Schönenberg-Kübelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Anfangs im Container: Medizinisches Versorgungszentrum geplant

 Bis der Neubau des MVZfertiggestellt ist, sollen Container als Übergangslösung entweder hinter dem Bürgerhaus Schönenberg ...
Bis der Neubau des MVZfertiggestellt ist, sollen Container als Übergangslösung entweder hinter dem Bürgerhaus Schönenberg ...

Für den Südkreis ist es eine gute Nachricht: In Schönenberg-Kübelberg soll ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit drei bis fünf Ärzten verschiedener Fachrichtungen entstehen. Bis es öffnen kann, könnten allerdings mehrere Jahre vergehen. So lange will der Verantwortliche Dietmar Kraus aber nicht warten.

Idealerweise werde das neue MVZ mit einem Internist, einem Chirurg und einem Orthopäden besetzt. „Die decken 80 Prozent der Krankheiten ab, mit denen Patienten zum Arzt kommen“, sagt Dietmar Kraus. Der Arzt für Allgemein-, Sucht- und Sportmedizin mit Praxis in Schönenberg will das MVZ möglichst schnell auf den Weg bringen. Ein Investor stehe bereit, sagt Kraus, als Standort sei ein Gelände bei den Fachmärkten vorgesehen. Allerdings ist das schon die erste Hürde, die Kraus zu nehmen hat. Bis der Neubau steht, vergehen zwei bis drei Jahre, „eher mehr“.

Aber so viel Zeit will sich der Arzt nicht lassen: Der Mietvertrag für seine Praxis in der Glanstraße ende zum 31. Dezember und könne nicht verlängert werden. Also peilt der 67-jährige Kraus eine Zwischenlösung an: Er will auf 100 Quadratmetern auf dem seitlichen Parkplatz vorm Rathaus, neben der evangelischen Kirche, fünf Arztpraxis-Container aufstellen, dort weiterarbeiten und gleichzeitig den Aufbau des MVZ organisieren. Die Container – sie kosten Kraus nach eigenen Angaben rund 200.000 Euro - könnten innerhalb von zwölf Wochen stehen, solange könnte er in seiner jetzigen Praxis weiterarbeiten.

Ärztemangel im Kreis

Kraus zweifelt nicht, dass Bedarf für ein Medizinisches Versorgungszentrum vorhanden ist. Im Landkreis Kusel seien mittlerweile acht Hausarztstellen unbesetzt, das Durchschnittsalter der Mediziner im Landkreis liege schon jetzt über 60 Jahre. Und eine der Lösungen für den Ärztemangel sei ein MVZ. Für dessen Betrieb brauche es mindestens zwei Ärzte. „Es gibt bereits einen weiteren Arzt für die Gründung des MVZ“, sagt Kraus, nach anderen Medizinern will er sich umschauen. Er ist zuversichtlich, dass er Interessenten finden wird. Unter jüngeren Kollegen beispielsweise, „die heutzutage lieber im Team arbeiten wollen“ als abgeschottet in der eigenen Praxis. Oder bei Ärztinnen, die in Teilzeit arbeiten und sich auf Stundenbasis anstellen lassen möchten. Als Organisationsform des MVZ stellt sich Kraus eine Partnerschaftsgesellschaft vor, ähnlich wie bei Rechtsanwälten: Die beteiligten Mediziner sind gleichberechtigte Partner, alternierend übernimmt einer die Leitung.

Aber was treibt Kraus an, sich mit 67 Jahren diese Last aufzubürden und ein solches Versorgungszentrum gründen zu wollen? Nun, sagt der Arzt, zur Ruhe setzen wolle er sich noch nicht, auch weil er zwei Söhne in Ausbildung habe. Nicht zuletzt glaubt er, für seine Praxis in einem Versorgungszentrum eher einen Nachfolger zu finden als am bisherigen Standort. Grundsätzlich ist Kraus überzeugt, dass jüngere Ärzte eher in ein MVZ einsteigen als dass sie eine bestehende Praxis übernehmen.

Mit der Ortsgemeinde Schönenberg-Kübelberg und Ortsbürgermeister Thomas Wolf hat sich Kraus, der seit 1987 in dem Ort seine Praxis betreibt, bereits über seine Pläne ausgetauscht und eine positive Rückmeldung erhalten. Es liege jetzt auch an der Gemeinde, die Container-Zwischenlösung zu forcieren.

Ärztliche Zukunft sichern

Thomas Wolf hat das Projekt am 9. Dezember im Ortsgemeinderat vorgestellt. Noch im Januar könnte der Bauantrag für die Errichtung der fünf Arztpraxis-Container genehmigt werden. Danach werden die Unterlagen an die Kreisverwaltung weitergereicht. Obwohl Wolf noch Ausschau hält nach alternativen Standorten in Schönenberg-Kübelberg, ist der gemeindeeigene Platz neben der evangelischen Kirche sein Favorit. „Dort ist die Infrastruktur vorhanden“, es gebe Wasser und Strom, Parkplätze und die Bushaltestelle, sagt Wolf. Dass es Kritik gibt an der Wahl des Standorts für die Arztpraxis-Container, das will er nicht ausschließen, weil beispielsweise vier Parkplätze wegfallen würden. Aber die zu opfern müsse man bereit sein. „Ich will schließlich, dass das MVZ in Schönenberg gebaut wird“, sagt Wolf.

Das Projekt biete die große Chance, die medizinische Versorgung in der Gemeinde und darüber hinaus in Zukunft zu sichern – mit jungen Ärzten. Wo im Ort das Medizinische Versorgungszentrum letztendlich hingebaut wird, darüber sei das letzte Wort noch nicht gesprochen, sagt Wolf. Er bestätigt, dass ein Investor am Gelände rund um die Fachmärkte interessiert ist. Das alles sei aber noch weit weg. „Vielleicht gibt es noch einen Standort, der schneller umzusetzen ist“, sagt Wolf.

... oder in der Nähe der evangelischen Kirche aufgestellt werden.
... oder in der Nähe der evangelischen Kirche aufgestellt werden.
Dietmar Kraus macht sich für ein Medizinische Versorgungszentrum stark.
Dietmar Kraus macht sich für ein Medizinische Versorgungszentrum stark.
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