Kusel Von Kusel ins Silicon Valley

Lebt und arbeitet seit fast zehn Jahren in den Vereinigten Staaten: Björn Zinßmeister.
Lebt und arbeitet seit fast zehn Jahren in den Vereinigten Staaten: Björn Zinßmeister.

«Pfeffelbach». Den amerikanischen Traum hat er sich verwirklicht: Björn Zinßmeister, der in Niederalben und Pfeffelbach aufgewachsen ist, lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie im Silicon Valley in den Vereinigten Staaten. Dort hat sich der 33-Jährige vor Kurzem zusammen mit einem deutschen Bekannten eine eigene IT-Security-Firma aufgebaut.

Fast zehn Jahre ist es nun her, dass Björn Zinßmeister nach Amerika ausgewandert ist. Erst ein Jahr nach Texas, wo er seine Frau kennenlernte, und dann in das berühmte Silicon Valley, wo sich neben vielen bekannten Internetfirmen auch etliche Start-up-Unternehmen tummeln. „Das war schon ein Traum, anfangs dachte ich eher an London, doch Amerika war letztlich vertrauter“, erklärt er diesen Schritt. Angefangen hat für ihn alles in Kusel, wo er erst seinen Haupt-, dann seinen Realschulabschluss machte. Nach einem Jahr in der Oberstufe des Gymnasiums stellte sich für Zinßmeister aber heraus, dass er lieber eine Ausbildung machen wollte. So erlernte er bei der Kuseler Firma Transware den Beruf des Fachinformatikers. „In Köln sammelte ich anschließend Erfahrungen bei mehreren Werbefirmen und beschloss, Medieninformatik in Birkenfeld zu studieren“, erzählt er der RHEINPFALZ. Schnell reifte die Idee, eines Tages eine eigene Firma im IT-Bereich zu gründen. So zog es ihn also nach Amerika. Damals hätten ihn noch viele gefragt: „Warum machst du das? Warum willst du Software vertreiben?“, erläutert Zinßmeister. Zu dieser Zeit sei diese Branche in Deutschland noch kaum vertreten, in Amerika hingegen die Entwicklung schon voll im Gange gewesen. „Twitter und das Web 2.0 waren gerade gekommen. Da war etwas am Brodeln und damit zu arbeiten hat Spaß gemacht.“ 2009 lernte er in Texas seine Frau kennen, die ebenfalls in der Branche arbeitet. Der Umzug ins Silicon Valley war ein wichtiger und letztlich auch richtiger Schritt. „Das Gute war, dass alles noch ganz klein war, als ich 2010 dort ankam“, sagt Björn Zinßmeister. So habe er mit der Industrie wachsen können, was sich inzwischen für Neuankömmlinge wesentlich schwieriger darstellen könne. Zu diesem Zeitpunkt hätten Unternehmen wie Dropbox noch in den Kinderschuhen gesteckt. An Amerika schätzt Zinßmeister vor allem die Chancen, die sich einem Unternehmer bieten – auch, wenn ein anderes Projekt einmal gescheitert sein sollte. „Die Leute bewundern dort die geleistete harte Arbeit. Das ,Ärmelhochkrempeln’ wird anders zelebriert“, findet er. Der 33-Jährige gründete mit Matthias Kadenbach aus Koblenz die Firma Templarbit, eine Cyber-Security-Firma. Vorher hatte er bereits in einer ähnlichen Firma gearbeitet und Kadenbach kennengelernt. Seit ungefähr vier Wochen gehört Templarbit auch zu der in Fachkreisen sehr bekannten Start-up-Schmiede Y-Combinator. „Sie bereitet solche Unternehmen wie uns auf den nächsten Schritt vor und investiert auch Geld. Es macht uns sehr stolz, hier dabei sein zu dürfen“, freut sich der Unternehmer. Warum es ausgerechnet eine Internet-Sicherheitsfirma sein sollte, erklärt Zinßmeister so: „Wir wollten etwas Sinnhaftes aufbauen und in dieser Sparte ist Platz für Wachstum.“ Dieses Profil sei in der IT-Branche noch sehr rar, natürlich müsse man immer auf dem aktuellen Stand sein. Seine Kunden kommen aus Finanz- und Gesundheitsfürsorge-Unternehmen. „Vor Kurzem war zum Beispiel erst wieder ein großer Hacker-Angriff, bei dem die Hälfte der Amerikaner ihre Daten verloren hat“, erklärt er. Vor solchen Angriffen wollen er und sein Unternehmen schützen.

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