Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Bilder von Eugenia Gortchakova im „Kleinen Kunstbahnhof“ Eschenau

Werke der vor drei Jahren verstorbenen Künstlerin Eugenia Gorchakova zeigt der „Kleine Kunstbahnhof“. Ihr Lebensgefährte Jürgen
Werke der vor drei Jahren verstorbenen Künstlerin Eugenia Gorchakova zeigt der »Kleine Kunstbahnhof«. Ihr Lebensgefährte Jürgen Weichardt stellte die Werke vor.

Zum zweiten Mal gestaltet der „Kleine Kunstbahnhof“ in Eschenau eine Ausstellung mit Bildern der russischen Künstlerin Eugenia Gortchakova. Bei ihrer ersten Ausstellung im Mai 2002 sprach die Malerin ausführlich über ihre aufwendige Strichtechnik, die viel Aufsehen und Anerkennung im Bereich der Bildenden Kunst fand.

Die nun eröffnete Ausstellung ihrer Bilder unter dem Titel „Leben schreiben“ kann sie nicht mehr erleben, da sie im November 2016 mit 66 Jahren plötzlich starb. Seither hat Eugenia Gortchakovas Lebenspartner Jürgen Weichardt die Aufgabe übernommen, die vielbeachteten Werke auch weiterhin vorzustellen, was ihn häufig auch ins Ausland führt.

Anfangs expressionistisch

Im Jahr 1950 geboren, wuchs Gortchakova in Moskau auf. An der dortigen Kunstakademie studierte sie und begeisterte sich anfangs für expressionistische Kunst. Sie schwelgte in grellen Farben und stellte schnell fest, dass dies nicht ihre Welt zu sein schien. Ein Schlüsselerlebnis brachte sie in Verbindung mit philosophischen Sehweisen zum Thema Zeit. Daraus entwickelte sie ihre Zeitstrukturen, die tausende feinster farbiger Striche erfordern beim Aufbau des Bildes. Die Farben sind zurückgenommen, anfangs grünbraune Töne, die sich nur im oberen Bildbereich zu einem Strahlen verändern, da dieser Bildteil ins Universum führt.

In ihrer Rede im Jahr 2002 erklärte sie ihre Vorstellung so: „Die Idee, Momente meines Lebens mit Pinselstrichen zu malen, kam mir aus der Angst, Zeit zu verlieren, aus Erfahrung der Leere. Ich schreibe meine Zeit oder schreibe mich in die Zeit oder schaffe Zeit in mir neu. Sequenzen meiner Zeit sind Elemente meines Weges zur Stille.“ Eugenia Gortchakova sah in ihrer Malweise eine meditative Arbeit, die ihr unendlich viele Erkenntnisse brachte. Das Leitmotiv ihres Lebens war die „Fantasie als Möglichkeit des Unmöglichen“.

Bilder aus zwei Teilen

Die meisten Bilder bestehen aus zwei Teilen. Der obere Teil bedeutet Grenzenlosigkeit mit gleichzeitiger Verbindung zur gesamten Welt. Der untere Teil bildet durch senkrechte Strukturen aufsteigende Wände und Begrenzungen. Feine Striche durch ein farbig unterlegtes Grundthema erzeugen ein eigenständiges Licht. Die Bilder der Künstlerin entstanden unter Einbeziehung von Philosophie und Lyrik und somit gewann auch das Wort in ihren Werken an Gewicht.

Info

Die Ausstellung im „Kleinen Kunstbahnhof“ endet am 31. August.

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