Glanbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Asiatische Hornisse: Experte spricht über Gefahren und was man gegen Nester tun kann

Dunkle Körper, gelbe Beinenden. Unter anderem daran lässt sich die Asiatische Hornisse von ihrer europäischen Verwandten untersc
Dunkle Körper, gelbe Beinenden. Unter anderem daran lässt sich die Asiatische Hornisse von ihrer europäischen Verwandten unterscheiden.

Die Asiatische Hornisse ist in vielen Regionen angekommen. Wo sie nistet und welche Meldestellen helfen, erläutert Experte Holger Schwarz in einem Vortrag in Glanbrücken.

Vor mehr als 20 Jahren wurde die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) nach Europa eingeschleppt. Sie hat sich mittlerweile so stark ausgebreitet, dass sie als etablierte Art gilt.

Wie lässt sich die invasive Asiatische Hornisse von der Europäischen Hornisse unterscheiden?
Während die Europäische Hornisse eher rotbraun ist, wirkt ihre asiatische Verwandte deutlich dunkler. Der Hinterleib ist bei der heimischen Art eher gelb; bei der invasiven Art ist er überwiegend schwarz mit einem gelben Streifen.

Die Tiere unterscheiden sich auch im Flugverhalten. Die Asiatische Hornisse fliege aggressiver, während die heimische Art eher gemächlich brummend unterwegs sei. Zudem seien sie im Sitzen gut auseinanderzuhalten: Die Asiatische Hornisse habe gelbe Beinenden, die heimische Art sei dort eher rotbraun, sagt Holger Schwarz, Imker und Experte für die Asiatische Hornisse des Velutina-Netzwerks-Saar.

Holger Schwarz
Holger Schwarz

Warum ist die Asiatische Hornisse ein Problem?
Natürliche Feinde, die ihre Bestände wirksam regulieren, sind hierzulande kaum bekannt. Die Europäische Hornisse baut in einem Gebiet von etwa einem Quadratkilometer meist zwei bis drei Nester mit je 700 bis 800 Tieren. Bei der Asiatischen Hornisse seien es zwölf bis 15 Nester – mit teils doppelt so vielen Bewohnern. Die invasive Art hat Schwarz zufolge einen enormen Eiweißbedarf: Pro Nest würden elf bis zwölf Kilogramm Insekten erbeutet. Das könne die Artenvielfalt gefährden – auf dem Speiseplan stünden Honig- und Wildbienen, Libellen, Schmetterlinge und auch Spinnen.

Neben der Dezimierung einheimischer Insekten und der schleichenden Schwächung von Bienenvölkern gebe es auch Risiken für Obst- und Weinbau, ergänzt Schwarz. Früchte könnten angefressen werden; außerdem sinke die Bestäuberleistung, wenn Insektenbestände zurückgingen.

Zudem verteidigten Asiatische Hornissen ihre Nester deutlich energischer als die europäische Art. Bei Störungen – etwa wenn am Nest gerüttelt werde – könnten sie Menschen in Gruppen angreifen. Ihr Gift gelte als stark allergen; zudem unterscheide sich die Zusammensetzung von der der Europäischen Hornisse. Schwarz geht davon aus, dass die Anzahl der Stichereignisse mit der weiteren Ausbreitung steigen wird. Dennoch sei es wichtig, keine Panik zu verbreiten. Wer ausreichend Abstand zu Nestern halte – etwa fünf Meter –, müsse in der Regel keinen Angriff befürchten.

Wo bauen sie ihre Nester?
Während die Europäische Hornisse in Dachböden und hohlen Bäumen nistet, ist die Asiatische Hornisse weniger wählerisch. Schwarz habe bereits Nester im Boden gefunden, aber auch in Bäumen in bis zu 32 Metern Höhe. Oft fänden sich Nester in Vogelnistkästen, kleinen Hütten, Hecken oder auch in Kissenboxen – und damit mitunter in unmittelbarer Nähe zum Menschen.

Die großen Nester der Asiatischen Hornissen befinden sich häufig weit oben in den Baumkronen.
Die großen Nester der Asiatischen Hornissen befinden sich häufig weit oben in den Baumkronen.

Zunächst befinde sich im sogenannten Embryonalnest nur die Königin. Schlüpfen die Arbeiterinnen, entstehe ein etwa tennisballgroßes Primärnest, das bei genügend Freiraum und ohne Störung weiter ausgebaut werde. Andernfalls werde im Mai oder Juni im Umkreis von rund 60 Metern häufig ein Sekundärnest gebaut – meist hoch im Baum.

Was sollte man tun, wenn man ein Nest findet?
Wer ein Nest findet, sollte Abstand halten und es nur von Fachleuten entfernen lassen. Eine Pflicht zur Entfernung gebe es nicht. In Rheinland-Pfalz könne die Beseitigung – je nach Aufwand – mehrere Hundert Euro kosten; im Saarland erfolge sie über das Velutina-Netzwerk-Saar kostenfrei.

Fallen sollten nicht aufgestellt werden, da sie auch nützliche und geschützte Arten fangen können. Sichtungen können über die Plattform „ArtenFinder“ unter https://artenfinder.rlp.de gemeldet werden. Dort sind nacheinander die Reiter „Meldeaufruf“ und „Meldeaufruf Asiatische Hornisse“ auszuwählen.

Info

Holger Schwarz berichtet in seinem Vortrag am Samstag, 28. Februar, ab 15.30 Uhr im Bürgerhaus Glanbrücken über die saisonalen Gefahren durch die invasive Art und macht auf Probleme sowie Möglichkeiten für Imker im Umgang mit den Tieren aufmerksam. Anmeldungen per Mail an info@imkerverein-glanbruecken.de. Um eine Spende wird gebeten.

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