Kusel Wochenmarkt in der Krise

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Auf dem Kuseler Wochenmarkt am Freitagvormittag ist es ruhiger geworden. Nachdem der Fischverkäufer wegen Erkrankung nicht mehr kommt, hat vor kurzem auch der Käse-Stand von Kai Lambers eingepackt. Marktmeister Christian Buch ist bemüht, den Wochenmarkt weiter attraktiv zu halten. Doch das ist offenbar gar nicht so einfach.

Derzeit bieten nur noch vier Händler ihre Waren auf dem wöchentlichen Markt am Kochschen Gelände an: die Metzgerei Eckel aus Cronenberg, der Gemüsestand aus der Vorderpfalz und eine Bäckerei, neu ist nach dem Weggang von Kai Lambers „Brotzeit“ ein Italiener mit Salami und Käse. „Die Vielfalt ist nicht mehr gegeben“, bedauert Lambers im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Neben Qualität, Lage und Öffnungszeiten sei die Angebotspalette ein wichtiger Maßstab für einen funktionierenden Markt. Der Blumenhändler sei weg, ein Spirituosenverkäufer habe aufgegeben, berichtet Lambers. Als dann noch der Fisch-Händler nicht mehr kommen konnte, zog er die Konsequenz. „Das war der Auslöser, dass wir nicht mehr nach Kusel fahren.“ Nicht am Kunden orientiert sieht der 52-Jährige zudem die Öffnungszeiten des Kuseler Marktes. „Zu 80 Prozent sind es Frauen, die einkaufen. Viele von ihnen sind berufstätig, und wenn sie Kinder haben, arbeiten sie meist vormittags. Unsere Kunden arbeiten also, wenn wir aufhaben“, illustriert der „Brotzeit“-Inhaber. In puncto Öffnungszeiten gibt es laut Lambers bei den Markt-Kollegen zwei Fraktionen: „Mancher ist noch in alten Traditionen verhaftet, mit Öffnungszeiten bis 12 Uhr“, bedauert er. Die Folge: Der Markt sei überaltert. Es werde zunehmend schwieriger, junge Leute für die „wunderbare Marktwelt“ zu gewinnen. Meist seien es Geschäftsleute aus Kusel selbst gewesen, die bei ihm eingekauft hätten, sowie Mitarbeiter von Behörden oder Sparkasse. „Eben zu 100 Prozent Stammkunden“, wie Lambers registrierte. Denn auf dem Areal des Kochschen Marktes könne man kaum mit Laufkundschaft rechnen: „Da fährt niemand vorbei und hält spontan.“ Anders sei es am großen Kreisel, dem seltenen Ausweichort des Wochenmarktes. Dort habe er beobachtet, dass Leute abbiegen, wenn sie die Marktstände sehen. 80 Prozent kämen sowieso mit dem Auto zum Einkaufen, schätzt Lambers, das sei auch am Kochschen Markt so gewesen. Hat der Kuseler Wochenmarkt denn überhaupt noch Zukunft? Marktmeister Christian Buch sagt Ja. Nach der Erkrankung des Fisch-Händlers versuchte der Beigeordnete der Stadt, Ersatz zu organisieren. Das Geschäft Fisch Schira ist zwar von einem Landauer Geschäftsmann übernommen worden und weiterhin in Kaiserslautern auf dem Wochenmarkt präsent. Nach Kusel wolle der neue Inhaber aber nicht kommen, bedauert Buch. „Der Fisch hat viele auf den Wochenmarkt gezogen“, weiß der Marktmeister. Buch ist dabei, mögliche Standbetreiber aus der Umgebung von Pirmasens und Idar-Oberstein/Birkenfeld anzufragen. Auch Walter Eckel, der mit seiner Metzgerei schon viele Jahre auf dem Wochenmarkt präsent ist, hatte sich um einen Nachfolger bemüht. Nachdem es keinen Fisch mehr gibt und nun auch der Käse-Stand weg ist, sinken laut Eckel die Umsätze. „Wir verlieren Kunden“, berichtet er und fügt hinzu: „Wir brauchen wieder jemanden, der Fisch anbietet, und jemanden mit Spezialitäten.“ Marktmeister Buch ist bemüht, das Angebot attraktiv zu gestalten. So sei der Käse- und Salami-Verkäufer neu dabei, der schon bei der Kuseler Messe und verkaufsoffenen Sonntagen seine Waren präsentiert hatte. Man habe auch schon erwogen, die Öffnungszeiten auszudehnen, um Berufstätigen weitere Möglichkeiten zum Einkaufen zu bieten. „Es gab auch schon Überlegungen, den Standort an den großen Kreisel zu verlegen“, schildert Buch. „Dort ist es nicht besser“, meint hingegen Eckel. Zwar kämen auch einige neue Kunden an den Kreisel, andere hingegen fehlten dort. Auch die Öffnungszeiten hält er für angemessen. Eckel: „Im Moment weiß keiner, wie es weitergeht.“ Kai Lambers sieht den Kuseler Wochenmarkt durchaus als gefährdet an. „Das ist aber kein spezielles Kuseler Problem“, stellt er klar. Der Donnerstagsmarkt in der Kaiserslauterer Königstraße leide unter der gleichen Malaise. Lambers hatte den Käse- und Feinkoststand von Iris und Gerhard Steinhauer an Ostern 2013 übernommen. Der „Stallgeruch“, wie ihn seine Vorgänger, die viele Jahre Adresse auf dem Wochenmarkt waren, in Kusel hatten, fehlte dem zugereisten Geschäftsmann womöglich ein wenig, meint er im Rückblick. Zwar habe er auch neue Kunden hinzugewinnen können, allerdings rund zehn bis 15 Prozent verloren. (suca)

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