Kommentar Beigeordneten-Wahl: Stolper-Start ganz ohne Not

Die Wahl zweier neuer Kuseler Stadtbeigeordneter hat für Verwirrung gesorgt. Völlig unnötig: Beide können ihre Gegenstimmen getrost vergessen.

Es mutete nach wahltaktischem Geplänkel oder gar einer Art Kraftprobe an: Die SPD zieht bei der Wahl eines Beigeordneten einen Gegenkandidaten aus dem Ärmel. Der unterliegt prompt – und schrammt kurz darauf als Alleinbewerber am Debakel vorbei – mutmaßlich wegen einer Retourkutsche aus Reihen von CDU und FWG, in denen einige wegen der Gegenkandidatur zürnen.

Von wegen: Spätestens „an de Mess’“ dürften Theresa von Blohn (FWG) und Robert Selesi (SPD) gemeinsam über ihren „Stolper-Start“ lachen. Ihre Gegenstimmen beim Ringen um die Beigeordneten-Posten hinter dem mit Top-Votum ausgestatteten Ulrich Ernst dürfen beide getrost vergessen. Die hatten mit Kompetenz-Zweifeln oder gar Ablehnung offenbar gar nichts zu tun.

Selesi ist als Marktmeister die Ideal-Lösung. Auch seine künftige Mitstreiterin in der Stadtspitze gilt als Hoffnungsträgerin, die frischen Wind entfachen dürfte. Das Kuriose: In dieser Einschätzung schienen sich im Zuge vorheriger Absprachen auch alle einig. Also kann sich das Chaos nur an der Verwirrung über die Beigeordneten-Reihenfolge und die Zuordnung derer Geschäftsbereiche entzündet haben – Resultat mangelhafter Kommunikation, die sich Martin Heß mit anlasten muss: Auf die entsprechende Frage der SPD-Seite hin war der neue Stadtbürgermeister nämlich eine klare Antwort schuldig geblieben.

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