Kusel Weniger Landwirte, aber mehr Technik

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Wenn Landwirte vor wirtschaftlichen Problemen stehen, macht sich das auch in einer Branche bemerkbar, die mit der Landwirtschaft untrennbar verknüpft ist: die Landmaschinenhändler. Drei davon gibt es im Landkreis Kusel.

„In den vergangenen Jahren sind die Stückzahlen zurückgegangen, weil es auch immer weniger Landwirte gibt. Der Umsatz ist aber nahezu gleich geblieben. Es werden zwar weniger Maschinen verkauft, dafür aber größere und leistungsstärkere Modelle“, fasst Rainer Raab, Inhaber von Raab Landtechnik in Steinbach, die Entwicklung zusammen. Einen Rückgang von landwirtschaftlichen Betrieben hat auch Frank Schäfer, Inhaber von Schäfer Landtechnik in Konken, beobachtet: „Ich schätze, dass zwischenzeitlich mindestens 30 Prozent meiner Kunden weg sind, weil sie ihren Betrieb aufgegeben haben.“ Doch ein komplettes Aussterben der Bauern befürchtet Schäfer nicht. „Die Betriebe, die es noch gibt, sind in den vergangenen Jahren teilweise auf doppelte Größe herangewachsen – das sind schon Zukunftsbetriebe, die es noch einige Jahre geben wird“, vermutet Schäfer. „Bauer ist heute eigentlich der falsche Begriff. Das sind mittlerweile Geschäftsleute, die ein geschicktes Management betreiben müssen, um den Betrieb wirtschaftlich zu führen“, ergänzt Günter Steuer, neben Klaus Steuer einer von zwei Geschäftsführern von Steuer Landtechnik in Kusel – dem größten Landtechnik-Händler des Landkreises. Und auch in technischer Hinsicht müsse ein Landwirt heute fit sein: „Das sind heute hoch technisierte Betriebe, und auch die Geräte werden immer größer und leistungsstärker“, erklärt Klaus Steuer. Schlepper mit bis zu 300 Pferdestärken seien heute keine Seltenheit mehr – noch vor zehn Jahren habe die Leistung bei maximal 150 PS gelegen. „Diese Leistung braucht man heute aber auch, weil sich unter anderem die Arbeitsbreite von Sämaschinen auf nahezu das Doppelte gesteigert hat.“ Die Preise für Schlepper dieser Kategorie bewegen sich laut Steuer von 170.000 Euro bis hin zu einer Viertelmillion. In einem Punkt sind sich alle Händler einig: Wenn die Landwirte ein paar Euro übrig haben, dann werden diese nicht für schlechte Zeiten gespart. „Generell lässt sich sagen, dass die Landwirte sehr motiviert in die Zukunft blicken. Und wenn ein Bauer wirklich mal Geld übrig hat, dann investiert er es in der Regel auch, um zu modernisieren oder weitere Geräte anzuschaffen“, sagt Raab. Und Klaus Steuer ergänzt: „Wir haben in der Region hauptsächlich Milchbauern. Ist der Milchpreis gut, geht es den Landwirten gut – und dann geht es auch uns Händlern gut.“

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