Kreis Kusel Brotlose Kickkunst in Tore ummünzen

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SCHÖNENBERG-KÜBELBERG. Schön anzuschauen, aber wenig ergiebig: Zuletzt war es brotlose Kunst, was der TuS Schönenberg bot. An die spielerische Leistung anknüpfen, aber das Punkten nicht vergessen, lautet der Plan, wenn der TuS heute (16 Uhr) die SG Hüffler/Wahnwegen empfängt. Die von Abstiegssorgen geplagten Hausherren stehen dabei mächtig unter Druck. Hingegen darf der Neuling locker-leicht gestimmt anreisen. Die Saubeertaler haben ihr Saison-Soll schon fast erfüllt.

Martin Korb gehört zu jenen wortgewandten Menschen, die mit feiner Ironie bestens umzugehen verstehen. Der Coach des TuS Schönenberg wird sogar ab und an mal sarkastisch. Aber nichts von beidem klang auch nur ansatzweise durch, als Korb von einer „klasse Vorstellung“ sprach, die seine Mannschaft zuletzt gezeigt habe. Im Nachholspiel beim heißen Titelanwärter TuS Bedesbach-Patersbach hatte die Truppe klasse Fußball geboten – trotz des Resultats von 0:3 aus Schönenberger Sicht. „Das war wirklich richtig, richtig stark“, attestiert Korb der Mannschaft, die die hoch favorisierten Gastgeber phasenweise zwar nicht ganz an die Wand, aber immerhin an den eigenen Strafraum gespielt hatte. Bis dahin war’s klasse. „Da war dann aber leider Schluss – wie so oft“, konstatiert Korb. Je weiter es Richtung gegnerisches Tor geht, umso schwerer tun sich die Rot-Weißen. „Das zieht sich ja schon durch die gesamte Runde“, sagt der Trainer. „Wir machen einfach zu wenig Tore.“ Ja. Da hilft auch eine unerwartet gute Vorstellung nichts, die auch die Bedesbacher den Gästen bescheinigt hatten. Kaufen lässt sich davon nichts. Keine Punkte – und die braucht’s, will der TuS 1890 nicht ausgerechnet im Jahr des 125. Jubiläums in die B-Klasse abtauchen. Es sah gar nicht mal so schlecht aus. Nach verkorkster Hinrunde war der TuS gut aus der Winterpause gekommen, hatte gegen den SV Nanz-Dietschweiler II und beim VfR Hundheim-Offenbach gesiegt, ehe einer 0:2 Heimpleite gegen Mit-Kellerkind TuS Breitenbach noch zwei weitere Niederlagen folgten. Verdiente Niederlagen, wie Korb klipp und klar einräumt. Dass die personelle Misere hauptursächlich für die prekäre Lage sein dürfte, will er erst gar nicht mehr betonen. Auf Nachfrage erst lässt Korb („Jammern nützt doch nichts...“) fallen, dass Andreas Welsch wohl in dieser Saison nicht mehr spielen wird. Der schmerzlich vermisste Stürmer hat wieder eins auf die zuvor verletzte Stelle abgekriegt. Innenverteidiger Tim Binder ist beruflich bedingt weg, Langzeitverletzte wie Julian Schöfer werden noch geraume Zeit fehlen. Also heißt es, sich irgendwie über die Runden zu retten. Ein Sieg heute über den Neuling „ist da ja eigentlich Pflicht“, wie Korb weiß. Dass die Gäste bislang eine so gute Rolle spielen, das „überrascht mich persönlich ja überhaupt nicht“, sagt der Mann, der vier Jahre lang selbst beim SV Hüffler Regie geführt, das Team vor seinem Abschied in die Aufstiegsspiele zur A-Klasse geführt hatte. Dort ist die danach formierte SG inzwischen mehr als nur angekommen. Das freut Trainer Timo Groß, der heute mal selbst wieder mit auf den Platz möchte. „Die Sonne scheint, der Rasen ist grün, da kann ich ja auch mal wieder kicken. Wenn ich nicht vorher beim Motorradtreffen in Altenglan über den Haufen gefahren werde“, witzelte Groß gestern. Dass er ein Schönwetter-Kicker sei, das wird man ihm nicht nachsagen, beim Motorradtreffen muss der Unternehmer beruflich bedingt dabei sein. Dann aber gilt die Konzentration wieder dem Fußball. Und das neue Etappenziel lautet für die SG: „Schnellstmöglich die 40“, wie der Trainer sagt. Zwei Punkte fehlen nur noch. Nun, 40 Zähler, braucht es in diesem Jahr sicher nicht, um „nur“ in der Klasse zu bleiben. Aber wie sonst ist ein Team, das sieben Partien vor Saison-Ende praktisch jenseits von Gut und Böse steht, noch zu motivieren? Auch Timo Groß muss immer wieder puzzeln, wenn es um die Aufstellung fürs bevorstehende Spiel geht. So werden heute Andre und Marc Knapp sowie auch Victor Luks fehlen. „Aber die, die in die Bresche springen, machen die Ausfälle immer wett“, freut sich der Trainer. Da gebe es keinerlei Brüche, insofern sei das kaum der Rede wert. Vor der Saison hätte man ja eher erwarten können, dass die Tabellenkonstellation im März umgekehrt ist und die SG sich gegen den Abstieg stemmen muss. „Schönenberg gehört da unten ja absolut nicht hin. Die gehören fußballerisch zu den Besseren in der Klasse“, weiß Groß, dass seine Elf keinen Spaziergang zu erwarten hat. (cha)

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