Kusel Werben mit dem Attribut der Unabhängigkeit

Egbert Jung hatte seinen Hut als Erster in den Ring der Bürgermeisterwahl geworfen. Der seit 2006 amtierende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lauterecken will weiterhin im Amt bleiben und die ab 1. Juli fusionierte Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein führen. Seine bisherige Amtszeit würde Ende Juni enden.
Weiterhin wirbt der parteilose Bürgermeisterkandidat, der in Offenbach-Hundheim wohnt, mit seiner Unabhängigkeit. Nur aus strategischen Gründen habe er sich auf Kreisebene im Frühjahr dieses Jahres den Freien Wählern angeschlossen. Das verschaffe ihm, der bislang lediglich in einer Zwei-Mann-Fraktion im Kuseler Kreistag vertreten ist, „mehr Gewicht“, argumentiert Jung. Ansonsten bleibt er auf Distanz zu anderen Parteien. In seinem Wahlprospekt postuliert er seine Unabhängigkeit mit den Worten: „Mit ihrer Stimme wählen Sie nur mich – und keine parteipolitischen Belange.“ Egbert Jung, der Parteilose, ist ausgewiesener Verwaltungsexperte. Der diplomierte Verwaltungswirt war vor seiner Amtsübernahme in Lauterecken Büroleiter der Verbandsgemeinde Heßheim. Nach wie vor ist er ehrenamtlich als Prüfer von Absolventen der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen tätig. Mit seinem Kollegen aus Wolfstein, Michael Kolter (CDU), hat Jung den Fusionsvertrag für die neue Verbandsgemeinde ausgehandelt. Das hat ihn auch darin bestärkt, erneut für das Amt zu kandidieren. „Ich mache mich ja nicht vom Acker, nachdem ich die Fusion ausgehandelt habe“, formulierte er bereits im Juni 2012 seine Ambition zur erneuten Kandidatur. Dass seine Amtszeit just zu dem Zeitpunkt abläuft, zu dem die neue Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein zum Leben erweckt wird, ist weitere Motivation für den Verwaltungsexperten vom Glan. Er will’s noch einmal wissen. Er mache die Arbeit gerne, und das große Vertrauen, das ihm die Wähler 2006 geschenkt hätten, sei ihm auch heute noch Ansporn. Im Rückblick auf die zurückliegenden acht Jahre zieht er ein positives Fazit. Für die Zukunft setzt Jung auf noch mehr auf Bürgernähe und eine bessere digitale Infrastruktur. Die Erhaltung der medizinischen Versorgung liegt ihm am Herzen, und die Verbandsgemeinde soll noch familien- und kinderfreundlicher werden. Wenn es nach ihm geht, sollen die Gemeinden einen größeren finanziellen Spielraum erhalten, beispielsweise durch eine Entlastung bei der Verbandsgemeindeumlage. Jung spricht in diesem Zusammenhang von einer „Haushaltsführung mit Augenmaß“. Bei alledem soll natürlich die Lebensqualität der Bürger nicht eingeschränkt und auch die Verwaltung in ihrer Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden, fügt Jung in einem Nebensatz an. Wie seinen beiden Mitbewerbern bleibt auch Egbert Jung in diesen Wochen vor der Kommunalwahl kaum Zeit für ein Privatleben. Wenn doch, dann nutzt er sie, um mit seinem Hund Spaziergänge zu unternehmen. Auch widmet er sich in freien Minuten seiner Münzsammlung oder greift zu einem guten Buch. (dgg)