Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne zu Stichwahlen und ehrlichen Findern

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Stichwahlen: Das große Zittern

Soo, die Wahlen sind geschafft. Und geschafft sind auch etliche Bewerber. Vor allem die, die es nicht gepackt haben. Am vergangenen Wochenende gab es noch einmal Stichwahlen dort, wo es bei den Kommunalwahlen drei Wochen zuvor keinen eindeutigen Sieger gegeben hatte.

Und während es in Lauterecken einen sehr deutlichen Sieg für Isabell Steinhauer-Theis gab, den viele auch so erwartet hatten, war am Sonntagabend in der Kreisstadt das große Zittern angesagt. Schließlich gewann SPD-Urgestein Jochen Hartloff mit einem hauchdünnen Vorsprung von 13 Stimmen vor dem Grünen Eckhard Steuer.

Der war zurecht ziemlich geknickt. Sagte zwar, gegen einen Hartloff – immerhin schon einmal jahrzehntelang Stadtbürgermeister, dazu Landtagsabgeordneter und Ex-Minister – zu verlieren, sei keine Schande. Trotzdem: So nah am Sieg, und dann doch noch verloren.

Wer hätte das vor Jahren gedacht: Ein Grüner wäre beinahe Bürgermeister in Kusel geworden. Undenkbar damals. Doch die Zeiten ändern sich, die SPD ist seit Jahren auf dem absteigenden Ast, die Grünen gerade im Hoch, und das macht sich eben auch auf der kommunalen Ebene bemerkbar.

Darauf hatte auch Norbert Braun hingewiesen, der in der Stichwahl um das Ortsbürgermeisteramt in Altenglan gegen die Parteilose Yvonne Draudt-Awe verlor. „Der Gegenwind aus Berlin, der macht uns auch hier zu schaffen“, hatte er nach dem ersten Wahlgang gesagt.

Ob es daran lag? Oder sind den Menschen vielmehr gerade bei Kommunalwahlen Personen wichtiger als Parteien? Das wird die Zeit zeigen.

So ganz vorbei sind die Wahlen übrigens doch noch nicht. Denn in vielen Gemeinden, in denen es keinen Kandidaten für die Urwahl gab, muss jetzt erst vom Rat ein Ortsbürgermeister gewählt werden. Das gestaltet sich nicht immer leicht, wie sich beispielsweise in Matzenbach zeigt. Und dort, wo der einzige Kandidat keine Mehrheit bekam, müssen die Wähler im Herbst wohl noch einmal an die Urnen. Doch vorher ist erst mal Durchatmen angesagt. Für alle.

Lob für die Polizei

Polizisten gehören ja zu den Berufsgruppen, die sich viel Kritik gefallen lassen müssen. Da tut es gut, auch mal gelobt zu werden. Das tat jetzt Karl-Ernst Eichert aus Kusel, der sich an Die RHEINPFALZ wandte. Er hatte seinen Geldbeutel samt Führerschein und EC-Karte beim Einkaufen im Wasgau-Markt verloren. Ein aufmerksamer Polizist fand ihn, seine nette Kollegin brachte ihn dem Lehrer zurück. Eichert freute sich natürlich. Erinnerte sich auch daran, dass die Kuseler Ordnungshüter kürzlich rasch gekommen waren, als eine Nachbarin die Haustür nebenan offen sah und Schlimmes vermutete. Er hat nur Lob für die Kuseler Polizisten. Und das sollen die auch mal hören – und nicht immer nur Schimpfe und Häme, weil sie irgendwo ein- und durchgreifen müssen.

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