Kreis Kusel Alles, was Tasten hat

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Auf dem Udenhof in Kappeln betreibt Bernd Litzenberger eine private Musikschule. Ob Klavier, Keyboard oder Orgel: Alles, was Tasten hat, kann man auf dem ehemaligen Bauernhof lernen. Der Spaß steht dabei im Vordergrund. So motiviert, haben die Schüler auch schon Erfolge bei Kreismusikwettbewerben eingefahren.

Derzeit unterrichtet Litzenberger 30 Schüler zwischen fünf und 70 Jahren aus einem Umkreis von rund 20 Kilometern. „Die meisten sind Kinder und Jugendliche“, erzählt der 56-Jährige. Schon vor der Gründung der Musikschule Litzenberger 1991 habe er Jüngeren hin und wieder etwas beigebracht, erzählt der Musikfreund. „Ich habe immer viel Spaß mit Musik gehabt. Damals wurde ich gefragt, ob ich nicht an einer Musikschule in Lauterecken unterrichten will.“ Nachdem er dort einige Zeit als Lehrer wirkte, habe er schließlich seine eigene Schule gegründet, blickt Litzenberger zurück. Auch Angestellte habe er darin schon beschäftigt. Zurzeit managt der Musikfan seine Schule wieder allein. Zumindest fast. Weil der Unterrichtsraum vis-à-vis des Wohnzimmers liegt, hat die Familie oft „Besuch“. „Bei uns geht es ziemlich familiär zu“, verrät Ehefrau Monika. Nicht selten versorgt sie wartende Eltern mit Kaffee, manchmal bringt jemand Kuchen mit. „Da passiert es auch schon einmal, dass man sich festquatscht“, erzählt Monika Litzenberger lachend. Hauptunterrichtstag ist der Samstag. Denn Bernd Litzenberger hat „nebenbei“ noch einen Vollzeitjob als Industriemaschineninstandhalter bei einer großen Firma in Bad Sobernheim. Weitere Schüler unterrichtet er montags und dienstags nach der Arbeit. Auch die Sonntage verbringt Litzenberger musikalisch, denn dann spielt er im Gottesdienst die Orgel in mehreren Kirchengemeinden. Wie er zur Musik gekommen ist? „Ich hatte in der Schule eine Flöte und auch schon mal eine Melodika in der Hand“, erzählt er. Aber beides sei nicht das Richtige für ihn gewesen. Denn der Elfjährige wünschte sich damals unbedingt Skier. „Meine Eltern haben mich dann überredet, es anstatt der Skier doch lieber mit einer Heimorgel zu versuchen“, erzählt er. Rasch war er von dem Instrument überzeugt, die Skier waren vergessen. Mit dem Rad fuhr er zum wöchentlichen Unterricht nach Schweinschied – ganz offenbar mit schnellem Erfolg: „Mit 13 habe ich dann das erste Mal die Kirchenorgel gespielt.“ Später bildete sich Litzenberger am Konservatorium in Kaiserslautern im Fach Klavier weiter. Damals spielte er auch in verschiedenen lokalen Bands. Er nahm Privatunterricht beim Kirchenmusikdirektor sowie bei einem weiteren Lehrer in Morbach und stellte sich mit der Zeit musikalisch immer breiter auf. Zuletzt lernte er Saxophon und spielt seither im Musikverein. Den Spaß, den die Musik ihm gibt, möchte Litzenberger auch an seine Schüler vermitteln. „Musik ist etwas, worin man schnell Bestätigung findet“, lautet seine Erfahrung. Der Unterricht in Theorie und Praxis findet überwiegend in Zweiergruppen statt. „Zu zweit macht es den Kindern einfach mehr Freude“, ist der ausgebildete Organist überzeugt. Durch Kopfhörer könne er sich jedem Schüler individuell widmen. Sein Lernangebot umfasse ernste wie auch Unterhaltungsmusik. Wichtig ist Litzenberger, dass die Schüler ihr Können auch öffentlich präsentieren und nicht nur im stillen Kämmerlein musizieren. So spielten sie schon beim Europäischen Bauernmarkt, und im Juni wollen sie die Bewohner des Lauterecker Altenheims erfreuen. Mehrere Schüler haben schon bei den Kreismusikwettbewerben Erfolge feiern können. Litzenbergers Musikschule ist gut ausgestattet mit mehreren E-Pianos und Keyboards. Auf Anfrage werden auch Instrumente für Neueinsteiger verliehen. Besondere Attraktion für die Musikschüler ist ein großer, glänzender Flügel im Erdgeschoss. Darauf spielt Litzenberger selbst am liebsten, manchmal sogar noch bevor er morgens zur Arbeit fährt.

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