Motorsport
Beide Automobil-Slaloms im Landkreis Kusel fallen aus
Geplant war der „Potzberg-Slalom“ für das erste August-Wochenende, der Brücker Slalom für den September. Die Gründe für diese Entscheidungen sind unterschiedlich. Einen Hoffnungsschimmer gibt es für das kommende Sportjahr. Da sollen beide Veranstaltungen wieder durchgeführt werden.
„Die Bergrennstrecke von Mühlbach in Richtung Föckelberg steht uns in diesem Sommer nicht zur Verfügung. Grund dafür sind Straßenbauarbeiten auf der ansonsten ausgewiesenen Umleitungsstrecke“, erklärt Vorsitzender Florian Neubrech vom MSC „Potzberg“ in Altenglan. Durch die Arbeiten sei die Strecke von Föckelberg her zum Potzberg und zum Wildpark in diesem Sommer gesperrt.
Keine Zufahrt mehr zum Wildpark
Würde auch noch die Kreisstraße von Mühlbach wegen des Slaloms für den allgemeinen Straßenverkehr gesperrt, gebe es keine Zufahrtsmöglichkeiten mehr zum Potzberg und dem dort angesiedelten Wildpark. „Es gibt keine Ausweichmöglichkeiten, so dass wir aus verständlichen Gründen keine Genehmigung zur Sperrung unserer bisherigen Strecke erhalten können“, sieht es Neubrech realistisch.
Der Bergslalom ist sehr beliebt, was die alljährlichen Teilnehmerzahlen beweisen. Die Fahrer nehmen weite Anfahrtswege in Kauf, sogar aus Bayern kommen regelmäßig Teilnehmer.
Eine ganz andere Herausforderung am Berg
Auch für Motorsportler aus der Region ist die Fahrt gegen die Uhr am Berg immer wieder eine Herausforderung, bei der ganz andere Fahrweisen notwendig sind. „Der Slalom am Potzberg ist eine willkommene Abwechslung zu den sonstigen Flachstrecken mit den rot-weißen Pylonen“, sagt ein ständiger Starter in Mühlbach. „Gerade weil diese Strecke so beliebt ist und angenommen wird, bedauern wir die Absage umso mehr“, berichtet der Vorsitzende.
Als sie erfahren hätten, dass hier nicht gefahren werden könne, hätten sie sich um eine Ersatzstrecke bemüht. „Uns war aber vorher schon bewusst, dass eine vergleichbare Bergrennstrecke zum Potzberg nicht gefunden wird“, sagt Neubrech.
Ersatzstrecke erfüllt nicht die Ansprüche
„Wir sind dann auf eine Straße bei Reichweiler gestoßen, die den Motorsportlern aus der Deutschen Rallye-Meisterschaft bekannt ist. Doch dort hätten wir nicht das, was wir am Potzberg haben“, resümiert der erste Vorsitzende. Der Bereich sei geografisch sehr eng, und „wir alle wären sehr eingeengt gewesen, die Organisation und die Teilnehmer.“ Es wären keine Parkmöglichkeiten da und es wären auch keine Zuschauer zugelassen gewesen.
Also verzichteten die Organisatoren, denn „es wäre nicht dem Anspruch der Teilnehmer gerecht gewesen“, sagt Neubrech und kündigt zugleich an: „Nächstes Jahr ist die Straße wieder nutzbar, und da gehen wir mit neuem Elan dran“, verspricht er, der zugleich Slalomleiter ist.
Drei Gründe in Brücken
„Dieses Jahr setzen wir mit dem Clubsport-Slalom für Automobile aus“, bestätigt auch Sportleiter Matthias Meiers vom Motorsportclub Brücken. Dafür gebe es drei Gründe. „Letztes Jahr hatten wir zu wenig Teilnehmer, um die Veranstaltung finanziell stemmen zu können“, nennt Meiers einen der Gründe. „Wir brauchen pro Tag 50 Starter, um die Kosten decken zu können“, fügt er an.
Ein großer Brocken bei den Ausgaben seien die Genehmigungsgebühren. „Die schlagen bei uns doppelt zu Buche“, sagt Meiers mit Verweis auf eine ganz besondere Situation: „Da wir die Strecke in Richtung Saarland fahren und auch von dort aus eine Sperrung der Straße ausgesprochen werden muss, kommt es zu einer weiteren Verwaltungsgebühr, die nicht unerheblich ist. Wären wir innerhalb eines Verwaltungsbezirks, gäbe es für uns die Kosten nur einmal“, sagt der Sportleiter.
Mitglieder bereits zweimal gefordert
Grund Nummer drei: „Wir haben uns in den letzten Jahren auf zwei Veranstaltungen beschränkt, um die Mitglieder nicht allzu stark zu strapazieren. Denn beim Automobil-Slalom sind ebenso Helfer gefragt wie beim Jugend-Kart-Slalom, der auf dem Rasthof in Konken ausgerichtet wurde“, verdeutlicht Meiers. Der Kart-Slalom für die Jugend ist über die Bühne, und am 1. Oktober steht eine weitere Veranstaltung an, die in den Händen des Motorsportclubs Brücken liegt. Dieser richtet die Landesmeisterschaften im Jugend-Kart-Slalom des Motorsportverbandes Rheinland-Pfalz aus. „Dabei werden wieder viele freiwillige Hände sowohl beim Aufbau als auch bei der Veranstaltung selbst bis hin zum Abbau gebraucht“.
Mit diesen beiden Veranstaltungen für die Jugend seien die Mitglieder bereits bis an die Grenzen gefordert und wenig bereit, noch eine dritte Herausforderung anzunehmen. Damit sei der Automobil-Slalom allerdings nicht endgültig vom Tisch. „Für sie Saison 2024 planen wir wieder eine Clubsport-Slalom für Automobile auf der bewährten Strecke ab Krottelbach“, verspricht Meiers. Er hat die Hoffnung, dass durch entsprechende Werbung wieder mehr Fahrer den Weg ins Kuseler Land finden, um den finanziellen Ausgleich zu schaffen.