel Arbeit macht: bei Infizierten jene Menschen zu finden, mit denen sie Kontakt hatten. „Bei einem einzigen Infizierten mussten wir da über 50 Personen ermitteln und abklären“, sagt Landrat Otto Rubly. Und wenn sich das Gesundheitsamt bei diesen melde, um die Daten für eine Risikobewertung zu erhalten, habe man es nicht unbedingt immer mit kooperativen Menschen zu tun. Rubly hat am Samstag das Personal beim Gesundheitsamt aufgestockt, damit dieses auch wochenends erreichbar ist.
Ratssitzungen mehr als fraglich
Inzwischen sind nahezu alle Veranstaltungen abgesagt, um für jedermann die Anzahl der sozialen Kontakte zu reduzieren. Das öffentliche Leben im Kreis ist nahe null. In den Verbandsgemeinden wird inzwischen überlegt, ob auch alle Ortsgemeinderatssitzungen abgesagt werden, soweit dort nicht unaufschiebbare Beschlüsse anstehen, die nicht per Eilentscheidung des Bürgermeisters erledigt werden können.
Auch die ersten Restaurants haben geschlossen – beispielsweise der Pfälzer Hof und das zugehörige Firenze in Lauterecken. Nur der Hotel- beziehungsweise der Abholbetrieb laufen noch. Es ist damit zu rechnen, dass eher früher als später auch andere Lokale dichtmachen müssen, weil keiner mehr rausgeht.
Einkaufs-Initiativen bilden sich
Aber: Es bilden sich auch erfreuliche Initiativen. In mehreren Dörfern haben sich bereits Einkaufsgemeinschaften gegründet, um vor allem ältere Mitbürger mitzuversorgen. Auch private Initiativen gibt es bereits.
Zur Sache: Was sich ab Montag Wichtiges ändert
Kindergärten und Schulen geschlossen
Es gibt eine Notbetreuung für Kinder, deren Eltern „wichtige Berufe zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung des Staates und der Grundversorgung der Bevölkerung“ ausüben und denen keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht, sowie – vorübergehend – für Kinder, deren Eltern kurzfristig keine andere Betreuung organisieren können. Anmeldung und weitere Informationen auf den Internetseiten der Verbandsgemeinden.
Keine Veranstaltungen über 75 Teilnehmer, möglichst gar keine
Per Anordnung des Kreises werden solche Veranstaltungen untersagt. Bei kleineren Veranstaltungen sollen Namen und Daten der Teilnehmer festgehalten werden, um im Fall einer Infizierung schnell Kontaktpersonen feststellen zu können.
Einschränkungen für Rückkehrer aus Risikogebieten
Sie sollen sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben und sich unter der Nummer 116117
Kreisverwaltung und Rathäuser sind für Besucherverkehr geschlossen
Kontakte nur noch telefonisch oder per E-Mail. Wer unaufschiebbare Anliegen hat, die einen Besuch im Rathaus erfordern, soll zuvor telefonisch Kontakt aufnehmen.
Das Jobcenter des Kreises und seine Außenstellen sind für den Besucherverkehr geschlossen
Die Bürgerbus-Verkehre der VGen sind eingestellt
Die Kreissparkasse hat nur noch ihre Hauptstelle und die Filialen in Schönenberg-Kübelberg und Lauterecken offen.
Abgesagte Veranstaltungen
Alle VHS-Kurse, die nicht prüfungsrelevant sind
Kochkurs und Stammtisch Landfrauen Herschweiler-Pettersheim, 25. März, 15. April
Konfirmandenunterricht, Umweltaktionstag Breitenbach, Samstag, 28. März
Vortrag „Reiseerlebnis Schottland“ der Frauengemeinschaft Herchweiler, Dienstag, 24. März
Mitgliederversammlung des Gesang- und Musikvereins „Germania“ Ulmet, 19. März, sowie alle Proben und Veranstaltungsteilnahmen
Schnittkurs, Heimatverein Ulmet, 28. März
JHV Krankenpflegeverein Ulmet, 17. März
Delegiertenversammlung Kreisfeuerwehrverband, 17. April
Umwelttag der VG Oberes Glantal, 21. März
Matinee des Musikvereins Konken, Haus der Kulinarischen Landstraße, 22. März
Wanderung des Heimat- und Wandervereins Altenkirchen, 22. März
Kochkurs Landfrauen Rehweiler, 26. März
Stammtisch Kirche, Altenglan, Lichtbildvortrag „Rumänien – Kirche und Identität in einem Vielvölkerstaat“, 20. März
Vorerst alle Veranstaltungen der Landfrauen Hüffler
Versammlung der Jagdgenossenschaft St. Julian, 21. März
Jahreshauptversammlung GV Eintracht Breitenbach, 22. März, sowie die Singstunden
Die Konzerte der Singgruppe „Himmel und Erde“ in der protestantischen Kirche Jettenbach, 29. März