Konken
Bäckerei Müller: Für acht Filialen ist eine Lösung gefunden
Die gute Nachricht vorweg: 25 Arbeitsplätze von Mitarbeitern der Bäckerei Müller sind bereits gesichert, für acht ehemalige Filialen geht der Betrieb definitiv weiter. Das geht aus einer Mitteilung des Insolvenzverwalters Michael Wellstein hervor, Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht der in Kaiserslautern ansässigen Kanzlei Rochade Anwälte. Seit Dienstag würden acht ehemalige Müller-Filialen von der im Saarland ansässigen Bäckerei Gillen betrieben – samt der ehemaligen Müller-Mitarbeiter. „Die 25 Arbeitsplätze dieser Filialmitarbeiter sind also durch die übertragenden Sanierungen gesichert worden“, teilt Wellstein mit. Das gelte auch für zwei Standorte im Kreis Kusel: in Schönenberg und Herschweiler. Des Weiteren habe Gillen die Filialen in der Eisenbahnstraße in Kaiserslautern sowie in Ramstein, Katzweiler, Bann, Baumholder und Freisen übernommen. „Der Erwerber ist eine überregional im Saarland und der Pfalz tätige Bäckerei mit bisher 55 Filialen, zu der diese Standorte optimal passen“, erläutert der Insolvenzverwalter.
Interesse an einzelnen Filialen
Unklar ist bisher jedoch noch, wie es mit den übrigen 13 Filialen der Großbäckerei weitergeht. Am 1. Februar war das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Bäckerei und Konditorei Volker Müller eröffnet worden. Die Produktion der Backwaren und die Belieferung der übrigen Müller-Filialen könne bis maximal Ende Februar aufrechterhalten werden, schildert Wellstein. „Dadurch soll insbesondere die Chance zum Erhalt weiterer Standorte und Arbeitsplätze in den nächsten beiden Wochen gewahrt bleiben.“ Drei potenzielle Käufer interessierten sich noch für einzelne Filialen. Die Prüfung der Bücher dauere zum Teil noch an. Die Verhandlungen laufen laut Wellstein und sollen im Februar abgeschlossen werden.
Schlecht sieht es jedoch für die Produktionshalle im Konker Gewerbegebiet aus: Ein Interesse zum Weiterbetrieb der Produktionshalle über den 28. Februar hinaus habe nicht geweckt werden können, teilt der Anwalt mit. Den Mitarbeitern sei am Montag in einer Informationsveranstaltung „die daraus resultierende Notwendigkeit für den Ausspruch betriebsbedingter Kündigungen bis zum Monatsende“ angekündigt worden. Wellstein: „Dies betrifft zum einen die Mitarbeiter der Produktion in Konken und zum anderen die Mitarbeiter der Filialen, sofern sich bis Ende Februar nicht doch noch eine Lösung ergeben könnte.“
Bis zu 200 Mitarbeiter in den Hochzeiten
Das Unternehmen aus Konken mit ehemals 103 Mitarbeitern war in finanzielle Schieflage geraten. Die Kanzlei gab im Dezember an, dass die Bäckereibranche wegen des hohen Bedarfs an Gas und Strom zu jenen gehöre, die von der Energie-Krise besonders betroffen sind. Auch der Preisanstieg von Rohstoffen sowie die Anhebung des Mindestlohns habe zu einem unvermeidlichen Anstieg der Lohnkosten geführt. Diese Teuerungen habe die Bäckerei nicht eins zu eins an die Kunden weiterreichen können
Die Großbäckerei ist vor knapp 27 Jahren gegründet worden, hatte sich ursprünglich aus einer Backstube heraus entwickelt. Bis zu 200 Mitarbeiter waren in den Hochzeiten beschäftigt. Neben den ehemals 21 Bäckereifilialen werden auch Großkunden mit Backwaren beliefert.