Kusel Zurück zu den Wurzeln

Das Ökumenische Gemeinschaftswerk Pfalz hat Ulrich Weißenauer als neuen Gesamtleiter des Kuseler Haus im Westrich vorgestellt. Bereits im Februar übernahm der aus Glan-Münchweiler stammende Diplom-Sozialpädagoge die Nachfolge von André Völlers, der im September in seine schwäbische Heimat gewechselt war.
„Zurück zu den Wurzeln“ war eine Gesprächsrunde zwischen dem Geschäftsführer des Ökumenischen Gemeinschaftswerks Pfalz, Karl-Hermann Seyl, und Ulrich Weißenauer überschrieben. In lockerem Frage- und Antwort-Spiel konnten die Besucher allerhand über den „Neuen“ im Haus im Westrich erfahren. Seyl verriet aber auch, dass es gar nicht so leicht gewesen sei, eine Persönlichkeit zu finden, die dem Anforderungsprofil der Einrichtung gerecht wird. Mit der Leitung sei eine hohe Verantwortung verbunden. Außerdem habe das Gemeinschaftswerk Wert darauf gelegt, eine Person aus der Region anzustellen. Erst im zweiten Anlauf der Ausschreibungen habe es geklappt. Dabei ist Weißenauer, Jahrgang 1966, kein Unbekannter im Gemeinschaftswerk. Bei der Reha Westpfalz absolvierte er Zivildienst und Anerkennungsjahr. „Ich habe mich dort immer sehr wohlgefühlt“, schilderte er. Nicht zuletzt darum habe es ihn nun zurück zu den Wurzeln gezogen. Auch in der Kreisstadt ist der Diplom-Sozialpädagoge nicht unbekannt. In Glan-Münchweiler aufgewachsen, legte er sein Abitur am Kuseler Gymnasium ab. Das Studium der Sozialpädagogik führte ihn nach Ludwigshafen zur Evangelischen Fachhochschule. Anschließend ging es zurück zur Reha Westpfalz, wo er in der Tagesförderstätte sein Anerkennungsjahr machte. Mehr als 20 Jahre war Weißenauer bei der Stiftung Hospital in St. Wendel in unterschiedlichen Bereichen tätig. Er engagierte sich unter anderen beim Aufbau einer Wohnberatungsstelle, im ambulanten Bereich mit dem Aufbau eines Pflegedienstes sowie im Betreuten Wohnen und übernahm immer mehr Verantwortung. Zuletzt war er bei der Stiftung Hospital als Leiter der Altenhilfe mit 450 Mitarbeitern zuständig für Altenpflegeeinrichtungen sowie teilstationäre und ambulante Angebote. Weißenauer verfügt über Zusatzausbildungen wie etwa den Qualitätsmanager und ein Begleitstudium Betriebswirtschaft für Sozialunternehmen. Wie bei einem öffentlichen Bewerbungsgespräch fühlte Seyl dem Gesamtleiter auf den Zahn: Warum er sich nach so vielen Jahren „Entwicklungsarbeit im Ausland“ neu orientiert habe, wollte er wissen. „Ich fand die Einrichtung toll“, sagte Weißenauer mit Blick auf die Größenordnung. Als weitere Pluspunkte nannte er christliche Werte und Wohnortnähe. Weißenauer lebt mit Ehefrau und Sohn in Glan-Münchweiler. Nach fast zwei Monaten am neuen Arbeitsplatz resümierte er, er sei von allen sehr freundlich empfangen worden. Bei der Arbeit mit Menschen und für Menschen gefalle ihm, dass „man vieles zurückbekommt“, sagte er der RHEINPFALZ. Weißenauer ist im Haus im Westrich für knapp 60 Mitarbeiter zuständig – die meisten arbeiten im Wohnbereich und in der Tagesförderstätte. Unter den insgesamt 52 Plätzen für schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen sind noch einige frei. Seit 2009 ist die Einrichtung des Ökumenischen Gemeinschaftswerks in Kusel präsent. Dass zur Vorstellung von Ulrich Weißenauer zahlreiche Partner aus Stadt und Landkreis sowie Vertreter der Kirchen und der Lebenshilfe gekommen waren, freute Geschäftsführer Seyl. Denn „Teilhabe ist unser Ziel“, sagte er. Dies funktioniere nur mit einem Netzwerk ins gesellschaftliche Umfeld. Genau diese Teilhabe will Weißenauer weiterführen und verbessern. „Das prägt dieses Haus“, sagte er. Das Haus im Westrich sieht er gut aufgestellt. Er wolle sich weiter dafür einsetzen, dass Bewohner in der Stadt präsent sind und sich beteiligen. Mitarbeiter und Bewohner nahmen neben der kommunalen Politprominenz ebenfalls an dem Empfang teil. Musikalische Akzente setzten die Jazzmusiker Matthias Stoffel und Josef Seibert. (suca)