Pfeffelbach
Ahnenforschung: Tragen die Pfeffelbacher blaues Blut in sich?
Dass Herzogin Luise von Coburg als Urmutter des englischen Königshauses gilt, ist längst bekannt. 1831 wurde sie in der Pfeffelbacher Kirche beigesetzt. Im Jahr 1844 wurden ihre Überreste nach Coburg überführt. Zu ihren Nachkommen gehört auch Prinz Albert, der Gemahl von Königin Victoria. Nicht zuletzt deshalb besuchte Sarah Ferguson, Herzogin von York, im Jahr 2019 Pfeffelbach, um die ehemalige Grabstätte der Herzogin zu sehen.
Nun gibt es allerdings Neuigkeiten, was die geschichtliche Verbindung von zahlreichen Pfeffelbachern ins englische Königshaus betrifft. Und nicht nur die. „Das betrifft Tausende Nachkommen weit über unseren Ort hinaus“, betont der ehemalige Ortsbürgermeister und Familienforscher Frank Aulenbacher. Auch wer sich Faus, Braun, Daniel, Blinn, Gutendorf, Kemmer, Müller, Matzenbacher, Becker, Hess, Jung, Theis, Schäfer, Hotz, Weyrich, Mack oder Diehl schreibt, finde in den neuen Forschungen nun einen Teil seiner Familiengeschichte, sagt er.
Ausflug ins Mittelalter
Angefangen hatte er mit der Ahnenforschung vor etwa 25 Jahren. „Am Anfang stand eine Tapetenrolle mit ungezählten Namen und Bildern“, erzählt Aulenbacher. Er führte Interviews und sammelte Familien-Daten, klingelte in der Nachbarschaft, recherchierte in Kirchenbüchern. Schließlich konnte er die Familiengeschichte grafisch in einem Computerprogramm darstellen.
Um zu belegen, was er herausgefunden hat, macht Aulenbacher einen Ausflug ins Mittelalter: Dort trifft er den um 1580 in Pfeffelbach geborenen Peter Aulenbacher, dessen Nachfahre Johann Philipp Christian Aulenbach 1805 die Ehe mit Caroline Schweppenhäuser eingegangen ist. Deren Vorfahren wiederum haben eine Verbindung zu dem 1823 geborenen Alexander Ludwig Georg Friedrich Emil von Battenberg. Dieser war ein Vorfahr von Philipp Mountbatten, dem Vater von König Charles.
Diese Verbindung ins Königshaus war Aulenbacher schon länger bekannt, „aber ich habe es so weit wie möglich für mich behalten, auch schon als Fergie im Dorf war“, erzählt er. Zur 900-Jahr-Feier an Silvester hat er den perfekten Termin gefunden, um seine Recherchen in einem Vortrag publik zu machen. Seither sei er von vielen Personen schon darauf angesprochen worden, schildert Aulenbacher. Er recherchierte quer durch Pfarrhäuser, ins russische Zarenreich, und quer durch die Adelshäuser bis zu Alexander von Hessen-Darmstadt und fand heraus, dass das Grafengeschlecht von Battenberg zeitweise keine männlichen Nachfahren besaß.
Wegen Pfeffelbachern den Namen geändert
Um die Geschichte zu verkürzen: Als Ludwig Alexander von Battenberg die Royal Navy führte, übersetzte er seinen Familiennamen in Mountbatten, berichtet der Familienforscher und kommt zu dem Schluss: „Das englische Königshaus hat wegen uns Pfeffelbachern den Namen geändert.“ Bei seinen Recherchen findet er auch Hinweise auf den Kirchenreformator Johannes Schwebel sowie zum Hambacher Fest von 1832, zu Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth. So habe sich Friedrich Aulenbach mit der pfälzischen Freiheitsbewegung solidarisiert, die 1831/32 ihr Zentrum in Homburg und Zweibrücken hatte, und im Hambacher Fest ihre Sternstunde fand. Auch zu Erfindern oder den Mühlen am Glan gebe es Verbindungen.
Was tun mit all diesen spannenden Infos: Aulenbacher möchte mit anderen Genealogen ein Netzwerk gründen und ein neues „Ortssippenbuch“ für Pfeffelbach herausgeben. Einige Kollegen wie Rudi Jung, der Kirchenbücher abgeschrieben hat, oder auch Ines Fellinger aus dem Saarland hätten schon wichtige Arbeiten geleistet, weiß er. Allerdings sei auch eines sicher: „Fertig wird man damit nie“, sagt Aulenbacher.