Kusel Zwischen Latwerge und Ziegenkäse

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Mit der Vermarktung eigener Produkte können landwirtschaftliche Betriebe Geld hinzuverdienen. Zum Beispiel Familie Klein in Liebsthal. Zu den Selbstvermarktern gehört auch der Ziegenhof Theiß in Albessen. Wenn dort auch alles ganz anders anfing, wie Ute Theiß berichtet.

Als Ute Theiß ihr zweites Baby bekam, war die ältere Tochter davon nicht so angetan. „Sie war etwas eifersüchtig“, erzählt die Mutter. Als das Mädchen eine kleine Ziege sah, setzte sie fortan alles daran, so ein Tier ihr Eigen zu nennen. „Wir konnten nicht nein sagen“, verrät die Mutter. Ihr Mann Dieter habe der kleinen Bergziege dann einen Stall gebaut. Doch irgendwann schwand das Interesse an dem Vierbeiner – zumindest bei der Tochter. „Uns hat die Ziege schon gefallen“, stellt Theiß klar. Milchziegen kamen hinzu: Beginn der kleinen Herde. Seit rund 20 Jahren hält Theiß Ziegen im Nebenerwerb und stellt dreimal pro Woche unterschiedlichste Käsesorten her. Etwa 40 Ziegen sind es aktuell, zudem werden rund acht Hektar im konventionellen Landbau bewirtschaftet. „Auf dem Europäischen Bauernmarkt haben wir damals den ersten eigenen Käse verkauft.“ Seither besuchen die Selbstvermarkter Bauernmärkte bis in den Hunsrück, Saarland und Vorderpfalz. Verkauft wird zudem im Haus der Kulinarischen Landstraße, auf Wern’s Mühle und ab Hof. Es sei zwar viel Arbeit, sagt die 55-Jährige, „aber es rentiert sich schon“. Seit 1995 vermarktet Marianne Klein aus Quirnbach selbstgekochte Marmeladen. „Die Idee kam aus dem Arbeitskreis Bäuerinnen“, berichtet Klein, deren Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb in Liebsthal bewirtschaftet. Der Arbeitskreis habe damals den „Korb vom Kuseler Land“ geschaffen. Unter 25 Sorten Marmelade sei Latwerge der Renner. Kürbismarmeladen und etliche mit Holunder sind ausgefallenere Sorten. Klein vermarktet ihre Waren, zu denen auch Öle, Sirup und Saures gehören, vor allem auf Bauernmärkten und im Kulinarischen Haus. Als zweites Standbein sieht sie ihre Arbeit allerdings nicht: „Es ist eher ein Hobby. Ich mache es gerne und erhalte dafür ein Taschengeld.“

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