Kreis Kusel Arbeitslosenquote im April bei 4,5 Prozent – Corona verhindert Frühjahrsbelebung

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Die Arbeitslosenquote im Kreis Kusel ist im April um 0,2 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent gestiegen. Statt der zu dieser Jahreszeit üblichen Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt gibt es in diesem Frühling kaum neu zu besetzende Stellen.

Man muss in den Statistiken schon einige Jahre zurückblättern, um für den Kreis Kusel eine Unterbeschäftigungsquote von 6,9 Prozent zu finden – so wie die Agentur für Arbeit sie für den April ausweist. Zur Unterbeschäftigungsquote werden auch jene Menschen gezählt, die in der Arbeitslosenstatistik nicht auftauchen, weil sie beispielsweise in einer Qualifizierungsmaßnahme stecken. Die zumeist angeführte Arbeitslosenquote ist demnach stets niedriger: Sie liegt im April für den Kreis Kusel bei 4,5 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat, 0,3 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.

Viel Kurzarbeit beantragt

Der Grund für den Anstieg – zu einer Jahreszeit, in der die Quoten normalerweise sinken – ist klar: Vor der Corona-Krise gab es in den Unternehmen alle Hände voll zu tun, in der Westpfalz wurde gar ein Höchststand in der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erreicht; jetzt aber fehlen Aufträge, Lieferungen oder schlichtweg Kunden. Die Folge: Den Unternehmen und damit den Beschäftigten mangelt es vorübergehend an Arbeit.

Damit die Arbeitgeber ihre Angestellten nicht entlassen müssen und ihre Fachkräfte halten können, gibt es die Möglichkeit der Kurzarbeit. Sehr viele Unternehmen nutzen diese – das ist ein Grund dafür, dass die Arbeitslosenquote bislang nur moderat gestiegen ist. „Wir sind seit rund sechs Wochen intensiv mit der Bearbeitung von Arbeitsausfallanzeigen und Leistungsanträgen auf Kurzarbeitergeld beschäftigt“, schildert Peter Weißler, Leiter der für die gesamte Westpfalz zuständigen Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens.

Kaum neue Stellen

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt ist der Krise dennoch komplett zum Opfer gefallen: In den vergangenen vier Wochen sind nicht nur deutlich mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit gerutscht, es haben auch weniger Arbeitssuchende eine Stelle gefunden als im April üblich. Hinzu kommt, dass verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen nicht stattfinden oder fortgesetzt werden können und die Menschen wieder arbeitslos gemeldet sind.

„Die sich nicht fortsetzende Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt wird auch mit Blick auf das Arbeitsstellenangebot deutlich. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr spürbar zurückgegangen“, sagt Peter Weißler. 13 neu zu besetzende Stellen wurden im April aus dem Kreis Kusel gemeldet, im Bestand der Arbeitsagentur befinden sich nun 348. Das sind 27 Jobs weniger als im März, 100 weniger als vor einem Jahr. Dass dieser Bestand nicht noch weiter zurückgegangen ist, liegt laut Arbeitsagentur auch daran, dass weniger Arbeitsstellen durch Arbeitgeber besetzt wurden.

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