Konken RHEINPFALZ Plus Artikel Bäckerei Müller schließt zunächst drei Filialen

Ist seit Mittwoch geschlossen: Die Bäckereifiliale in den Kuseler Bahnhofsarkaden. Zwar steht noch der Name des Vorgängers über
Ist seit Mittwoch geschlossen: Die Bäckereifiliale in den Kuseler Bahnhofsarkaden. Zwar steht noch der Name des Vorgängers über der Tür, Müller betreibt die Filiale jedoch schon seit einiger Zeit.

Das Insolvenzverfahren über die Bäckerei Müller aus Konken ist am Mittwoch eröffnet worden. Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters kann das Unternehmen mit 103 Mitarbeitern den Betrieb aus eigener Kraft mittelfristig nicht mehr fortführen. Jedoch gibt es potenzielle Käufer. Definitiv aus ist es mit der Filiale am Kuseler Bahnhof.

„Ein weiteres Geschäft, das zu ist“, kommentierte eine Frau am Donnerstagmorgen die verschlossene Tür der Bäckereifiliale Müller in den Kuseler Bahnhofsarkaden im Vorbeigehen. Wo kürzlich um diese Uhrzeit schon die Lichter brannten und sich Passanten bereits durchs Schaufenster die Auslage an Backwaren darbot, ist jetzt alles dunkel und verlassen. Und das wird wohl auch so bleiben. Ein Schild an der Tür weist darauf hin, dass die Filiale „wegen Personalmangels“ ab 1. Februar geschlossen ist.

Die Filiale der Bäckerei Müller in der Nähe des Bahnhofs ist eine von drei „kleineren Filialen“ der Großbäckerei, die seit Mittwoch „wegen der Personalkapazität und zu geringen Umsätzen“ nicht weiter besetzt werden. Das hat Rechtsanwalt Michael Wellstein, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht von der in Kaiserslautern ansässigen Kanzlei Rochade Anwälte, mitgeteilt. Da es bei den anderen beiden Filialen, die aktuell nicht besetzt werden können, noch Überlegungen und Interessenten gebe, könnten diese nicht benannt werden. In Kürze könne es dort auch wieder weiter gehen. Definitiv geschlossen werde jedoch die Kuseler Filiale in den Arkaden.

Entscheidungen bis Ende Februar erwartet

Seit 8. Dezember steht die Bäckerei Müller unter (vorläufiger) Insolvenzverwaltung, am Mittwoch ist das Insolvenzverfahren nun eröffnet worden. Das Unternehmen aus Konken ist in finanzielle Schieflage geraten. Die Kanzlei gab im Dezember an, dass die Bäckereibranche wegen des hohen Bedarfs an Gas und Strom zu jenen gehöre, die von der Energie-Krise besonders betroffen sind. Auch der Preisanstieg von Rohstoffen sowie die Anhebung des Mindestlohns habe zu einem unvermeidlichen Anstieg der Lohnkosten geführt. Diese Teuerungen habe die Bäckerei nicht eins zu eins an die Kunden weiterreichen können.

Der Geschäftsbetrieb mit 103 Mitarbeitern und 21 Filialen sei während des knapp achtwöchigen Insolvenzantragsverfahrens fortgeführt worden. „Daran ändert sich auch zum Datum der Insolvenzeröffnung nichts“, teilt Insolvenzverwalter Wellstein mit, der zuvor bereits die vorläufige Verwaltung übernommen hatte. Die Mitarbeiter seien in einer Personalversammlung am Dienstag über den aktuellen Stand und die Ziele informiert worden.

Bis Ende Februar würden Entscheidungen erwartet, wie es mittelfristig mit dem Betrieb weitergeht. Klar scheint: „Eine Sanierung des Unternehmens aus eigener Kraft ist betriebswirtschaftlich nicht machbar“, teilt der Anwalt seine Einschätzung mit. „Dies hat unsere Analyse ergeben.“ Heißt: Wenn es mit der Bäckerei oder zumindest einzelnen Filialen weitergehen soll, müssen sich ein oder mehrere Käufer finden.

Drei potenzielle Käufer

Interessenten gibt es laut Wellstein: „Insgesamt drei potenzielle Erwerber interessieren sich aktuell mit unterschiedlich regionalen Ansätzen für den Betrieb beziehungsweise Teile der Filialen.“ Die Verhandlungen laufen nach Angaben Wellsteins und sollten im Februar abgeschlossen werden.

Gleichwohl würden die Produktion und der Betrieb der Filialen im Februar uneingeschränkt fortgeführt – zunächst von Inhaber Volker Müller unter Leitung der Insolvenzverwaltung. Möglichen Käufern soll so die notwendige Zeit zur Prüfung einer Übernahme eingeräumt werden.

Die Großbäckerei ist vor knapp 27 Jahren gegründet worden, hatte sich ursprünglich aus einer Backstube heraus entwickelt. Bis zu 200 Mitarbeiter waren in den Hochzeiten beschäftigt. Neben den 21 Bäckereifilialen werden auch Großkunden mit Backwaren beliefert.

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