Kusel / St Julian
Bilder aus dem Bahnhof: Werke von Dietmar E. Hofmann zu ersteigern
Hofmann war am 24. Februar 2020 in Kusel gestorben. Der ehemalige Bahnhof in Eschenau wird verkauft. Der Künstler hinterließ mehrere hundert Bilder. „Wandfertig gerahmt sind etwa 130 Kunstwerke“, erklärt Birgit Hofmann. Dazu kommen viele hundert weitere Bilder – oft auf Karton oder Leinwand, auch Holz – die noch gerahmt werden müssten. Auch Werke anderer Künstler werden veräußert. Es handele sich um rund 100 gesammelte Werke von Kollegen, darunter seien auch viele von Georg Grimm-Eifert. Diese würden aktuell katalogisiert, um sie möglichst im Paket an eine Galerie zu verkaufen, schildert die Tochter.
Die Auflösung dieser „Lebens-Werke“, wie die Töchter die Sammlung bezeichnen, sei notwendig, da „der Zug am Bahnhof abgefahren“ sei und die Bilder kein Zuhause mehr haben. „Niemand in der Familie kann eine Galerie betreiben“, bedauert Birgit Hofmann. Doch vor allem geht es den Kindern darum, den Nachlass ihres Vaters an die Welt zu erhalten. „Die Bilder sollen an die Wand kommen“, wünscht sich die in Kusel lebende Tochter Birgit. „Die Menschen sollen sich daran erfreuen.“
Ausstellung für 2022 geplant
Inzwischen wurde der künstlerische Nachlass in einem Lager untergebracht und wartet auf Abnehmer. Zudem hat das Kuseler Geschäft „Bild und Rahmen“ von Gretel Martin just einige Werke in Kommission genommen und ein Schaufenster damit gestaltet. Für Mitte Februar sei zudem eine Ausstellung mit Hofmanns Werken im Stadt- und Heimatmuseum Kusel geplant.
Die Werke stammten aus der gesamten Schaffensphase des Künstlers, die in den späten 1970er Jahren in München begann. Dietmar E. Hofmann wurde am 6. Juni 1944 in Leitmeritz an der Elbe geboren. Die Eltern waren Sudetendeutsche, die Familie floh 1945 zunächst nach Thüringen und siedelte anschließend nach Westdeutschland um. Von 1959 an studierte Hofmann an der Meisterschule Kaiserslautern Gebrauchsgrafik. Er setzte seine künstlerische Ausbildung an der Freien Akademie Mannheim fort, in München betrieb er anschließend seine erste Galerie in der Garage einer Fahrschule.
Schillern wie Hofmann selbst
Nach einer Zwischenstation in Mackenbach öffnete er 1986 in Eschenau den „Kleinen Kunstbahnhof“, wo er kurz darauf seine private Akademie betrieb. Unter anderem lehrte er die „Ausschwemmtechnik“, eine eigens entwickelte Technik, in der Ölfarbe mit Terpentinersatz zum Fließen gebracht und anschließend mit Kunststoff fixiert wird. Zahlreiche Bilder mit reicher Farbenskala – oft mit grafischen Elementen, visionären, verwischten Landschaften und mystischen Fabelwesen – entstanden in dieser Technik und sind nicht selten so schillernd, wie der „Bahnhofsvorsteher“ es selbst war.
Für weitere Kunstwerke verwendete Hofmann zudem Tusche und Sprühlack, auch einige Zeichnungen befinden sich im Nachlass. Ferner stehen ein großes Triptychon sowie einige mehrteilige Werke zum Verkauf.
Info
Interessenten können die Töchter unter der E-Mail-Adresse Lebens-Werke_DietmarE.Hofmann@web.de kontaktieren. Einige Bilder sind im Internet abrufbar.