Thallichtenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Burg Lichtenberg: 100.000 Euro Förderung für Audio-Führungen

Führte Petra Burg-Walther (links) in Burggeheimnisse ein: der kostümierte Burgverwalter Andreas Rauch.
Führte Petra Burg-Walther (links) in Burggeheimnisse ein: der kostümierte Burgverwalter Andreas Rauch.

Besuch aus Mainz auf Burg Lichtenberg: Petra Dick-Walther, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, überbrachte am Dienstagmittag einen Scheck über fast 100.000 Euro. Mit dem Geld werden drei moderne Audioguide-Touren entwickelt.

Drei Touren mit jeweils zehn Stationen, eine durchs Urweltmuseum Geoskop, eine über die Burganlage und eine mit Schwerpunkt auf dem Musikantenland und seinem Museum, mit Informationen in mehreren Sprachen, verständlich für Kinder wie Erwachsene: So skizzieren Landrat Otto Rubly und Christoph Rübel, Koordinator für den barrierefreien Ausbau der Burg beim Landkreis, das Konzept der Audioguides. Sie sollen sowohl als Geräte entliehen als auch aufs Smartphone geladen werden können. Die Stationen sind festgelegt, die technische Umsetzung durch Fachfirmen werde Anfang 2022 ausgeschrieben.

119.000 Euro Kosten sind kalkuliert. Das Geld kommt zu etwa 85 Prozent vom Land, das rund 48.500 Euro gibt, und von der Europäischen Union, die über den Fonds für regionale Entwicklung 58.000 Euro beisteuert. Den Scheck über die Fördersumme hatte Petra Dick-Walther bei ihrem Besuch auf der Burg in der Kladde, „unterschrieben“, wie sie scherzte.

Zehntscheune ab Dezember offen

Es war die dritte Tranche der Landesförderung aus dem Programm Tourismus für alle, unter dem der Burgumbau und die Modernisierung laufen: 1,8 Millionen Euro sind geflossen, rund 600.000 Euro wird der Landkreis tragen. Wenn bis Ende 2022 alles verbaut ist, wird die Burg von der Bushaltestelle bis zum Urweltmuseum Geoskop barrierefrei erlebbar sein – „für alle“, also auch für geh- oder sehbeeinträchtigte Menschen.

Die Bauarbeiten laufen noch, Pflasterer sind zugange. Der Wegebau und die Beleuchtung sollen bis Jahresende fertig sein. Die Arbeiten am Aufzug der Zehntscheune, die zum 1. Dezember wieder fürs Publikum geöffnet werden soll, werden laut Rübel noch im November weitergehen. Die am Fahrstuhl zwischen Oberburg und Jugendherberge jedoch stocken. Beim Fortgang des Rohbaus aus Beton machen sich dem Vernehmen nach die gegenwärtige Materialknappheit und die Auftragsschwemme bemerkbar.

Flaggschiff der Tourismuswerbung

Mithilfe der Förderung wird auch ein multimediales barrierefreies Infoportal am Parkplatz finanziert. „Der barrierefreie Ausbau der Burg, immerhin die Größte der Pfalz und eine der größten in Deutschland, gehört zu unseren Vorzeigeprojekten“, sagte Dick-Walther, nachdem sie sich, geführt von „Burgwart“ Andreas Rauch in Ritterkostüm, bei einem Rundgang einen Überblick verschafft und viele Fragen gestellt hatte, unter anderem zum sogenannten Hochzeitszimmer. „Alle sollen hier ein umfassendes Erlebnis bekommen.“ Sie wünsche sich, dass mit dem Angebot des barrierefreien Tourismus private Investitionen in die Region folgen werden.

Der Landkreis will, sobald die Bauarbeiten fertig sind „und es schöne Fotos gibt“, die Barrierefreiheit zum Schwerpunkt seiner Tourismuswerbung machen. Eine Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Partner Pfalztouristik sei geplant, erläuterte Philipp Gruber, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Kreisverwaltung: „Wir wollen unser Angebot auf allen Kanälen publik machen.“ Außer der Burg, die das Flaggschiff sein soll, bietet beispielsweise die Draisinenstrecke barrierefreie Ausflugsmöglichkeiten, außerdem sind Bahnhöfe und Busse zu touristischen Zielen angepasst. „Wir sind stolz, dass wir das machen können“, sagte Landrat Rubly.

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