Konken Aus für die Schweineschlachtung bei Braun: Kunden sollen keine Änderungen bemerken

Rinder (wie auch Schafe und Ziegen) werden weiterhin in Konken geschlachtet – die Schweine künftig im Saarland.
Rinder (wie auch Schafe und Ziegen) werden weiterhin in Konken geschlachtet – die Schweine künftig im Saarland.

Die Metzgerei Braun in Konken schlachtet bislang alle Tiere, die sie verarbeitet, selbst. Anfang des kommenden Jahres ändert sich das: Schweine werden künftig im Saarland getötet und zerlegt. Die Geschäftsführer erklären, wieso.

Die Geschichte der Metzgerei Braun reicht bis ins Jahr 1902 zurück. Die damalige Altenglaner Dorfmetzgerei ist längst ein mittelständisches Unternehmen und seit Jahrzehnten in Konken beheimatet. Der Betrieb wird mittlerweile in der fünften Generation geführt, an der Spitze stehen aktuell Katharina Braun und ihr Neffe Lukas. Rund 200 Mitarbeiter sind bei Braun auf der Erlenhöhe und in den mehr als zwei Dutzend Filialen in der Westpfalz und dem Saarland beschäftigt.

Um die Kunden mit Fleisch- und Wurstwaren zu versorgen, werden bei Braun in der Woche gut 180 Schweine geschlachtet, überschlägt Lukas Braun und ergänzt: „Vor Weihnachten und in der Grillzeit können es sogar noch mehr sein.“ Die Tiere kommen aus der Region, betont der Geschäftsführer, die Betriebe der Landwirte liegen in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern.

Kräftige Kostensteigerung für die Tierkörperbeseitigung

Künftig werden die Tiere weiter transportiert werden müssen. Wie Katherina Braun erklärt, werden ab Anfang Januar in Konken keine Schweine mehr getötet. „Die Kosten explodieren“, nennt die Geschäftsführerin als Grund für die Entscheidung, „Gas, Energie, Reinigungsmittel – alles wird teurer.“ Ein weiterer großer Kostentreiber sei die Gebühr für die Tierkörperbeseitigung. Denn beim Schlachten fallen auch Abfälle an.

„Nicht alles ist zum menschlichen Verzehr geeignet“, sagt Lukas Braun. Beispielsweise müssen der Magen- und der Darminhalt entsorgt werden, die Klauen und die Borsten. Das übernimmt in Rheinland-Pfalz die SecAnim Südwest GmbH, an die Landwirte (bei verendeten Tieren) wie auch Metzger (Schlachtabfälle) gebunden sind. Eine Alternative zur Tierkörperbeseitigungsanlage in Rivenich gebe es nicht. Seit dem Start der Metzgerei in Konken vor etwa 30 Jahren „haben sich die Gebühren dafür vervielfacht“, sagt Katharina Braun. Deshalb habe man sich – nach vielen Diskussionen und Gesprächen – für ein Partnerunternehmen entschieden.

Zusammenarbeit mit Familienbetrieb im Saarland

„Wir haben eine gute Lösung gefunden“, zeigt sich Katharina Braun überzeugt. Die Metzgerei arbeitet für die Schweineschlachtung nun mit einem Betrieb im saarländischen Perl-Besch zusammen. Im Schlacht- und Zerlegebetrieb der Familie Sternberg an der Grenze zu Luxemburg werden die Schweine aus der Pfalz ab dem 6. Januar getötet und zerlegt. Sobald die Schweinehälften durchgekühlt sind, werden sie nach Konken geliefert: „An der Weiterverarbeitung bei uns ändert sich nichts“, sagt Lukas Braun, der wie seine Tante sicher ist, dass Kunden keinen Unterschied bemerken werden.

Katharina Braun: „Wir hatten als Partner einen Betrieb in unserer Größe gesucht, mit Menschen, die so ticken wie wir.“ Mit dem Familienbetrieb im Saarland sei das so. „Die teilen unsere Vorstellungen, was Schlachtbedingungen und Tierschutz angeht“, sagt die Geschäftsführerin, die Tierärztin ist. So sei ein guter Kompromiss entstanden – mit dem Nachteil, dass die Tiere weiter transportiert werden müssen. Doch es gebe im südlichen Rheinland-Pfalz und im Saarland schlicht kaum noch Betriebe, die Schweine schlachten, erzählt Lukas Braun. Mit dem Logistikunternehmen SVG habe man zudem einen erfahrenen Partner für die Transporte gefunden: „Uns ist wichtig, dass mit den Tieren ordentlich umgegangen wird.“

Lösung bietet Planungssicherheit

Auf der Erlenhöhe wird weiterhin geschlachtet. Neben Rindern für die eigenen Produkte bleibt die Lohnschlachtung für Schafe und Ziegen erhalten. Stellen werden in Konken ebenfalls keine eingespart, die Mitarbeiter werden in der Zerlegung eingesetzt, nur der Aufwand und die Kosten für Schlachtung und Reinigung entfallen, wie Katharina Braun unterstreicht. Die beiden Geschäftsführer zeigen sich erleichtert, dass die neue Lösung langfristige Planungssicherheit biete – für den eigenen Betrieb und die Landwirte, die bei der Schweinemast enge und (auch aus Tierschutzgründen) strenge Zeitpläne einhalten müssen.

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