Pfeffelbach RHEINPFALZ Plus Artikel Braucht es einen 20.000 Euro teuren Unterstand am Preußensteig in Pfeffelbach?

Der Startpunkt des Preußensteigs in Pfeffelbach.
Der Startpunkt des Preußensteigs in Pfeffelbach.

Über diese Frage debattiert der Ortsgemeinderat seit gut fünf Jahren. Für wen wäre der Unterstand überhaupt gut, fragen Ratsmitglieder. Und: Muss er überhaupt so teuer sein?

Der 29 Kilometer lange Preußensteig in der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan ist als Qualitätsweg ausgezeichnet und führt auch über Pfeffelbacher Gemarkung – die bekanntlich einst zu Preußen gehörte. Im Fröhwald, an dem Weg, wo es Richtung Albessen geht, soll nun möglicherweise ein Unterstand gebaut werden. Ein entsprechender Antrag auf Förderung durch das Leader-Programm war schon vor Jahren gestellt worden, fiel mittlerweile aus der Förderung heraus und ist nun wieder im Programm drin.

Ortsbürgermeister Simon Rühmann beziffert die Kosten für den Unterstand auf rund 20.000 Euro, etwa ein Viertel davon müsste die Ortsgemeinde aufbringen. Erst vor Kurzem seien dort eine Bank und ein Tisch für Wanderer installiert worden, „aber eine Verweilmöglichkeit mit Unterstand gibt es dort bislang nicht“, schildert er. Zudem sei der ausgewählte Ort sehr attraktiv.

Früherer Ortsbürgermeister unterstützt Projekt

In der Gemeinde gibt es zu dem Thema allerdings unterschiedliche Auffassungen. Zu den Personen, die das Projekt unbedingt umgesetzt sehen möchten, gehört auch der frühere Ortsbürgermeister Hans Blinn. Wie in Pfeffelbach üblich, dürfen sich Zuschauer bei Ratssitzungen gerne äußern, das nutzte diesmal auch Hans Blinn auf eindringliche Art. Auch weitere Personen sehen in dem Unterstand nur Vorteile.

Doch im Ortsgemeinderat regt sich auch Kritik. Es gibt Sorgen wegen eines möglichen Vandalismus. Auch sei ungeklärt, wer dort in Zukunft den Müll entsorgen und für den Unterhalt sorgen soll. Weitere Bedenken lauten, dass dort nicht etwa Wanderer, sondern „Horden“ von Leuten kommen, die dort Grillpartys und Ähnliches feiern; Feuer ist im Wald untersagt. „Dort ist dann jeden Tag Highlife“, lautete eine Befürchtung. „Andere machen ihre Hütten zu, wir bauen eine hin“, gab ein Ratsmitglied zu bedenken.

Ist das Projekt überdimensioniert?

Es seien noch keine großen Wandergruppen dort gesehen worden, wurde angemerkt. Daher scheint einigen Ratsmitgliedern das Projekt samt Kosten überdimensioniert. „Brauchen wir einen so teuren Unterstand?“, lautete eine Frage. Ob es Sinn ergibt, so viel Steuergeld zu investieren, fragte auch der Erste Beigeordnete Frank Aulenbacher. Auch sei die nächste Autobahnbrücke nicht weit, falls man einen Ort zum Unterstellen benötige.

Eine Entscheidung wurde erneut vertagt. Für diese Saison dürfte es daher eng werden mit einem Unterstand am Preußensteig.

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