Kusel Zur Sache: Die Geschichte der Orgel

Die evangelische Stadtkirche gilt als der größte und anspruchsvollste klassizistische Kirchenbau in der Westpfalz. Kompliziert ist die Orgelgeschichte des Gotteshauses, wie der Orgelbausachverständige Gero Kaleschke weiß. Die historische Kirche in Kusel verfügte laut Kaleschke einst über eine Orgel aus Neunkirchen am Potzberg. Als die Kirche in Kusel 1831 neu gebaut worden war, sei diese Orgel nach Heßheim verkauft worden, berichtet der Orgelbausachverständige. 1847/48 erhielt die Stadtkirche eine zweimanualige Stumm-Orgel mit 23 Registern. Das Orgelgehäuse aus Eiche stammt aus dieser Zeit. Wie auch heute sei die Spielanlage seitlich angeordnet gewesen. Das war so bis zum Jahr 1896. Anschließend erhielt die Kirche eine neue Orgel der Firma Walcker mit 27 Registern. 1960 sei diese umgebaut und elektrifiziert worden. Es habe drei Manuale und einen frei stehenden Spieltisch gegeben. Gespielt worden sei sie aber nur auf zwei Manualen mit 29 Registern. In den 1990er Jahren habe das Instrument seinen Geist aufgegeben. Wegen großer Qualitätsunterschiede sei damals entschieden worden, keine Reparatur vorzunehmen. 1997 sei in das alte Gehäuse die jetzige Orgel mit drei Manualen und 33 Registern der Windesheimer Orgelbaufirma Oberlinger gekommen. (suca)