Kusel Werbefaktor Weihnachtsfeier
Im Advent ist der Terminkalender bei vielen Menschen eng getaktet. Das liegt auch an den zahlreichen Weihnachtsfeiern, die jetzt Hochsaison haben. In manchem Restaurant vergeht derzeit kein Tag ohne Vereins- oder Unternehmensfeier. Das wirkt sich positiv auf den Umsatz aus, berichten Gastronomen auf Nachfrage der RHEINPFALZ.
„Wir haben das Haus voll und wegen der großen Nachfrage vor Weihnachten auch an Ruhetagen geöffnet“, berichtet Oliver Jakob vom „Pfälzer Hof“ in Lauterecken. Nach Jakobs Erfahrungen ist der Dezember bereits im November weitgehend gebucht. „Die Tage sind jetzt gezählt“, sagt er, insbesondere größere Gruppen könnten nun kaum noch einen Tisch bekommen. Ob es sich bei den Buchungen immer um Weihnachtsfeiern handelt, kann Jakob nicht genau sagen. Er schätzt deren Anteil immerhin auf drei Viertel. Kleine Handwerksbetriebe, größere Firmen oder Behörden: Manche Feierwillige sieht Familie Jakob jedes Jahr wieder. Andere Gruppen würden dagegen rotieren und erst nach einigen Jahren wieder auftauchen. Manche Weihnachtsfeiern würden wegen Terminschwierigkeiten sogar noch in den Januar verlegt, schildert Jakob. Insgesamt sieht er den Dezember als umsatzstärksten Monat im Winter: „Wir haben ordentlich zu tun.“ Einen Rückgang an Weihnachtsfeiern verzeichnet der Gastronom aus Lauterecken nicht. Schließlich sei bekannt, dass Weihnachtsfeiern das Betriebsklima förderten. Spürbar mehr zu tun gibt es auch im „Steinernen Mann“ in Ulmet. „An manchen Tagen haben wir gleich mehrere Weihnachtsfeiern“, berichtet Petra Reiß. Mit drei Nebenzimmern zwischen 30 bis 50 Plätzen, dem Gastraum und einem Saal bietet der Familienbetrieb allerhand Platz. „Wir sind auch Vereinslokal“, erzählt Reiß, dass viele Clubs, allen voran die Kegelfreunde, ihre Weihnachtsfeiern in dem Restaurant feiern. Sie berichtet von einem Umsatzplus durch Weihnachtsfeiern. „Fast täglich“ gibt es auch im Restaurant Burg Lichtenberg Weihnachtsfeiern, wie Stefanie Emrich erzählt. Weil das erste Adventswochenende im November lag und wegen des mittelalterlichen Weihnachtsmarktes auf der Burg waren die Weihnachtsfeiern schon im November gestartet. „Eigentlich sind November und Dezember eher ruhige Monate“, weiß die Gastronomin. Doch durch die Weihnachtsfeiern sei spürbar mehr los. Die Buchungen seien gemischt, von der Arztpraxis mit vier Personen bis zu größeren Gruppen mit 50 Leuten. Auch zahlreiche US-Amerikaner seien Gäste im Burg-Restaurant, wo die Tische mit Holzengeln, Tannenzweigen und Kerzen gedeckt sind. „Die Amerikaner bringen oft zusätzlich noch eigene Deko mit“, berichtet Emrich. Sie kämen mit Zuckerstangen, Lichtern und Weihnachtspullovern und hätten viel Spaß mit Wichtelspielen. Laut Emrich haben sich die Weihnachtsfeiern in den vergangenen Jahren verändert: „Bis fünf Uhr früh feiern, das gibt es nicht mehr.“ Selten geworden sei auch, dass alles auf eine Rechnung geht, „weil die Firmen das nicht mehr voll absetzen können“. Wohl auch aus diesem Grund registriert Dieter Christoffel vom Waldmohrer Hof einen Rückgang an Weihnachtsfeiern. „Es gibt weniger Firmen, die das Essen zahlen“, berichtet er. Übernimmt die Firma, kämen nicht selten opulente Menüs auf den Tisch. Wird das Essen hingegen nicht bezahlt, ließen sich die Leute den Abend weniger kosten, beobachtet Christoffel. Der Monat Dezember ist für den Gastronom wechselhaft: „Entweder sind die Leute unterwegs auf Weihnachtsmärkten und zum Einkaufen oder sie sind im Restaurant.“ So wie Freitag und Samstag bei ihm. Dann stünden jeweils zwei Weihnachtsfeiern an. „Montag geht es weiter, und dann ist die Saison zu Ende.“ Dass solche Feiern auch ein Werbefaktor sind, kann Christoffel bestätigen: „Das ist bei Geburtstagsfeiern aber nicht anders.“ „Der Dezember ist stressig, aber es ist auch der stärkste Monat“, sagt Isabell Townsend vom „All American Diner“ im St. Julianer Sportheim. Schon seit Mitte November kämen jedes Wochenende Gruppen zu Weihnachtsfeiern zusammen, berichtet die Köchin, die zusammen mit ihrem Mann Larry vor neun Jahren die Gastronomie in St. Julian übernommen hat. Vor allem Vereine, aber auch Firmen zählt sie zu den Gästen. Die insgesamt 70 Plätze seien dann schnell ausgebucht. Die Renner sind – auch an Weihnachten – amerikanische Gerichte. Diese kämen besser an, als etwa eine traditionelle Gans. Auf das Betriebsergebnis wirken sich laut Townsend die zahlreichen Weihnachtsfeiern positiv aus. Denn die Gruppen sitzen nicht nur für eine gute Stunde zum Essen da, sondern feierten oft den ganzen Abend – und das meist nicht auf dem Trockenen. (suca)