Kusel Volksbank zahlt wieder 6,5 Prozent
Die Volksbank Lauterecken hat im vergangenen Jahr ihren Gewinn um 100.000 auf eine halbe Million Euro gesteigert, obwohl sie dieses Geld auch zusätzlich in ihre Rücklage hätten stecken können. „Wir haben ein gutes Jahr gehabt – warum sollen wir das nicht zeigen“, sagte Vorstandssprecher Klaus Gerber gestern bei der Vorlage der vorläufigen Bilanzzahlen. Die Dividende soll nach Angaben seines Vorstandskollegen Joachim Wagner erneut 6,5 Prozent betragen.
Natürlich leidet auch die Volksbank unter den niedrigen Zinsen. Doch zugleich profitierte sie von einer steigenden Nachfrage nach Krediten. Der Zuwachs des Kreditvolumens um 2,0 Prozent bildet dabei noch nicht einmal die komplette Situation ab. „Wir haben viele Kreditwünsche an unsere Verbundpartner weitervermittelt“, sagt Gerber. Folge: Der leichte Rückgang beim Zinsgewinn (um 50.000 Euro) wird von der Steigerung bei den Provisionen (um rund 200.000 Euro) mehr als nur kompensiert. Die Nachfrage nach Krediten kommt dabei laut Gerber keineswegs nur aus dem Teil des Geschäftsgebiets der Volksbank Lauterecken, der im wachstumsträchtigeren Landkreis Kaiserslautern liegt. Auch in und um Lauterecken wird fleißig investiert; zwar nicht in Großprojekte, aber viele private Häuslebesitzer nutzen die niedrigen Zinsen, um zu renovieren. Gestiegen sind auch – angesichts der niedrigen Zinsen bemerkenswert – die Kundeneinlagen; sogar um 2,3 Prozent. Gerber und Wagner begründen das damit, dass ihr Institut schon traditionell bei längerfristigen Kapitalanlagen etwas mehr an die Kunden bezahlt habe; nach dem Prinzip Spartreue soll belohnt werden. Das ist auch deshalb interessant, weil die Volksbank in vielen Fällen für das Geld, das sie dann wiederum anlegt, sogar noch etwas draufzahlen muss. Kauft sie beispielsweise Bundesanleihen mit einem Jahr Laufzeit, so muss sie dafür, dass sie dem Bund Geld leiht, aktuell sogar 0,5 Prozent Zinsen bezahlen. Erst wenn sie dem Bund langfristig Geld zur Verfügung stellt, kann sie mit einer Verzinsung rechnen. Im achten Jahr Laufzeit gibt es dann kümmerliche 0,13 Prozent. Ganz freiwillig macht die Volksbank solche Minusgeschäfte nicht. Doch in den Nachwirkungen der Bankenkrise ist seit knapp zwei Jahren eine Liquiditätsverordnung in Kraft, die den Instituten eine Mindestquote an Mitteln vorschreibt, die sie binnen eines Monats flüssig machen können. Und neben dem Geld im eigenen Tresor gehören dazu beispielsweise auch Bundesanleihen. Die Vorschrift zwingt also die Banken quasi dazu, dem Bund billig Geld zu leihen. (wop)