Kreis Kusel
Amerikanische High-School-Bands begeistern ihr Publikum in Waldmohr
Es hätte ein Open-Air werden sollen, stattdessen ging’s zum großen Konzert der beiden Ramsteiner High-School-Bands in die Kultur- und Festhalle, wo nicht nur musikalisch improvisiert wurde.
Dieses Jahr sollten die Schüler der Ramstein High-School-Bands eigentlich auf dem historischen Innenhof des früheren Amtsgerichtes spielen. Doch den kühlen Temperaturen geschuldet, zog man in die Kultur- und Festhalle um. Das das Blasorchester „Concert Winds“ und die Band „Jazz Limited“ packten also in der Halle die Notenständer und Instrumente aus. Seit nunmehr 17 Jahren bereichern die jungen Musiker das Kulturprogramm von Waldmohr, wie deren Kulturbeauftragter Werner Braun in seinen Begrüßungsworten sagte.
Fünf Minuten zum Träumen
Ein kurzer Trommelruf, dann erklangen Trompeten, Posaunen, Hörner, Klarinetten. Kurzum, 45 junge Musiker wippten mit den Füßen und schmetterten den offiziellen Marsch des Korps der Marineinfanterie der Vereinigten Staaten. Der wurde Ende des 19. Jahrhunderts von John Philip Sousa komponiert. Als „König der Marschmusik“ bekannt, hat er auch das nach seinem Namen genannte Sousaphon entwickelt. Aus seiner Feder stammen unter andrem auch die weltberühmten Märsche „The Washington Post“ oder „The Stars and Stripes Forever“. Beide Märsche gaben die jungen Amerikaner bei ihren Auftritten in Waldmohr bereits zum Besten.
Bravorufe und Applaus der gut 100 Besucher gab’s bei Mozarts „Figaros Hochzeit“, dem Jacob Gades verruchter Tango „Jalousie“ folgte. Bevor sich „Concert Winds“ mit klingendem Spiel und einem schallenden „Glory, Glory, Halleluja“ verabschiedete, zogen die jungen Musiker mit „Serenata“ nochmals alle Register ihres Könnens. Das von Leroy Andersons komponierte Stück wirkte sehr mondän, es hatte aber auch einen Schuss spanischen Esprit. Kurzum: Es war einfach wunderschön und lud für Minuten zum Träumen ein.
Zwischenapplaus und Bravorufe
Nach einer kurzen Pause läutete „Jazz Limited“ auch in diesem Jahr wieder die Stunde der Solisten ein. Sie groovten, einer hantierte gar mit einem aus der Not geborenen Trichter – weil er den Posaunendämpfer vergessen hatte. Spontan organisierte der Hausmeister jenes kleine Haushaltsgerät, mit dem der junge Estes Cantarero-George beim „Bluesette“ aus seiner Posaune herrliche Klangbilder zu zaubern vermochte. Ebenso begeisterte Blake Peterson am Flügelhorn. In die Welt des Bossa Nova entführte Jordan Hodson mit seinem Tenorsaxofon: Mal traurig, mal ruhig, dann wieder kraftvoll, rückte er das weltberühmte „Mädchen vom Strand von Ipanema“ herrlich ins Bild – oder besser: in die Fantasie der Besucher.
Erlös fließt in die Jugendarbeit
Aufbrausender Zwischenapplaus gab’s auch für die Pianistin Lizabeth Watts und den Bassisten Alex Coley sowie für Malachi Thorne, der am Altsaxofon überzeugen konnte. Für seine fast halsbrecherischen Tonfolgen, die er glasklar ausstieß, ernte Trompeter Teddy Word gar Bravorufe. Jung, wild und voller Rhythmus präsentierte sich Drummer Alex Sims, der am Ende der Zugabe, dem Stück „Cutting Edge“ das Publikum förmlich von den Stühlen riss.
Neben lobenden Worten vom Kulturbeauftragten Braun, ins Englische übersetzt von Rosemarie Saalfeld, gab es für den Leiter der beiden Ramstein High-School-Bands, Mario Bertoluzzi, wie auch für Al Bernasconi, der am Mischpult saß, kleine Geschenke. Die eingespielten Geldspenden kommen der Jugendarbeit in Waldmohr zugute. Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch jene Altersgruppe für dieses außergewöhnliche Konzert einmal begeistern könnte, wie ein Waldmohrer Bürger anmerkte, als er einen Schein in die Spendenbüchse fallen ließ ...