Herschweiler-Pettersheim
Bockhof Open fallen aus: Organisator Helmut Straßer im Interview
Seit 1989 gibt es die Bockhof Open, in diesem Jahr fallen sie zum ersten Mal aus. Wie fühlt sich das für Sie an?
Natürlich bin ich enttäuscht. Das Turnier ist eine Erfolgsgeschichte, die Leute kommen gerne hierher. Viele haben in Anrufen und E-Mails bereits ihr Bedauern ausgedrückt. Aber es gibt durch Corona wirklich größere Probleme als Tennisveranstaltungen, und Sicherheit geht vor. Mit 72 Jahren gehöre ich ja selbst zur Risikogruppe.
Der Tennisverband hat recht früh schon wieder Spiele unter Auflagen ermöglicht. Wann haben Sie entschieden, dass es dennoch keinen Sinn hat?
Vor etwa zwei, drei Wochen wurde langsam klar, dass das trotz zunehmender Lockerungen nichts mehr bringt. Die bestehenden Kontaktbeschränkungen sowie die Hygiene- und Abstandsregeln lassen einen geregelten Spielbetrieb nicht zu. Wir haben auch mit unserer Mannschaft in Brücken die Teilnahme an der Medenrunde abgesagt. Das ist alles mit zu viel Risiko und Aufwand verbunden. Ich spiele nicht Tennis, nur um den Ball hin und her zu schlagen, sondern es geht um das Gesellige, die Begegnung mit Menschen. Darum geht es auch bei den Bockhof Open.
Vor allem das große Fest zum Finalwochenende steht dabei ja im Mittelpunkt.
Die Zuschauer und das Beisammensein sind wesentlicher Bestandteil des Turniers. Das große Abschlusswochenende könnte Ende August in seiner normalen Form wegen des Veranstaltungsverbots auf keinen Fall stattfinden. Damit würde nicht nur der wichtigste Punkt des Turniers, sondern auch seine Finanzierungsgrundlage fehlen.
Wie verbringen Sie den ersten Sommer seit 1989 ohne Bockhof Open?
Wir spielen ein bisschen mit Familie und unseren zehn Mitgliedern auf dem Platz – unter Einhaltung der Hygienevorschriften. Außerdem bin ich viel in der Natur und auf dem Fahrrad unterwegs. Ich bin also trotz allem beschäftigt.
Wie geht es weiter mit den Bockhof Open?
Wenn die Krise bis dahin überstanden ist, wird die 32. Auflage 2021 nachgeholt. Aber am besten sage ich nichts dazu. Bei der Siegerehrung im vergangenen Jahr habe ich schon zu den 32. Bockhof Open eingeladen – mit dem Zusatz: „wenn wir gesund bleiben“. Als hätte ich es geahnt ...