Konken
Bauernmarkt ’24: Das Maislabyrinth in Konken im RHEINPFALZ-Test (mit Bildergalerie)
Die Dame aus der Stadt prescht beherzt voraus: Michelle Pfeifer ist echte Kreisstädterin, pflegt das Golfspiel und hat schon die Welt (samt manchem Hochgebirgsgipfel) erkundet. Man(n) dürfte sie also guten Gewissens alleine losmarschieren lassen. Doch die drei Männer vom Dorf – zwei Fußballversteher und einer, der beim Thema Sport erst googeln muss – haben sich heldenhaft hinter ihrer Kollegin eingereiht, auf dass der Kuselerin auf mutmaßlich gefährlichen Konker Feld- und Flurpfaden auch ja nichts Böses widerfahre. Das vierköpfige Redaktionsteam hat sich am Donnerstagnachmittag aufgemacht, vorab eine Attraktion des bevorstehenden Bauernmarkts zu erkunden. Hat echt Spaß gemacht!
Ein dreiköpfiges Empfangskomitee harrt den Gästen: Ortsbürgermeister Christian Gießler, Michael Heß und Sven Grajek warten an den Strohballen, die am Samstag und Sonntag vor dem Ein- und dem Ausgang des Pflanzen-Irrgartens als Sitzgelegenheiten dienen werden. Dort wird mancher Besucher am Wochenende womöglich warten müssen: Es dürfen, wenn sich die Interessierten drängen sollten, nicht alle auf einmal rein. Platz wäre indes genug: „Ich denke, 100 Leute können sich dort locker drin verlieren“, schätzt Michael Heß vom Organisationsteam.
Aufbruch in Zweiergruppen
In Zweiergruppen lässt sich das noch menschenleere Labyrinth jedenfalls bequem erkunden. Die Redakteurin braucht denn beim Probelauf auch nicht die sagenhafte Ariadne zu imitieren, die laut altgriechischer Mythologie ihren Liebsten aus dem Labyrinth des Minotaurus gerettet hat: Michelle Pfeifer kommt ohne Faden aus. Auch Philipp Jungs scherzhafte Anregung, Brot auf den Labyrinthboden zu krümeln und so den Rückzug zu sichern, ist inzwischen verworfen worden. Das journalistische Quartett wagt sich ohne Hilfsmittel hinein in die Pracht der bis zu drei Meter emporragenden Pflanzen.
Das Duo Pfeifer/Hamm gelangt bei der abenteuerlichen Erkundung schneller zum Mittelpunkt des Labyrinths als das Duo Ginkel/Jung – aber auch nur, weil erstgenannte Zweiergruppe in nahezu rebellischer Manier den Ausgang als Eingang wählt, von dem es nach Aussage der Organisatoren wesentlich leichter ist, das Zentrum zu finden als vom Eingang aus. Die rechtschaffenen Redakteure Ginkel und Jung marschieren brav durch den Eingang und machen etliche Fotos vom Inneren des Labyrinths, wenngleich die ihnen bei der Orientierung auch nicht helfen: Mais bleibt eben Mais. Irgendwann treffen Ginkel und Jung zwischen den hochgewachsenen Pflanzen auf den Konker Ortsbürgermeister und Sven Grajek, die sich sorgen, dass morgen möglicherweise keine Zeitung erscheint. Schließlich stößt auch Michael Heß dazu – und gemeinsam erreichen alle fünf das Zentrum, wo Ginkel und Jung auch ihre vermissten Kollegen wiedertreffen.
Mindestalter: zwölf Jahre
Das Labyrinth selbst erstreckt sich über rund 1,6 Hektar. Ohne Plan wieder herauszufinden, kann schon zu einem schwierigen Unterfangen werden. Darum dürfen auch erst Kinder ab zwölf Jahren alleine – das heißt ohne Eltern – das Labyrinth bestreiten, erklärt Gießler am Donnerstagnachmittag beim RHEINPFALZ-Besuch. In Konken selbst laufen an jenem Nachmittag die Vorbereitungen für den anstehenden zweitägigen Markt auf Hochtouren. Überall wird eifrig gewerkelt, dekoriert, mit angepackt. Gießler selbst zeigt sich sehr zufrieden, lobt das große Engagement der Bürger – und freut sich über die guten Wetteraussichten fürs Wochenende.
Lobende Worte findet er auch für Franziska und Martin Schneider, die die Idee hatten, für den Bauernmarkt ein Maislabyrinth auf ihrem Feld anzulegen. Das Konzept dafür sei an Schneiders Küchentisch entstanden, erklärt Michael Heß, der im Zusammenhang mit dem Labyrinth von einem „Alleinstellungsmerkmal“ spricht. Mittels GPS-unterstützter Sämaschine habe das Landwirt-Ehepaar das Labyrinth oder vielmehr das Feld angelegt.
Bei den vertikalen Reihen habe das sehr gut funktioniert, bei den horizontalen habe es leichte Verzerrungen gegeben. Arbeit gab es rund um die Pflege des Irrgartens überdies noch genug. Auch an eine der ersten Begehungen, nach der es dem gesamten Team nach einem kühlen Getränk dürstete, erinnert sich Heß noch allzu gut: Es war der Moment, in dem die Entscheidung für einen Getränkestand unmittelbar vor dem Ein- beziehungsweise Ausgang des Irrgartens fiel.
Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, erhalten Kinder beim Einlass eine Laufkarte. An verschiedenen Stationen innerhalb des Labyrinths können Stempel gesammelt werden. Als kleiner Anreiz, dass möglichst alle Stationen aufgesucht werden, warten kleine Preise auf die jungen Entdecker. Rund 1,5 Kilometer könnten im Labyrinth auf diese Weise schnell zusammenkommen, schätzt Heß.
Abends wird das Labyrinth durchkämmt
Was das Organisationsteam noch nicht abschätzen kann: Wie viele Besucher das Labyrinth auf einmal verträgt. Mit einer Strichliste wollen sich die Verantwortlichen einen Überblick verschaffen, einer beobachte außerdem die Lage im Irrgarten selbst. „Wenn es zu viel wird, kann es auch sein, dass wir vielleicht zehn Leute reinlassen, wenn zehn rauskommen“, sagt Heß. „Das müssen wir dann sehen. Den Faktor können wir noch nicht einschätzen.“
Fest stehen dagegen bereits die Eintrittspreise für den Besuch im naturnahen Irrgarten: Erwachsene zahlen vier, Kinder drei Euro. Eine Familienkarte kostet zehn Euro. Damit liege man preislich weit unter dem, was in anderen Maislabyrinthen erhoben werde, sagt Heß.
Klar ist: Ein Bett im Maisfeld wird übers Wochenende in Konken nicht angeboten. Vielmehr werden an den Marktabenden kurz nach 18 Uhr einige Helfer zum „Kehraus“ ausschwirren, um verbliebene Verirrte einzusammeln. Notfalls werden Irrläufer mittels Drohne geortet und geborgen. Klingt das nun gefährlich? Ist es nicht. Wir können versichern: Das Konker Maislabyrinth birgt auch für Kinder keinerlei Gefahr – und ist der heiße Tipp der Redaktion für den bevorstehenden Bauernmarkt. Im Zelt sitzen kann jeder. Diese Attraktion aber verspricht wirklich mal Abwechslung.