Kusel „Willkommen hier in unserm Haus“

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In der katholischen Kirche ist es Tradition, dass Mädchen und Buben mit etwa neun Jahren am Sonntag nach Ostern zur Erstkommunion gehen. Vielerorts wird auch vom „Weißen Sonntag“ gesprochen. Auf diesen Tag werden die Kinder in ihren Gemeinden vorbereitet. Sie besuchen für ein paar Wochen den Kommunionunterricht, der oft von dafür ausgebildeten Laien – meist Müttern – gehalten wird. Elternabende und besondere Gottesdienste ergänzen die Zeit der Vorbereitung. „Willkommen hier in unserm Haus, willkommen alle Kinder groß und klein“ schallt es durch das Pfarrheim der Gemeinde Heilig Kreuz Zweibrücken. Die Kommunionhelferinnen Vera Raguse und Martina Stegner-Legner stimmen die Kinder musikalisch auf den Nachmittag ein. Das Lied klappt schon ziemlich gut. Und auch ansonsten sind die Drittklässler mit Feuereifer dabei. „Manchmal hat man das Gefühl, man könnte noch zwei Stunden weitermachen“, sagt Raguse, deren Sohn zur Kommunion geht und die zum ersten Mal bei der Vorbereitung dabei ist. Stegner-Legner macht das zum zweiten Mal, begleitete zunächst den Sohn und nun die Tochter. „Die Vorbereitung ist schon sehr zeitintensiv“, merkt Stegner-Legner an und Raguse ergänzt, es sei ja nicht damit getan, jede Woche ins Pfarrheim zu kommen und die Kinder zu unterrichten. Der Nachmittag müsse vorbereitet werden inklusive Hausaufgaben für die Kinder, Bastelarbeiten und Liedern. Von ihrer Gruppe sind Raguse und Stegner-Legner ganz begeistert: „Die Gruppe ist sehr nett. Die Kinder machen gut mit und fragen viel. Und sie sind schnell zusammengewachsen, obwohl sie aus unterschiedlichen Schulen kommen.“ Begonnen hat die Kommunionvorbereitung schon im vergangenen Jahr mit so genannten „Wege-Gottesdiensten“, zu denen die Kinder mit ihren Eltern eingeladen waren. Da waren Raguse und Stegner-Legner ebenfalls dabei. Seit Anfang des Jahres leiten sie nun eigenständig eine von mehreren Gruppen in der Pfarrei St. Elisabeth Zweibrücken. Unterstützt werden sie von Gemeindereferent Frank Klaproth, der für die Kommunionvorbereitung zuständig ist. 64 Kommunionkinder hat die Pfarrei in diesem Jahr insgesamt. Sie verteilen sich auf die drei Gemeinden Heilig Kreuz Stadtmitte, St. Pirmin Bubenhausen und St. Peter Ixheim. In diesen drei Gemeinden finden dann auch jeweils die Feiern statt, am 3., 10. und 17. April. Klaproth leitet die neuen Helferinnen an, geht die ausgearbeiteten Stunden mit ihnen durch, gibt Tipps zur Umsetzung. Und freut sich über „Altgediente“ in der Pfarrei, die treu jedes Jahr aufs Neue den Unterricht leiten. Außerdem, merkt Klaproth an, gebe es in Bubenhausen parallel zum Unterricht ein Elterncafé, das gut angenommen werde. Klaproth betont, die Gestaltung der Kommunionvorbereitung sei nichts Statisches, Veränderungen und Anpassungen seien immer wieder erforderlich - nicht nur wegen des allgemeinen Wandels: „Die Fragen werden immer größer, die Bindung zur Kirche fehlt immer mehr. Die Vorbereitung wird schwieriger, weil die christliche Sozialisation schwindet.“ Deshalb würden in den Wege-Gottesdiensten - zu denen die Eltern eingeladen sind - zunächst grundlegende Dinge thematisiert, die zum Verständnis der Messe notwendig sind und erst dann mit den eigentlichen Kommunionstunden begonnen. Dort werden biblische Themen mit den Kindern besprochen. Die Gemeinden seien frei in der Gestaltung der Vorbereitung, ergänzt Klaproth, Speyer gebe da nichts vor. Auch in der Pfarrei St. Pirminius Contwig laufen die Vorbereitungen, für die Pastoralreferent Paul Beyer verantwortlich ist. Er würde sich wünschen, dass sich mittelfristig ähnlich wie in Zweibrücken ein festes Team bildet, das sich jedes Jahr um die Kommunionvorbereitung kümmert, denn darauf könne er derzeit in keinem der drei Orte zurückgreifen. Jedes Jahr verlaufe die Vorbereitung anders, mal würden sich Leute finden, die helfen, mal nicht. Das Team ist somit niemals dasselbe. Insgesamt gehen in der Pfarrei Contwig 29 Kinder zur Kommunion, 14 am 3. April in Contwig, neun eine Woche später in Großsteinhausen und sechs am 17. April in Hornbach. Auch in der Pfarrei Contwig werden Wege-Gottesdienste und der eigentliche Kommunionunterricht kombiniert. Außerdem werden laut Beyer mit allen Kindern aus allen Dörfern gemeinsame Familiengottesdienste gefeiert. Die Familie so weit wie möglich einzubinden, ist ausgesprochenes Ziel von Klaproth. „Wir können die Kinder nicht im Glauben bilden, wenn wir sie einmal in der Woche sehen. Die Familien müssen ins Boot geholt werden. Es ist ein Weg, den die Familie mitgehen muss“, ist der Gemeindereferent überzeugt.

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