Kusel Zu Hause, aber nicht allein

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Pflege in der gewohnten Umgebung zu Hause – darum kümmern sich drei Ökumenische Sozialstationen und zwei private ambulante Pflegedienste im Landkreis Kusel. Insgesamt sind fast 300 Mitarbeiter für Pflegebedürftige im Einsatz – 24 Stunden, 365 Tage im Jahr.

Die größte der drei Ökumenischen Sozialstationen im Landkreis Kusel hat ihren Sitz in Brücken. Rund 700 Personen werden in den Verbandsgemeinden Glan-Münchweiler, Schönenberg-Kübelberg und Waldmohr betreut. 105 Mitarbeiter aus den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft, Tagesbegegnung und Verwaltung kümmerten sich um die Patienten, erläutert Pflegedienstleiterin Manuela Wemmert. Einen Anstieg registriert Wemmert beim Thema Demenz. Rund 60 Prozent der Pflegenden seien dementiell erkrankt, mit der neuen Pflegestufe 0 nehme die Versorgung durch die Sozialstationen zu. Weiterer Grund: „Das Thema kommt weiter aus der Tabuzone heraus“, bemerkt Wemmert. Insgesamt sieht Wemmert die Sozialstation gut aufgestellt. Denn seit Februar besteht die Kooperation mit Zoar (Rockenhausen), eine gGmbh wurde gegründet. Ein starker Partner mit stationärem Angebot stehe so zur Seite. Dies stütze den einst von Kirchengemeinden und Krankenpflegevereinen gegründeten Verein, insbesondere in Zeiten, in denen sowohl Kirchen wie auch Krankenpflegevereine um Mitglieder werben müssten und das Geld knapper werde. Für die Kunden habe sich durch die Kooperation mit Zoar nichts geändert, so Wemmert. Diana Baumann ist Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation Kusel-Altenglan. In den beiden Verbandsgemeinden werden derzeit rund 350 Patienten betreut. Insgesamt sind laut Pflegedienstleiterin Heike Müller 65 Personen beschäftigt, davon 23 Krankenschwestern. Der eingetragene Verein kümmert sich unter anderem um Grundpflege und Hauswirtschaft, übernimmt die von den Krankenkassen getragene Behandlungspflege, leistet Hospizarbeit, Beratungen und Verhinderungspflege. Die Ökumenische Sozialstation Lauterecken/Wolfstein betreut nach Angaben von Geschäftsführerin Angelika Göttel durchschnittlich 285 Kunden. 80 Mitarbeiter inklusive Ehrenamtlicher und Verwaltungskräften sind vom Standort Lauterecken aus im Einsatz, darunter 35 Pflegefachkräfte und 18 angelernte Pflegekräfte. Die Nachfrage nach Leistungen wie Behandlungs-, Körper– und Verhinderungspflege, Sterbebegleitung oder hauswirtschaftliche Versorgung werde stärker, registriert Göttel. Zu den Gründen zählt sie auch die Änderungen in der Pflegeversicherung. „Tritt ein neuer Bedarf auf, können wir am gleichen Tag oder am Tag darauf erstmals antreten“, schildert Göttel. Die Betreuung Demenzkranker zur Entlastung der Angehörigen sei ein besonderes Anliegen. Ferner bietet die Sozialstation unter anderem eine alternative Wohnform „Betreut Wohnen zu Hause“ wie auch eine Nachbarschaftshilfe an. Den größten Unterschied zu den privaten Diensten sieht Göttel in der Ökumene. „Unser Auftrag ist diakonisch-karitativ. Das bedeutet so viel wie möglich Zuwendung.“ Kerstin Schmidt, Inhaberin des privaten Pflegedienstes Mobilitas in Schönenberg-Kübelberg, sieht einen Unterschied zu den ökumenischen Diensten auch in dem größeren Fuhrpark der karitativen Dienste. Der seit 20 Jahren bestehende Pflegedienst beschäftige derzeit ausschließlich Mitarbeiterinnen - alles examiniertes Fachpersonal, wie die Krankenschwester betont. In vier Schichten würden rund 50 Patienten in den Verbandsgemeinden Schönenberg-Kübelberg, Waldmohr und Glan-Münchweiler betreut. Neben den üblichen Leistungen sollen auch pflegende Angehörige entlastet werden. „Die sehr geforderten Angehörigen stellen die Mitarbeiter mitunter vor größere Probleme als die eigentlichen Patienten und deren Pflege“, weiß die Pflegedienstleiterin. Insbesondere bei Demenzerkrankten sei dies der Fall. Daher gehöre zum Angebot auch die Entlastung für Angehörige. Im Norden des Landkreises wurde 1997 der ambulante Pflegedienst „Pflege mit Herz“ in St. Julian gegründet. Einsatzgebiete sind nach Angaben von Inhaber Wolfgang Michels die Verbandsgemeinden Lauterecken, Altenglan und Kusel. Der seit 2014 in eine GbR umgewandelte Dienst kümmere sich mit 27 Beschäftigten um etwa 100 Patienten, berichtet er. Im Zentrum stehen unter anderem die Sicherstellung der medizinischen Nachsorge nach einem Krankenhausaufenthalt sowie Pflegeleistungen, um die Gesundheit und Selbstständigkeit von Menschen im häuslichen Bereich zu bewahren. (suca)

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