Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Damen 40 des TC Kusel starten mit ungewöhnlichem Motto ins Abenteuer Verbandsliga

Das Meisterteam in den Meistershirts (von links): Annelie Kappes, Jutta Fischer, Manuela Dietrich, Bettina Lichtenberger, Karoli
Das Meisterteam in den Meistershirts (von links): Annelie Kappes, Jutta Fischer, Manuela Dietrich, Bettina Lichtenberger, Karolin Braun, Petra Göddel, Rita Theobald, Marlies Schwarz. Es fehlt: Christine Gassert.

Look pretty, play dirty lautet das Motto der Damen 40 des TC Kusel. Wie weit sie damit kommen, haben sie in der vergangenen Saison gezeigt. Das Pfalzligateam wurde Meister und steigt jetzt in die Verbandsliga auf. Ein Abenteuer für die Ladys in Pink.

Tiefstapeln kann Jutta Fischer richtig gut. Die Mannschaftsführerin der Damen 40 des TC Kusel, die als Viererteam in der Pfalzliga angetreten sind, hatte als Saisonziel ausgegeben, die Klasse zu halten, was schwer genug sei. Ihr Team sei in die Jahre gekommen und warte sehnsüchtig darauf, dass die Jüngeren die Altersgrenze von 50 überschreiten, damit die Mannschaft bei den Damen 50 antreten könne, hatte sie vor der Runde erklärt. Und dann das. Die Damen 40 des TC Kusel, eine eingeschworene Truppe, die seit vielen Jahren zusammen kämpft, Höhen und Tiefen durchlaufen hat, gewannen ein Spiel nach dem anderen, führten schließlich die Tabelle an.

Vom möglichen Aufstieg wollte Jutta Fischer immer noch nicht sprechen. Mit ihrer Erfahrung hatte sie Recht: Am Ende wurde es noch mal knapp. Am letzten Spieltag stand die Partie beim TC Erlenbach auf dem Plan. Die Kuseler Damen gewannen zwar mit 5:1, aber ganz so klar wie das Ergebnis war der Sieg nicht. „Anfangs sah es gut aus, aber hintendran waren noch enge Matches. Wenn wir die verloren hätten, wäre es unentschieden ausgegangen, und dann hätte es sein können, dass der TC Grün-Weiss Frankenthal uns noch abfängt.“

Das Erfolgsgeheimnis

Doch die Kuseler Ladys blieben ihrem Motto treu und gewannen auch dieses Match souverän. Ihr Erfolgsgeheimnis ist, dass sie seit vielen Jahren zusammenspielen, zusammengewachsen sind, sich auch privat bestens verstehen. Und dass jede von ihnen ihre Stärken und Schwächen realistisch einschätzen kann. „Wenn eine besser ist, können wir das sportlich nehmen, dann Chapeau“, schildert Fischer, was an Spieltagen abläuft. Was ihrem Team geholfen habe, dass trotz manchmal knapper Besetzung „gegen die besten Gegnerinnen auch die besten Leute da waren. Es ist gut gelaufen. Glücklicherweise sind alle verletzungsfrei geblieben“, sagt die Mannschaftsführerin. Sie freut sich auf die Verbandsliga, weiß aber auch: „Es wird nicht netter.“ Sie und ihr Team kennen die Liga. 2019 sind sie schon einmal aus der Pfalzliga aufgestiegen. Dann kam Corona. Mit allen Einschränkungen und Entbehrungen. Masken, Gaststättenverbot. All das führte dazu, dass die Damen des TC Kusel die Lust an der Medenrunde verloren. Und als das Angebot kam, dass Teams freiwillig zurückziehen konnten, waren die Damen 40 aus Kusel die Ersten und standen damit als Absteiger fest.

Dass sie es jetzt wieder in genau diese Liga geschafft haben, die ihnen damals entgangen ist, freut sie deshalb umso mehr. Sie wissen aber auch, dass die Aufgabe nicht leicht wird. „Netter wird es nicht. In der Pfalzliga ist es nett. In der Verbandsliga weht ein rauerer Wind. Wir müssen wieder in den Westerwald oder nach Montabaur. Wir kennen das ja. Damals haben wir aber noch Damen 30 gespielt. Wir haben Spiele verloren, knapp und mich Ach und Krach gewonnen.“ Aber für ihr Team steht fest, es will das Abenteuer annehmen. „Unsere Mannschaft bleibt zusammen. Da springt keiner ab.“ Karolin Braun ist wieder dabei, die an eins gesetzt nur ein Einzel verloren und die anderen sechs gewonnen hat. Bettina Lichtenberger und Manuela Dietrich sind ebenfalls dabei, die an zwei und drei gesetzt zwölf beziehungsweise 13 Siege im Einzel und Doppel für den TC Kusel geholt haben. Aber die Mannschaftsführerin weiß auch, dass es eine Liga höher eng werden könnte. „Wir bräuchten noch eine starke Spielerin.“ Aber für die gibt es eine Bedingung: „Sie muss zu uns passen.“ Schließlich spielt das eingefleischte Team jahrelang zusammen.

Das Erkennungszeichen

Klar, dass es das auch nach außen zeigt. 2019 gab es ein Meister-Shirt in Schwarz. Das neue ist pink. Und es trägt, wie das alte, das Motto der Damen des TC Kusel: „Look pretty, play dirty.“

Das tragen die Pink Ladys auch bei gemeinsamen Ausflügen. Feiern können sie. Vom ersten Septemberwochenende bis 1. Oktober haben sie tennisfrei. Dann startet das Wintertraining. Jeden Mittwochabend bis ins Frühjahr trainieren die Frauen zusammen und freuen sich aufs nächste gemeinsame Event: den Porsche-Cup, der jedes Jahr auf dem Programm steht. Aber natürlich freuen sie sich ganz besonders auf die neue Runde in der Verbandsliga, der Liga, in der sie jetzt endlich wieder zurück sind.

Gewann sechs Einzel und vier Doppel: Karolin Braun, Nummer eins der Damen 40 des TC Kusel.
Gewann sechs Einzel und vier Doppel: Karolin Braun, Nummer eins der Damen 40 des TC Kusel.
x