Kusel Zwei Schallmauern durchbrochen

Die Volksbank Lauterecken hat im vergangenen Jahr gleich zwei Schallmauern geknackt: die 200-Millionen-Euro-Marke bei der Bilanzsumme und die 100-Millionen-Marke bei den ausgegebenen Krediten. Der Gewinn blieb zwar hinter dem 2013er Ergebnis zurück – in erster Linie aber, weil die Volksbank das Vermögen ihrer Stiftung aufgestockt hat. Und weil einiges investiert wurde.
Mit ihrer Stiftung unterstützt die Volksbank Lauterecken gemeinnützige Projekte von Kommunen und Vereinen in ihrem Geschäftsgebiet, das sich im Wesentlichen auf die Fläche der alten Verbandsgemeinde Lauterecken sowie das Gebiet rund um Otterbach erstreckt. 130.000 Euro steckte das Institut zusätzlich in seine Stiftung, deren Kapital sich damit auf 500.000 Euro erhöht hat, wie die beiden Vorstände Klaus Gerber und Joachim Wagner im Gespräch mit der RHEINPFALZ betonten. Rund 13.000 Euro aus den Zinserträgen der Stiftung sind im vergangenen Jahr ausgeschüttet worden. Weitere rund 12.000 Euro gab’s an sonstigen Spenden. Mit dem Geschäftsverlauf des Instituts sind die beiden Vorstände zufrieden – trotz der momentan wegen der Niedrigzinsphase sinkenden Margen und auch wenn die von oben vorgegebene Regulatorik immer mehr Ressourcen frisst. Sowohl Bilanzsumme als auch Kreditvolumen und Kundeneinlagen wuchsen moderat – „und das trotz der schlechten demografischen Entwicklung“ speziell in der alten Verbandsgemeinde Lauterecken, wie Gerber betont. Dass der Gewinn vor Steuern nicht in gleichem Maße gestiegen ist, hängt zum einen mit der Kapitalaufstockung der Stiftung zusammen, zum anderen mit erheblichen Investitionen. Im vergangenen Jahr ist die Filiale in Offenbach-Hundheim für rund 330.000 Euro saniert und ausgebaut worden, „weil es dort einen Bedarf für einen zweiten Beraterraum gegeben hat“ (Gerber). Zudem flossen 200.000 Euro in den Umbau der Geschäftsstelle in Olsbrücken. Einzig noch offenes Projekt im Filialnetz: die Geschäftsstelle in Odenbach. „Aber da wissen wir noch nicht so genau, was wir dort machen wollen“, räumt Wagner ein. Am bisherigen Konzept – in der Fläche bleiben, und das mit möglichst gleichbleibendem Personal – will die Volksbank weiterhin nichts ändern. „Die Kunden gehen hier nicht zu einer Bank, sondern sie gehen zu Menschen, die sie schon lange kennen. Das unterscheidet uns von einer Großbank“, sagt Gerber. Reichlich Kosten in den abgelaufenen zwei Jahren hat auch ein anderes Projekt ausgelöst. Alle Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker mussten ausgewechselt werden. Hintergrund: Sie liefen auf dem Betriebssystem WindowsXP, das vom Entwickler künftig nicht weiter gepflegt wird. 1,2 Millionen Euro kostete der Komplettaustausch. Gut sieht es für die Lauterecker Genossen – deren Zahl sank vor allem aus demografischen Gründen um zwei auf 2749, obwohl 91 Neumitglieder registriert wurden – bei der Eigenkapitalausstattung aus, die um weitere 1,5 Millionen Euro aufgestockt wurde. Die für 2019 vorgesehene Eigenkapitalquote ist damit laut Gerber bereits jetzt locker erfüllt. Die Genossen selbst werden sich über eine erneute Dividende in Höhe von 6,5 Prozent freuen dürfen – wenn die Versammlung im Frühjahr dem Vorschlag des Vorstands folgt. (wop)