Kreis Kusel / St. Julian RHEINPFALZ Plus Artikel Anna-Lena Rumpf ist die neue Kuseline: Wie sie den Kreis vertreten möchte

Freut sich auf ein wohl turbulentes Amtsjahr: die künftige Kuseline Anna-Lena Rumpf.
Freut sich auf ein wohl turbulentes Amtsjahr: die künftige Kuseline Anna-Lena Rumpf.

Die Entscheidung ist gefallen, wer Mariana Varejão Pinheiro als Kuseline beerben wird: Anna-Lena Rumpf. Warum die 25-Jährige aus St. Julian sich für das Amt beworben hat.

Es lag am späten Donnerstagabend Spannung in der Luft, als Mariana Varejão Pinheiro im Kellergewölbe der Zehntscheune auf Burg Lichtenberg vor die Bewerberinnen trat: Mit Blumenstrauß in der Hand verkündete die amtierende Kuseline, wer ihre Nachfolge antritt – und ein riesiger Stein fällt vom Herzen. So beschreibt Anna-Lena Rumpf zumindest ihre innere Gefühlslage, als Mariana Pinheiro ihren Namen verkündete und klar ist, wer ab der nächsten Herbstmesse als 47. Kuseline den Kreis repräsentiert. Freude stieg nicht nur bei ihr auf, sondern auch ihrer Familie: Die ließ es sich nicht nehmen, der künftigen Kuseline unmittelbar nach der Wahl um den Hals zu fallen und gebührend zu feiern.

Erste Gratulantin: Kuseline Mariana Varejão Pinheiro (links) beglückwünscht Anna-Lena Rumpf.
Erste Gratulantin: Kuseline Mariana Varejão Pinheiro (links) beglückwünscht Anna-Lena Rumpf.

„Es fühlt sich wirklich besonders an, wie ein neues Lebensgefühl“, sagt Rumpf einen Tag nach ihrer Wahl, an dem sie immer noch mit Gratulationen geradezu überschüttet werde – sowohl von Freunden und Bekannten als auch ehemaligen Kuselinen. Warum sie sich selbst für das Amt als Repräsentantin des Kreises beworben hat? „Ich möchte den Kreis vertreten, um den Menschen etwas zurückzugeben“, sagt die 25-Jährige, die in Hinzweiler aufgewachsen ist und heute in Eschenau, einem Ortsteil von St. Julian, lebt. Zuvor habe sie sie wegen beruflicher Gründe eineinhalb Jahre lang in der Nähe von Stuttgart gewohnt – und gemerkt, wie sehr sie doch ihre Heimat in der Westpfalz vermisst. Ab da, sagt Rumpf, sei der Gedanke aufgekeimt, sich irgendwann als Kuseline zu bewerben.

Künftiger Landrat wählt als Beigeordneter mit

Rumpf konnte am Donnerstag sich gegen mehrere starke Mitbewerberinnen durchsetzen. „Es war keine einfache Wahl“, verdeutlichte Benjamin Ginkel, Redaktionsleiter der RHEINPFALZ in Kusel und Mitglied der Juroren-Runde, kurz bevor die Entscheidung verkündet wurde. In der Jury stimmten auch ein paar neue Gesichter mit – darunter Johannes Huber (CDU), der Mitte Oktober seinen Parteikollegen Otto Rubly als Landrat ablösen wird.

Auch Thomas Hintermeier, seit Januar 2025 Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Kusel, feierte in der Runde seine Premiere. Ebenfalls erstmals mit von der Partie: Sarah-Michelle Heinrich als Repräsentantin der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Für andere Mitglieder der Jury ist die jährliche Abstimmung fast schon Routine – für Stefan Spitzer etwa, der als Bürgermeister der Verbandsgemeinde zum letzten Mal mitwählen durfte, aber allen voran für Gerd Rudolph, Vorsitzender des Flugsportvereins Kusel, der seit Anbeginn der Kuseline-Wahl dabei ist. Wie es Tradition ist, stimmte zudem Mariana Varejão Pinheiro als amtierende Kuseline mit.

An der Stätte des Triumphs: Noch am Wahlabend in der Zehntscheune freuten sich Eltern und Freund mit Anna-Lena Rumpf.
An der Stätte des Triumphs: Noch am Wahlabend in der Zehntscheune freuten sich Eltern und Freund mit Anna-Lena Rumpf.

Auch für RHEINPFALZ-Redakteurin Michelle Pfeiffer ist die Kuselinen-Wahl eine Herzensangelegenheit. Zum ersten Mal moderierte sie die Wahlveranstaltung, bei der sich die Bewerberinnen den Fragen der Jurymitglieder stellen mussten. Wie wollen sie den Kreis Kusel repräsentieren? Was wissen sie über ihre Heimat? Das galt es in den Vorstellungsrunden herauszufinden, die sich über fast zweieinhalb Stunden zogen.

Klar gehört auch Nervosität zu so einer Wahl – doch diese lockerte sich nach vielen Gesprächen unter den Kuseline-Anwärterinnen immer mehr auf, sodass sie am Ende vor der Verkündung gefasst wieder vor die Jury traten. Fast als ob es eingeplant gewesen wäre, fiel der Name von Anna-Lena Rumpf um Punkt 22 Uhr – und die 25-Jährige zeigte sich sichtlich erleichtert.

Konstrukteurin und Karnevalsfan

Rumpf pflegt in ihrer ehemaligen Heimatgemeinde seit ihrer Kindheit eine enge Verbundenheit zum Karnevalsverein Wilder Haufen, bei dem sie seit vergangenem Jahr zudem als Tanzlehrerin aktiv ist. Tanzen, so Rumpf, sei mit Abstand ihr größtes Hobby.

Darüber hinaus ist die 25-Jährige bei der evangelischen Jugendzentrale Kusel aktiv und beteiligte sich in der Vergangenheit auch bei mehreren Projekten des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. „Gerade in so schwierigen Zeiten finde ich es wichtig, sich dafür einzusetzen“, sagt die künftige Kuseline, die sich nach ihrem Abschluss an der Realschule plus in Kusel für eine Ausbildung entschied. Nach einer Lehre zur Kfz-Mechatronikerin bildete sie sich zur Technikerin weiter und arbeitet heute als Konstrukteurin und Produktdesignerin bei der Firma Main-Metall in Altenglan.

Amtswechsel am Messefreitag: Mariana Varejão Pinheiro (links) und ihre Nachfolgerin Anna-Lena Rumpf.
Amtswechsel am Messefreitag: Mariana Varejão Pinheiro (links) und ihre Nachfolgerin Anna-Lena Rumpf.

Mit dem Kreis Kusel verbinde sie Heimat, Verbundenheit, Familie und Freunde, sagt Rumpf. Ihr sei es vor allem wichtig, Präsenz zu zeigen – auch in Orten im Landkreis, die sie bisher noch nicht so richtig kennenlernen durfte. „Darauf freue ich mich schon“, sagt die 25-Jährige, die sich für die Inthronisierung allerdings noch etwas gedulden muss. Termin ist traditionell der Beginn der Kuseler Herbstmesse – dieses Jahr am Freitag, 5. September.

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