Kusel-Altenglan
Bürgermeisterkandidat Michael Daniel: Heimatfreund, Hobbykoch, Hundeliebhaber
Die Kuseler Innenstadt kennt Michael Daniel wie seine Westentasche. Kein Wunder, schließlich wuchs der 38-Jährige in der Alte-Post-Straße auf. Sein Ururgroßvater gründete 1904 ein Ladengeschäft, das längst zur Institution in der Kreisstadt geworden ist: Spielwaren Metzger. In einen solchen Betrieb hineingeboren zu werden, bedeutete jedoch keineswegs, dass es als Kind daheim Spielzeug in Hülle und Fülle gab. „Wir hatten eigentlich nie mehr Spielzeug als andere“, erinnert sich der Kuseler schmunzelnd zurück. Im Gegenteil. Spannend sei aber das Drumherum gewesen: Wenn er und sein Bruder etwa zur Nürnberger Spielwarenmesse mitfahren durften, wo unzählige Aussteller ihre Neuheiten vorstellen.
Nach seiner Ausbildung zum Energieelektroniker bei der BASF in Ludwigshafen sowie dem Abitur, das er auf dem zweiten Bildungsweg erlangt hat, verschlug es Daniel nach Bayern. Mit seinem Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Berchtesgaden habe er sich einen großen Wunsch erfüllt. Wenngleich die Zeit nicht ohne gewesen sei. Eine militärische Ausbildung auf Skiern? Kein leichtes Unterfangen für einen Ski-Neuling, umgeben von Kameraden, die praktisch auf Brettern groß geworden sind. „Da musste ich die Ellbogen ein bisschen ausfahren und echt mehr machen und kämpfen“, sagt Daniel zwinkernd.
Als Reiseleiter oft mit Jugendlichen unterwegs
Zwar habe er sich bereits als Jugendlicher für Politik interessiert, den Entschluss, in eine Partei einzutreten, habe er jedoch erst während seiner Bundeswehrzeit gefasst. Damals noch die CSU als Partei vor Ort in Bayern, ist es heute für ihn die CDU. Warum? „Weil ich ein konservativer, heimatliebender Mensch bin“, erläutert der 38-Jährige. „Ich stehe für Sicherheit, Ordnung, Familie.“ Fleiß, Leistung, das Streben nach Wachstum sowie Gerechtigkeit – Werte, mit denen er sich identifiziere. „Dennoch bin ich weltoffen, ich mag es, andere Kulturen kennenzulernen“, betont er.
In seinen Zwanzigern sei er viel herumgekommen. Als Reiseleiter für Ruf-Jugendreisen sei er in den Ferien oft mit Jugendlichen verreist: Spanien, Schweden, Italien, Österreich. Besonders intensiv sei die Zeit in Griechenland gewesen, wo er noch heute Freunde hat: Mit 23 Jahren sei er für den Reiseablauf vor Ort für die gesamte Sommersaison verantwortlich gewesen, erzählt der Christdemokrat, der besonders gerne Städtetrips unternimmt. Hoch im Kurs: Rom.
Politische Erfahrungen in München gesammelt
Eine bedeutende Station in Daniels Leben ist München, wo er mehrere Jahre gelebt, Wirtschaftsrecht studiert und gearbeitet hat. Viel gelernt habe er in dieser Zeit, viele Erfahrungen sammeln dürfen – menschlich wie auch politisch. Tätigkeiten für Abgeordnete des Bayerischen Landtags sowie des Bundestags, mehrere Jahre Vorsitzender der Jungen Union in München – da habe er so manchen Einblick gewinnen und vor allem viele Kontakte knüpfen können.
Diesen Erfahrungsschatz will Daniel, der im Zusammenhang mit einem Wutausbruch von Kurt Beck in einem Interview schon mal für bundesweite Schlagzeilen sorgte, nun in die hiesige Politik einbringen. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie und der näher rückenden Familienplanung zog es den 38-Jährigen und seine ebenfalls aus Kusel stammende Frau wieder in die Heimat, der er stets verbunden gewesen sei. Mit ihrem 15 Monate alten Sohn und dem Hund Balou wohnen die beiden nun in Bledesbach. Beruflich ist Daniel, der nach eigenen Angaben zuvor in der Unternehmensberatung gearbeitet hat, seit vergangenem Jahr bei der Sparda-Bank Südwest tätig, pendelt häufiger nach Mainz, erledigt vieles im Homeoffice.
Fasziniert von Franz Beckenbauer und der Queen
Abseits seines Berufs ist Daniel begeisterter Hobbykoch, schnürt ab und an für die dritte Mannschaft des TuS Bedesbach-Patersbach die Fußballschuhe, hat zudem vor Kurzem den Jagdschein erworben und ist hin und wieder in der Kitzrettung aktiv. Sein ganz großes Hobby jedoch ist nach wie vor die Politik, die er jetzt zum Beruf machen will. Seit Sommer 2024 sitzt der Chef des Kuseler CDU-Stadtverbands im Stadtrat sowie im Verbandsgemeinderat. Nun will Daniel, der gerne Biografien liest, fasziniert von Franz Beckenbauer und der Queen ist, einen weiteren Schritt machen: Er will Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan werden und somit seinen Parteifreund Stefan Spitzer beerben.
Sein politisches Vorbild? „Klaus Bouillon aus St. Wendel“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Der Christdemokrat war von 1983 bis 2014 Bürgermeister von St. Wendel, zudem einige Zeit saarländischer Innenminister. „Er hat gezeigt, was möglich ist, wenn ein Einzelner die Ärmel hochkrempelt und einfach macht“, findet Daniel und ergänzt: „Wenn man sieht, was in diesen Jahrzehnten aus St. Wendel geworden ist: Chapeau.“
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